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Zum Tod von Professor Günter Loos: Das Priener Heimatbuch ist Teil seines Vermächtnisses

Professor Günter Loos mit der Ausgabe der Chiemgau-Zeitung an Silvester 2017, dem Tag seines 80. Geburtstags.
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Professor Günter Loos mit der Ausgabe der Chiemgau-Zeitung an Silvester 2017, dem Tag seines 80. Geburtstags.
  • Anton Hötzelsperger
    vonAnton Hötzelsperger
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Professor Dr. Günter Loos aus Prien-Trautersdorf ist mit 82 Jahren gestorben. Er machte sich über die Gemeindegrenzen hinaus vielfach verdient – unter anderem als gefragter Gastdozent im Ausland, als Autor zahlreicher Fachbeiträge und als Dekan der betriebswirtschaftlichen Fakultät der Hochschule Rosenheim. Auch war Loos 50 Jahre lang freier Mitarbeiter der OVB-Heimatzeitungen.

Prien – Im Alter von 82 Jahren verstarb in Prien-Trautersdorf Professor Dr. Günter Loos. Mit ihm verliert Prien eine Persönlichkeit, die sich vielfach verdient gemacht hat.

Der Verstorbene war auch lange Jahre Berichterstatter für die Chiemgau-Zeitung und das Oberbayerische Volksblatt, er diente Ortsvereinen als Chronist und er unterstützte die Gemeinde unter anderem bei der Herausgabe der Heimatbücher.

Günter Loos wurde in München geboren, wuchs in Prien auf. Dem Abitur 1956 am Humanistischen Gymnasium in Traunstein folgte das betriebswirtschaftliche Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien, das Loos mit dem akademischen Grad „Diplomkaufmann“ abschloss.

Im Juni 1960 trat der damals erst 22 Jahre alte Loos in die Maschinen- und Zahnradfabrik Carl Hurth in München ein und wurde Leiter des Finanz- und Rechnungswesens des Unternehmens, das zu der Zeit 3000 Mitarbeiter beschäftigte.

Gastvorlesungen jedes Semester

In den Jahren 1964 bis 1967 promovierte er unter Beibehaltung seiner vollen beruflichen Belastung zum „Dr. rer.oec.“, wiederum in Wien, am wirtschaftspädagogischen Lehrstuhl.

1971 wurde Loos als Professor für Betriebswirtschaftslehre an die Hochschule Rosenheim berufen, von der er nach 26 Jahren als Dekan der betriebswirtschaftlichen Fakultät emeritiert wurde.

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Als Hochschullehrer war er auch im Ausland gefragt. So hielt er jedes Semester Gastvorlesungen unter anderem in Österreich, Tschechien, der Slowakei und in Finnland. Er leistete als Allein- sowie als Mitautor mannigfach Beiträge zu Fachpublikationen. Loos war auch fast drei Jahrzehnte als Vorsitzender von Prüfungs- und Organisationsausschüssen der Industrie- und Handelskammer engagiert, wofür er mit dem Goldenen Ehrenring der Kammer ausgezeichnet wurde.

In Prien brachte er sich in den Jahren 1971 bis 1974 als Leiter der Bürger-Initiative „Sporthallenbau“ ein. Das Ziel war, in die Planung des Neubaus der Turnhalle des Ludwig-Thoma-Gymnasiums auch die Belange des TuS Prien, insbesondere der Handballabteilung, einfließen zu lassen. Mit zahlreichen Aktionen konnten 55 000 D-Mark als Bauzuschuss erwirtschaftet werden.

Ehrenamt in vielen Vereinen

Viele weitere Aktivitäten folgten, so beispielsweise die zehnjährige Leitung der „Segelkameradschaft Chiemsee“ des Deutschen Hochseesportverbands „Hansa“. Über zehn Jahre war Loos Pressereferent beim Chiemsee-Yachtclub. Vom Lions-Club Prien wurde er für seinen Einsatz als Präsident und als Sekretär mit der höchsten Lions-Auszeichnung „Melvin-Jones-Fellow“ geehrt.

2004 bis 2014 betreute er federführend die Erstellung des neuen Priener Heimatbuches und in der Verfassung vieler eigener Beiträge.

Nahezu 50 Jahre war Loos als freier Mitarbeiter für die OVB-Heimatzeitungen tätig. Unter seinem Kürzel „gl“ schrieb er seit seinem letzten Gymnasialjahr.

Den Ruhestandl genoss er mit seiner Frau Lydia und freute sich über die heranwachsende Familie seiner Tochter.

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