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LTG-ERFOLG IN BERLIN

Prien ist „MINT“- Metropole

Sie haben in Berlin den „MINT“-Vogel abgeschossen: Ernst Hollweck, Johannes Almer und Thomas Gerl vom Ludwig-Thoma-Gymnasium (von links) haben die innovativsten Unterrichtskonzepte Deutschlands entwickelt und dürfen diese 2017 beim internationalen „Science on stage“-Kongress in Ungarn vorstellen.  re
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Sie haben in Berlin den „MINT“-Vogel abgeschossen: Ernst Hollweck, Johannes Almer und Thomas Gerl vom Ludwig-Thoma-Gymnasium (von links) haben die innovativsten Unterrichtskonzepte Deutschlands entwickelt und dürfen diese 2017 beim internationalen „Science on stage“-Kongress in Ungarn vorstellen. re

Das Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) hat zum zweiten Mal nach 2014 naturwissenschaftliche Unterrichtskonzepte entwickelt, die zu den besten bundesweit gehören. Johannes Almer, Ernst Hollweck und Thomas Gerl triumphierten auf Deutschlands größter Ideenbörse von Lehrern für Lehrer in Berlin.

Berlin/Prien – Das Priener Pädagogen-Trio Gerl (Lehrer für Biologie und Chemie), Almer (Mathematik, Physik, Natur und Technik) und Hollweck (Chemie und Biologie) qualifizierte sich gleich mit zwei Projekten für den internationalen „MINT“- (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Lehrergipfel, das europäische „Science on Stage“-Festival im ungarischen Debrecen im Juli 2017.

Drei Tage lang präsentierten rund 100 „MINT“-Lehrkräfte in Berlin originelle Konzepte für einen fesselnden naturwissenschaftlichen Unterricht. Zwölf von ihnen wurden ausgewählt, die Bundesrepublik als nationale Delegation in Debrecen zu vertreten. Gestern wurden die Sieger gekürt.

Für den Fachbereich Biologie am LTG triumphierten Gerl und Almer mit dem „BISA“-Test, ein Projekt rund um das Thema Biodiversität und Vogelkunde. Klassische Naturbeobachtung wird mit spielerischen Unterrichtsmethoden und elektronischen Hilfsmitteln verknüpft: So können im „BISA“-Test Schüler ihre Kenntnis zu einheimischen Vogelarten prüfen, zum Beispiel in einem Memory-Spiel das Zuordnen von Vogelpaaren üben sowie über speziell entwickelte Apps Vögel anhand ihres Gesangs bestimmen. Mit einem selbst konstruierten Nistkasten mit Webcam und Sensoren können Einblicke in das Brutverhalten von Singvögeln gewonnen und kleine Forschungsarbeiten umgesetzt werden.

Im Projekt von Almer und Hollweck ermitteln die Schüler im fiktiven Kriminalfall „Who murdered Sir Ernest“, kombinieren dazu Kenntnisse aus Chemie, Physik, Biologie und Mathematik. Bei einem Ballempfang wird der Hausherr, Sir Ernest, hinterrücks ermordet. Einziger Hinweis ist die Tonspur einer Videoaufnahme, bei der Sir Ernest mit seinen Gästen anstößt und der Klang der Gläser den Täter verrät.

Beim fächerübergreifenden „Ermitteln“ setzen sich die Schüler mit der Frequenzanalyse der Gläser und der Videoszenen auseinander. Neben der Spektroskopie lernen sie das Spektrum der Flammfärbung als Fingerabdruck der Atome kennen und untersuchen die Zusammensetzung einer Salzmischung. Anschließend werden alltägliche Lichtquellen untersucht.

„Beide Konzepte haben sich mit ihrem professionell durchstrukturierten Ansatz zum forschend entdeckenden und interdiziplinären Lernen in besonderem Maße für die Teilnahme am europäischen ,Science on Stage Festival‘ in Ungarn qualifiziert“, heißt es in der schriftlichen Würdigung.

Unter dem Motto „Inventing the Future of Science Education“ nehmen in Debrecen über 400 „MINT“-Lehrkräfte aus 30 europäischen Ländern teil.

„Ein Riesen-Hype für das LTG“ Thomas Gerl

Die erfindungsreichen Priener Pädagogen haben auf der internationalen Bühne schon Erfahrung. Vor zwei Jahren gehörten sie mit ihrer „Mission to Mars“ schon einmal zu den Siegern und gehörten zur deutschen Delegation im Jahr darauf in London. Eine Brennstoffzelle, die mit Hefe angetrieben wird und so das Antriebsproblem bei einer fiktiven Marsmission löst, überzeugte damals Jury und Kollegen. Inzwischen haben Gerl und Almer die „Mission to Mars“ schon etwa 50-mal in ganz Deutschland präsentiert.

Der gestrige Tag gehörte erstmal der Freude. „Wir sind überwältigt, das ist super, dass unser Erfolg bestätigt wurde“, sagte Gerl im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. „Das ist ein Riesen-Hype für das LTG, dass unsere kleine Priener Schule gleich zwei Projekte nach Europa trägt.“

Almer feierte den Erfolg am Nachmittag mit seinen drei Kindern bei einem großen Eis und gönnte sich und dem Nachwuchs zur Feier des Tages abends eine Pizza. „Das kommt schon überraschend, denn es gab eine ganze Reihe anderer toller Beiträge“, freute er sich. db/re