Prien: Mühlbach nach Gärreste-Unfall freigegeben: Sportfischer besetzen Gewässer mit Jungfischen

Die Fischerjugend mit mit Andreas Veiht, Leon Fischer, Andy Nischbach, Simon Gugglberger und Maxi Hefter hilft bei der Neubesetzung des Mühlbachs. RE

Gute Nachrichten für die heimischen Gewässer: Nachdem sich Ende 2019 bei Umweltunfall in Hittenkirchen circa 150 Kubikmeter Gärsubstrat ins Umland ergossen hatten, war der Mühlbach bis zum Fischen gesperrt. Jetzt erfolgte wieder die Freigabe.

Prien – Über den Egerndorfer Bach und Gräben gelangten die Gärreste bis in den Mühlbach und in den Chiemsee. Dort wurden nicht nur die Fischbestände und deren Nachwuchs stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch deren Nahrungsgrundlagen wie Fischnährtiere und Krebse. Vom Landratsamt Rosenheim und der Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern wurde empfohlen in diesem Gewässerabschnitt die Fischerei vorerst einzustellen. Dem waren die Priener Sportfischer bis jetzt auch nachgekommen.

Proben wieder unter der Toleranzgrenze

Am 17. Januar, drei Wochen nach dem Vorfall, wurden vom Sportfischerverein Prien Fischproben aus dem Bach entnommen und eingesandt. Der Bericht des Fischuntersuchungsdienstes in Pullach, der Fische aus dem Mühlbach auf Schwermetalle prüfte, liegt nun vor. Die Werte sind unterhalb der zulässigen Toleranzgrenze, sodass der gesperrte untere Abschnitt des Mühlbaches wieder freigegeben werden konnte.

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Gewässerwart Alex Runge und Jugendleiter Max Dingler haben unter Mithilfe der stets engagierten Fischerjugend vomPriener Sportfischerverein den betroffenen unteren Teil des Mühlbaches neu mit einsömmerigen Bachforellen, die der Ökologie des Baches entsprechen, besetzt. Dazu kamen circa 20 000 fressfähige Brütlinge von Bach- und Seeforellen in der Größe von 1,5 bis zwei Zentimeter, die im Dezember geschlüpft waren.

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Unter Bedacht der Nachhaltigkeit sind dem Verien zufolge sowohl die Bachforellen als auch die Brütlinge in vereinseigenen Gewässern großgezogen worden. Bei den Brütlingen der Seeforellen geht der Verein davon aus, dass sie nach etwa zwei bis drei Jahren im Chiemsee geschlechtsreif sind und wieder in die Bäche zurückkehren werden, um zu laichen.

Jungbestände an Äschen vernichtet

Die Probe-Abfischung hat gezeigt, dass auch die Jungbestände der auf der roten Liste stehenden Äsche vernichtet wurden. Deshalb werden in den kommenden Wochen Laichäschen aus dem Mühlbach gefangen. Der daraus gewonnene Laich wird anschließend bebrütet. Im nächsten Frühjahr kommen die Jungfische, welche mit Plankton großgezogen werden, mit einer Größe von etwa zwölf bis 15 Zentimeter zurück in den Mühlbach.

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