„Prien hoid zam“ soll Einkauf am Ort fördern - Aktion der Prien Marketing

Auf Abstand im Verkaufswagen: Die Chiemsee-Fischerei Stephan arbeitet mit Hinweisschildern für die Warteschlangen und fordern das Abstandsgebot von eineinhalb Metern bei den Kunden ein. Gleich mehrer Aktionen gibt es, die den Priener Einzelhandel in der Corona-Krise helfen sollen. Berger
+
Auf Abstand im Verkaufswagen: Die Chiemsee-Fischerei Stephan arbeitet mit Hinweisschildern für die Warteschlangen und fordern das Abstandsgebot von eineinhalb Metern bei den Kunden ein. Gleich mehrer Aktionen gibt es, die den Priener Einzelhandel in der Corona-Krise helfen sollen. Berger

Die Auswirkungen der Corona-Krise für den Priener Einzelhandel sind jetzt schon konkret spürbar. Richtig sichtbar könnte es aber erst in Monaten werden, wenn Geschäfte nicht mehr öffnen, weil sie den Ausfall nicht überlebt haben. Damit dem nicht so ist, hat Prien Marketing Kampagnen gestartet.

von Silvia Mischi

Prien – „Gutes direkt vom Hof“ zeigt die Hofläden und Direktvermarkter, die auch im Corona-Katastrophenfall regionale Produkte anbieten auf. „Backfisch zum Mitnehmen, Mittagstisch mit regionalen Speisen, Milch heimischer Kühe vom Automaten, verschiedenste Produkte aus Getreide sowie legefrische Freilandeier – in Prien und Umgebung gibt es zahlreiche gesunde Lebensmittel, die direkt beim Erzeuger gekauft werden können“, betont Prima-Geschäftsführerin Andrea Hübner.

„Gutes direkt vom Hof“ wird nach wie vor angeboten

Und weiter: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es essenziell, regionale Produkte und die heimische Landwirtschaft zu fördern.“ Wie berichtet, hat die Prien Marketing GmbH die Broschüre „Gutes– direkt vom Hof!“ herausgegeben, in der sich 14 Priener Lebensmittelerzeuger, die ihre Ware direkt ab Hof zum Verkauf anbieten, vorstellen.

Viele Einzelhändler haben bereits einen Lieferservice

Die zweite Kampagne „Prien hoid zam“ widmet sich dem Kampf gegen den weltweiten Online-Handel. „Denn viele Geschäfte bieten eine Abhol- und Lieferservice an. Sie haben auch Onlineshops und jeder kann darüber einkaufen und damit seinen Beitrag leisten, dass die Priener Einzelhändler überleben können“, so Hübner gegenüber unserer Zeitung. Dazu gibt es auf der Tourismus-Seite einen Link mit allen Geschäften, die trotz Corona-Schließung für den Kunden digital oder via Lieferservice parat stehen. „Denn Gutscheine oder Ostergeschenke und Co. können schon Hilfen für die Ladenbesitzer sein“, so Hübner. Sie stößt damit beim Gewerbeverein „Prien Partner“ auf offene Türen. „Die derzeitigen Beschränkungen beeinflussen unser wirtschaftliches und soziales Leben massiv“, erklärt der Vorsitzende des Gewerbevereins „Prien Partner“, Dr. Herbert Reuther.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die Schließung von Geschäften und Tourismusbetrieben und deren Zulieferer könnte noch dramatische Auswirkungen auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Klima haben. „Die Folgen sind heute noch nicht abschätzbar- die Herausforderungen für uns alle enorm. Hoffentlich hilft die politisch wirtschaftliche „Intensivmedizin“ von Bund und Ländern, damit die Wirtschaft bald die „Intensivstation“ wieder verlassen kann“, so Reuther. Und weiter: „Jetzt müssen wir zusammenhalten, die Herausforderungen annehmen um die gegenwärtige Situation zu meistern, jedoch auch zu überlegen wie wir später gestärkt aus der Krise herauskommen“, kündigt er für den Einzelhandel in Prien an.

Online-Auftritte zeitgemäß und aktuell gestalten

Deshalb hat der Vorstand der Prien Partner bereits einiges in die Wege geleitet: Die Hälfte des Mitgliedsbeitrages wird als kleines materielles Trostpflaster zurückerstatten. Gespräche mit Bürgermeister Jürgen Seifert mit dem Ziel, nach der Krise das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wieder anzukurbeln, laufen. Motto: „Nicht kleckern, sondern Klotzen“. Bürgermeister Jürgen Seifert erinnert hierbei an ein dreistufiges Modell von Finanzministerium, Städtetag und der Regierung von Oberbayern. Sofortmaßnahmenpakete des Freistaats und des Bundes richten sich an Unternehmen, Einzelbetriebe und Dienstleister, die durch die Vollschließung in existenzbedrohliche Situationen geraten. Sind diese Unterstützungen ausgeschöpft, kann die Gemeinde noch unbürokratisch Stundungen helfen.

Lesen Sie auch: Genuss fängt am Hof an: Direktvermarkter und Prien Marketing geben Verzeichnis raus

Zudem ist laut Reuther für viele Einzelhändler die Zeit, den Online-Auftritt der Geschäfte und Betriebe zu aktualisieren und zeitgemäß zu gestalten. Professor Dr. Brigitte Kölzer, die die Priener Geschäftswelt schon seit einem dreiviertel Jahr begleitet, leiste dabei Hilfestellung und würde sich um die Umsetzung/Kalkulation eines Fremddienstleisters kümmern. „In einem Vorgespräch mit ihr würden die anfallenden Gesamtkosten ab 500 Euro pro Betrieb liegen.“, so Reuther. Auf Anregung der Prien Partner würde die TH Rosenheim das Einkaufverhalten während der Krise untersuchen, analysieren und Handlungsvorschläge erarbeiten. Informationen beziehungsweise Antrag für Förderungen aufgrund der Corona Krise sind ebenfalls beim Gewerbeverein erhältlich.

Malwettbewerb für Kinder ist ebenfalls in Planung

Denn es gelte: Den Kunden zu vergegenwärtigen, in dieser Zeit nicht lokal – auch online – einzukaufen, und den Prienern Geschäften die überlebenswichtige Treue zu halten. Die dritte Kampagne der Prien Marketing GmbH richtet sich an die jüngsten Bürger Priens. „Wir wollen ein digitales Kinderprogramm anbieten“, kündigt Andrea Hübner an. Dies beinhalte unter anderem online Bastelanleitungen, Videos mit dem Kasperl sowie einen Malwettbewerb zum Thema „Dein schönster Frühling in Prien“.

Mehr zum Thema

Kommentare