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Zum Start des Schuljahres

Normales Schuljahr „dringend nötig“: Leiterin der Staatlichen Realschule Prien im Interview

Ein herzliches Willkommen mit fünf symbolischen Schultüten: An der Staatlichen Chiemsee-Realschule Prien werden heuer 132 Schülerinnen und Schüler als Fünftklässer ihr Realschulleben beginnen. Direktorin Kerstin Haferkorn freut sich auf sie.
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Ein herzliches Willkommen mit fünf symbolischen Schultüten: An der Staatlichen Chiemsee-Realschule Prien werden heuer 132 Schülerinnen und Schüler als Fünftklässer ihr Realschulleben beginnen. Direktorin Kerstin Haferkorn freut sich auf sie.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Corona, Vergrößerung: Bei der Staatlichen Realschule Prien war die vergangenen beiden Jahre einiges los. Im Interview verrät sie, wie sich die Veränderungen auf die Schulfamilie ausgewirkt haben und was sie sich für das neue Schuljahr erhofft.

Prien – In wenigen Tagen startet im Freistaat Bayern das neue Schuljahr 2022/2023. Mit dem Schulbeginn rückt auch das aktuelle Infektionsgeschehen rund um das Corona-Virus wieder in den Mittelpunkt der Unterrichtsplanungen an den Priener Schulen. Kerstin Haferkorn, Direktorin an der Staatlichen Chiemsee-Realschule Prien, hofft auf ein normales Schuljahr, wie sie im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen betonte.

Der Schuljahrsbeginn wird heuer für die Staatliche Chiemsee-Realschule ein markanter sein

Kerstin Haferkorn: …ja, nur wir nehmen ab jetzt noch die fünften Klassen an, nicht mehr die Kommunale Realschule. Das heißt, es werden heuer fünf statt drei sein – für 132 Fünftklässler beginnt in der kommenden Woche bei uns der Start ins Realschulleben. In der Summe unterrichten wir mit einem 40-köpfigen Lehrerkollegium dann 18 Klassen. Wir mussten unser Lehrerzimmer umbauen, damit alle einen Sitzplatz haben.

Wie geht das Kollegium mit dem zunehmenden Umbruch um? Die Kommunale Realschule wird es nur noch zwei Jahre geben…

Haferkorn: Das wird bei uns eigentlich nicht thematisiert, da wir im Laufe unseres zehnjährigen Bestehens als staatliche Realschule stetig gewachsen sind - mit der Zahl der Schüler, der Lehrer und somit auch der Klassen.

Ein belastendes Thema war auch für die Schulfamilie der Chiemsee-Realschule die Corona-Pandemie. Welche Auswirkungen auf Schüler wie Lehrer beobachten Sie jetzt?

Haferkorn: Die jüngeren Schüler haben das besser weggesteckt als die höheren Jahrgangsstufen. Aber in Bezug auf Selbstorganisation, Motivation, Regeln, Struktur im Lernen und der Mitarbeit hat das alles schon negative Spuren hinterlassen.

Das hat sich wie bemerkbar gemacht?

Haferkorn: Natürlich bei den Noten…

…und bei den Lehrern?

Haferkorn: Sie waren es mehr oder weniger nicht mehr gewohnt, dass der „normale“ Schulbetrieb auch Termine mit sich bringt, wie Veranstaltungen oder Konferenzen – es war einfach ein Bruch, nicht mehr von zuhause aus online zu unterrichten, sondern im Präsenzunterricht. Aber das wird sich schnell über die Routine wieder einspielen. Auch bei den Schülern…

Wieviel Zeit wird dieser Prozess beanspruchen?

Haferkorn: Ich denke, dass wir das noch ein bis zwei Jahre merken werden, vor allem bei den Jüngeren, die von der Grundschule zu uns kommen. Sie hatten zum Teil ein bis zwei Jahre keinen durchgehenden Präsenzunterricht, dadurch eingeschränkte soziale Kontakte und vor allem Defizite in den Bereichen Lesen und Schreiben. Sie haben allerdings mit den kommenden Jahren noch einen Zeitpuffer bis zum Abschluss.

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Da sind doch auch die Eltern gefordert, mitzuhelfen?

Haferkorn: Wir haben durchwegs tolle Eltern. Allerdings können einige von ihnen nicht die zeitlichen Ressourcen aufbringen – zum Beispiel berufsbedingt - um kontinuierlich unterstützend einzugreifen. Es ist meiner Ansicht nach allerdings schwierig, von Eltern zu verlangen, als Ersatzlehrer zu fungieren.

Wie können diese Defizite aufgearbeitet werden?

Haferkorn: Wir bieten Ergänzungs- und Förderunterrichte an. Wichtig ist aber, die Kinder nicht einfach mit Lehrstoff zuzuballern. Es ist eine Gratwanderung zwischen den Fragen: Was mute ich einem Kind zu, um Wissenslücken aufzufüllen? Und ab welchem Zeitpunkt überfordere ich es?

Wie hat sich dieses Dilemma in den Abschlussklassen bemerkbar gemacht?

Haferkorn: Wir haben deutlich schlechtere Leistungen in den Abschlüssen während der Corona-Jahre als in den Jahren zuvor.

Wird sich das für die Abgänger negativ auf dem Arbeitsmarkt auswirken?

Haferkorn: Ich denke, nein. Einerseits sind alle Abgänger davon betroffen, zudem sucht der Arbeitsmarkt händeringend Auszubildende. Dieser Trend hält seit einigen Jahren an, dass mehr Schulabgänger zunächst in eine berufliche Ausbildung gehen. Davor lief’s anders: Viele haben weiterführende Schulen besucht wie Fachoberschule oder Gymnasium. Wer sich weiter entwickeln will, findet in Bayern mit dem Schul- und Ausbildungssystem beste Voraussetzungen dafür.

Was erwarten Sie in diesem Sinn von dem kommenden Schuljahr?

Haferkorn: Einfach die Hoffnung auf ein normales Schuljahr. Wir hätten es alle dringend nötig. Auch die Schüler lechzen nach Normalität mit Exkursionen, Schulfeiern, Theaterspielen, Musik oder Sport.

Interview: Ulrich Nathen-Berger

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