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Schlimmstenfalls drohen Schließungen

In vielen deutschen Apotheken fehlt Personal - Wie ist die Lage in Prien und Umgebung?

Auch der Priener Apotheker Dr. Clemens Reuther hat es nicht leicht, Personal für seine Apotheke zu finden.
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Auch der Priener Apotheker Dr. Clemens Reuther hat es nicht leicht, Personal für seine Apotheke zu finden.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Den Apotheken fehlt zusehends Personal. Auch in Prien und der Umgebung würden sich deren Inhaber über mehr Angestellte freuen. Aber immer seltener finden sie welche. Dies kann schlimmstenfalls dazu führen, dass die Zahl an Apotheken vor Ort zurückgeht.

Prien/Bernau – „Der Arbeitsmarkt ist angespannt, das Arbeiten in einer öffentlichen Apotheke hat nicht mehr den großen Reiz“, sagt Dr. Clemens Reuther, Inhaber der Marien-Apotheke in Prien. Bei ihm sei die Situation personell schwierig, aber noch zu handhaben. „Wie sind derzeit in einer guten Situation, aber das kann sich monatlich ändern“, sagt der Pharmazeut. Denn sobald jemand ausfalle oder gar kündige, steige der Stresspegel.

Begehrt sind sowohl die studierten Apotheker, aber auch die übrigen Berufe in diesem Bereich: die Pharmazeutisch-technischen-Assistenten (PTA) wie auch die Pharmazeutisch-kaufmännischen-Assistenten, wie Reuther schildert.

Bundesweites Personalproblem

Das bestätigt auch die Gewerkschaft der Apotheken, Adexa: „Bundesweit gibt es ein massives Personalproblem. Das betrifft sowohl größere Städte als auch ländliche Regionen und Kleinstädte“, sagt deren Bundesvorstand Andreas May auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Von Mitgliedern höre er immer wieder, wie schwierig es sei, Stellen nachzubesetzen.

Dies zeigten auch die Stellenbörsen der Apothekerkammern, bei denen wesentlich mehr Angebote als Gesuche zu verzeichnen seien. Die Gründe hierfür sind aus Sicht der Gewerkschaft zum einen die Arbeitsbedingungen, die mit Blick auf Gehalt und Arbeitszeiten nicht mehr attraktiv wirkten. Das bestätigt auch die Inhaberin der Bernauer Apotheke im Ärztezentrum, Heidi Jungbeck: Für viele stehe der Ausgleich zwischen Arbeits- und Freizeit im Vordergrund. „Deswegen kann ich kaum Leute finden, die in Vollzeit arbeiten wollen“, findet sie.

Geringere Gewinnmargen

Hinzu komme für die Apotheker, dass die Gewinnmargen über Jahre abgenommen hätten, bei steigenden Anforderungen an die Beratung der Patienten. Auch die Arbeitszeiten am Samstag und die Notdienste schreckten ab. „Die meisten wollen in die Industrie, aber auch in die Krankenhausapotheken“, berichtet der Priener Apotheken-Inhaber Reuther über den Nachwuchs bei den Pharmazeuten. Dort seien ganz andere Gehälter möglich.

Aber auch die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze lasse zu wünschen übrig, hört man sowohl von den Apothekern wie auch von den Gewerkschaften. Clemens Reuther glaubt aber auch, Apotheken-Berufe würden in den Schulen kaum mehr bekannt gemacht.

Schwierige Nachfolgersuche

Schwierig wird es für die Inhaber von Apotheken zudem, Nachfolger zu finden. „Ich glaube, das wird ein Riesenthema werden“, fürchtet Reuther. Oft funktioniere der Übergang nur, wenn ein Mitglied der Familie sich für den Beruf entscheide. Diese Entwicklung bestätigt auch die Landesapothekenkammer Bayern, die seit Jahren vorwiegend bei den selbstständigen Apothekern einen starken Rückgang verzeichnet.

Das bedeute, dass immer weniger neue Filialen öffnen, es aber auch schwerer geworden sei, Nachfolger für bestehende zu finden. In ihrer Statistik macht die Kammer seit Jahren einen Rückgang der öffentlichen Apotheken in Bayern aus.

Schon seit Jahren geht die Zahl an Apotheken in Bayern zurück.

Rotstift im Gesundheitsministerium

Ob dies tatsächlich mit den personellen Engpässen zu tun hat, erhebt die Landesapothekenkammer nicht. Jedoch: „Aufgrund unserer alltäglichen Erfahrung gehen wir allerdings davon aus, dass das Gros der Apothekenschließungen in irgendeiner Form mit Personalproblemen zu tun hat, sei es die schon angesprochene Schwierigkeit der Suche nach Nachfolgern für den Apothekenbetrieb, sei es der Mangel an geeigneten Bewerbern bei der Personalsuche. Insbesondere im ländlichen Raum ist die Lage hier oft schwierig.“

Und sowohl die Apotheken-Gewerkschaft wie auch die Landesapothekenkammer Bayern appellieren an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern. „. Aber ich fürchte, der Rotstift sitzt im Bundesgesundheitsministerium immer noch lockerer als die offene Geldbörse, was die Apotheken betrifft“, gibt sich Adexa-Bundesvorstand Andreas May pessimistisch.