Prien: Start geglückt für erste Tagespflegeeinrichtung für Kleingruppen im Landkreis

BRK-Teamleiterin Amelie Guggenberger (von links) sowie die beiden Betreuerinnen Angelina von Straaten und Dorothea Haberl freuen sich über die familiäre Atmosphäre in den Räumen des Altbaus an der Seestraße, die ihrem pädagogischen Ansatz zugute kommt.
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BRK-Teamleiterin Amelie Guggenberger (von links) sowie die beiden Betreuerinnen Angelina von Straaten und Dorothea Haberl freuen sich über die familiäre Atmosphäre in den Räumen des Altbaus an der Seestraße, die ihrem pädagogischen Ansatz zugute kommt.

Viele Eltern suchen Tagesmütter, weil sie arbeiten müssen und ihren Nachwuchs gut aufgehoben wissen wollen. In Prien hat die erste Tagespflegeinrichtung unter Trägerschaft eröffnet, in der Kinder bis drei Jahre in Kleingruppen betreut werden. Der Start ist geglückt.

Prien – Im Vorbau, der wie ein hölzerner Wintergarten wirkt, stehen rechts einige Paar winzige Schuhe fein säuberlich nebeneinander. Links ist ein Sechs-Sitzer-Kinderwagen geparkt. Das Namensschild der „Seewichtel„ an der Tür ist noch ein Provisorium. Das ist der erste Eindruck, den Besucher in der ersten Großtagespflege im Landkreis Rosenheim unter Trägerschaft bekommen. Genau das sind die Seewichtel im Haus an der Ecke Seestraße/Stauden nämlich – etwas in dieser Art Neues zwischen Soyen und Sachrang.

Der Marktgemeinderat hatte die Einrichtung im Juni einhellig befürwortet. Kinderbetreuungsplätze sind begehrt. Gerade hat der Markt Prien erst wegen des gestiegenen Bedarfs einen zusätzlichen Kindergarten in Containern für bis zu zwei Gruppen gebaut und die Planung für einen sechsgruppigen Hort sind im Rathaus schon recht weit gediehen.

Eingewöhnung ab 1. September

Am 1. September hat der Kreisverband Rosenheim des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) die Großtagespflege eröffnet. Die Ein- bis Dreijährigen sind noch in der Eingewöhnung. Bei so kleinen Kindern ist die erste Trennung von Mama und Papa oft nicht ganz einfach.

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Aber es läuft gut, berichten Angelina von Straaten (Heilpraktikerin und qualifizierte Kindertagespflege-Pädagogin) und Dorothea Haberl (Erzieherin). In der ersten Woche blieben die Erwachsenen noch die ganzen Vormittage bei ihrem Nachwuchs, in der zweiten Woche verließen sie das Seewichtel-Nest schon zwischendurch immer wieder. Mittlerweile bleiben die zehn Mädchen und Buben schon die Vormittage allein mit den beiden Betreuerinnen. Und wenn doch einmal ein Kind kurz das Heimweh packt kommt der „Trösterbär“, ein kuschelweiches Stofftier.

Die beiden Prienerinnen sind die neuen Bezugspersonen der Kleinen. Als beim morgendlichen Besuch der Chiemgau-Zeitung die ersten Mädchen und Buben von Omas, Mamas und Opas gebracht werden, nehmen sich die beiden Pädagoginnen viel Zeit für persönliche Gespräche mit Kindern und Erwachsenen.

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Von Straaten und Haberl kennen sich schon lange. Als bei ihnen die Idee reifte, zusammen eine Tagespflegeeinrichtung zu eröffnen, wandten sie sich ans Jugendamt in Rosenheim. Weil die Behörde wiederum vom Bedarf für Tagespflegeplätze in Prien wusste, stellte sie den Kontakt zum BRK her. So kamen die Seewichtel zustande, erzählt Amelie Guggenberger, Teamleiterin für Kinder, Jugend und Familie beim BRK-Kreisverband. Der Vorteil gegenüber einigen privaten Einrichtungen dieser Art, die es in der Region schon gibt: Die Betreuerinnen können sich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren, administrative und organisatorische Fragen belasten sie nicht. Beide haben jeweils höchstens fünf Kinder gleichzeitig in ihrer Obhut und jede von ihnen immer die gleichen Mädchen und Buben. So sieht es das Konzept für Großtagespflege vor und will damit gewährleisten, dass intensive und kontinuierliche Begleitung der Kleinen möglich ist.

Die Buchungszeiten orientieren sich am Bedarf der jeweiligen Eltern und sind flexibel, die Seewichtel werden nach der Eingewöhnungsphase montags bis donnerstags jeweils von 7.30 bis 14.30 Uhr geöffnet sein. Weil auch tageweise Buchungen denkbar sind, kann die Einrichtung insgesamt bis zu 16 Kinder in ihre Obhut nehmen, aber es dürfen nur zehn gleichzeitig in dem Räumen sein.

Viele Rituale gliedern den Tagesablauf

Zu denen gehört neben mehreren Spielecken mit vielen Holzgeräten auch ein separater Schlafraum. Feste Ruhezeiten gehören zu den zahlreichen Ritualen, mit denen von Straaten und Haberl den Kindern Fixpunkte zur Orientierung vorgeben., Das geht von der Begrüßung über das Glöckchen, das zu den Mahrzeiten läutet, und den „Aufräumspruch“ bis zur täglich gleichen Verabschiedung: „„Pinke-Panke-Puster, im Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster, wo wohnt er denn, wo wohnt er denn, oben oder unten?“ Je nachdem, welche Hand der Pflegerin sie wählen, warten darin süße Rosinen.

Die zentrale Lage im Ort wollen von Straaten und Haberl so oft es das Wetter erlaubt ausnutzen, mit ihren Sprösslingen raus an die frische Luft zu gehen. Bis an den großen Spielplatz an der Carl-Braun-Straße sind sie immerhin schon gekommen.

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