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GEMEINDE KAUFT ZWEI KLASSENSÄTZE

Prien: Grundschüler lernen künftig mit Tablets

Nicht Laptops wie teils aktuell , sondern Tablets – einheitlich aufgerüstet – sollen Dritt- und Viertklässler demnächst in diedigitale Welt einführen. Das Medium soll im Unterricht in vielerlei Hinsicht eingebunden werden.
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Nicht Laptops wie teils aktuell , sondern Tablets – einheitlich aufgerüstet – sollen Dritt- und Viertklässler demnächst in diedigitale Welt einführen. Das Medium soll im Unterricht in vielerlei Hinsicht eingebunden werden.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Die Digitalisierung schreitet mehr und mehr voran. Jetzt erhält sie auch vermehrt Einzug in die Grundschulen. Entsprechende Lehr- und Lernaufgaben sind im aktuellen Lehrplan enthalten. Doch dafür benötigt die Grundschule Prien mit ihrer Filiale in Wildenwart Equipment. Tablets sollen angeschafft werden.

Prien – Rektorin Claudia Decker hielt in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Vortrag über Nutzen, vielfältige Einsatzmöglichkeiten, Kosten und Vorgaben des Schulamts und des Kultusministeriums. „Die Corona-Krise hat die Digitalisierung an Schulen wie ein Katalysator angeschoben“, erläuterte Decker den Räten. Dabei sei der gesunde und richtige Gebrauch wichtiger denn je und gehöre auch entsprechend gelehrt. „Medienkompetenz ist künftig eine Schüsselqualifikation, die alle Kinder – unabhängig von Herkunft und monetärem Hintergrund zusteht“, so Decker.

Förderetat vorhanden

Digitale Bücher statt Hefteinträge oder Referate, QR-Code und kleine Podcasts würden bald zum Alltag eines Dritt- und Viertklässlers gehören. Hierfür gibt es einen Medienetat der Regierung, welche Digitalisierungsmaßnahmen mit bis zu 90 Prozent fördere. Zehn Prozent trägt die Gemeinde. Summasummarum sind aus diesem Fördertopf 143 000 Euro für Prien eingeplant. „Daraus bestücken wir Klassenzimmer mit WLAN, digitalen Tafeln, Dokumentenkameras et cetera“, schlüsselte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) auf.

Corona-Krise als Katalysator

Deshalb habe der Gemeinderat zunächst darüber zu entscheiden, ob er in Tablets und den Etat dafür von maximal 25 000 der 143 000 Euro generell investieren wolle oder die Gelder anderweitig in digitales Werkzeug in der Schule verwendet werden sollen. 20:2 Stimmen fiel dabei die Entscheidung nach langer und kontrovers geführter Diskussion aus.

Kostenpunkt für einen Klassensatz bestehend aus 30 Tablets und zwei Koffern inklusive Ladegeräte und Support einer Firma liegt bei 24 0000 Euro und würde den Fördertopf ausschöpfen. „Gerechtigkeit für Wildenwart“ war dabei Friedrich wichtig: „Wir können die Depandance in Wildenwart nicht zurücklassen.“ Aber das bedeutet, dass Prien weitere 24 000 Euro zahlen muss, um auch dort einen Klassensatz zur Verfügung stellen zu können. Denn einer geteilten Nutzung (zwei Schüler ein Tablet) oder nur einem Angebot für Priener Schüler erteilte der Gemeinderat und Friedrich mit 15:7-Stimmen eine Absage und billigte zugleich die Ausgaben der Gelder.

Kontroverse Diskussion

Kontrovers ging die Diskussion im Gremium dabei hin und her: Die Notwendigkeit, dass Grundschüler schon „so viel Medienarbeit und digitale Aufgaben leisten sollen, erschloss sich einigen Ratsmitgliedern in nicht. Sie wünschten sich, dass Kinder lieber mit Stiften auf Papier schreiben oder in der Erde wühlen. Diese Ansicht vertrat unter anderem Sonja Werner (Grüne). Auch Fraktionskollegin Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Grüne) sieht die digitale Entwicklung in Grundschulen problematisch und kündigte an, deshalb auch dem Ansinnen ablehnend gegenüber zu stehen: „Ich wünsche mir Lernen mit allen Sinnen.“

Kraus (CSU) hob die Bedeutung der digitalen Medien und die Wichtigkeit für die Zukunft der Schüler heraus. Fluch und Segen der Digitalisierung bräuchte man nicht diskutieren, mahnte Ulrich Steiner (Die Grünen). Es gehe darum: „Geräte ja oder nein“. Sepp Schuster (AfD) erkundigte sich, ob nicht die Tablets der Eltern verwendet werden könnten. Dem erteilte Rektorin Decker eine Absage. Virenschutz, Zugriffssperren und Apps würden zentral installiert und betreut.“ Es muss ja alles miteinander kompatibel sein“, ergänzte sie.

Testphase geplant

Die Schule plant laut decker nach der Testphase dieser Tablets im Unterricht, dass Eltern ihren Kinder ein solches Tablet kaufen oder für monatlich 20 Euro die Nutzung zuhause für Arbeiten ermöglichen. „Hier kann der Förderverein auch unterstützen“, so Decker. Sie geht aber davon aus, dass in fünf bis acht Jahren das Tablet zur Schultüte und Schulranzen dazugehört.

Technik im selber machen erarbeiten

CSU-Fraktionssprecherin Anette Resch und Micahel Anner (CSU) sprachen sich für die Tablets aus. Warum diese nicht transportabel sind, leuchtete zwar Anner eigenen Angaben zufolge nicht ein, wenn die Klassensätze schon in Koffern verpackt würden.

Aber generell forderten Resch und er, dass zwei Klassensätze gekauft werden sollen. Man müsse Technik im Selbermachen lernen und üben. Angela Kind (Grüne) missfiel die Tatsache, dass der Freistatt den Kauf der Tablets einfach bei den Kommunen ablade.

Gekauft werden sollen Ipads. Diese seien wegen der Software besser, verfüge über kindgerechtere Apps und Angebote und habe sich bayernweit bei den Lehrern bewährt.

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