Prien: Grüne und ÜWG sind Wahlsieger – BfP, SPD und FP halbieren sich

Akkordarbeit hatten die Wahlhelfer in der nacht auf Sonntag zu absolvieren.
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Akkordarbeit hatten die Wahlhelfer in der nacht auf Sonntag zu absolvieren.

Viele neue Gesichter wird er haben, der Marktgemeinderat Prien ab Mai. Die Kommunalwahlen haben für frischen Wind im Gremium gesorgt und mit den Freien Wählern sowie der AfD auch neue Parteien darin. Mit 36,1 Prozent und 42374 der absoluten Stimmen bleibt die CSU laut vorläufigem Amtsergebnis die stärkste Kraft.

von Silvia Mischi

Prien – Acht Sitze hat sie in der neuen Legislaturperiode. Fraktionsvorsitzender Michael Anner zum Ergebnis: „In Anbetracht der vielen Gruppierungen im Gemeinderat sind wir mit neun Sitzen zufrieden. Klar wäre unser Ziel zehn Plätze gewesen.“ Das man alle bisherigen Gemeinderäte, die wieder angetreten waren, wieder ins Gremium gebracht habe, zeuge von Konstanz der CSU und „von einer Zufriedenheit der Wähler mit unserer Arbeit“, so Anner.

Vier Einzelkämpfer künftig im Gremium

Zweitstärkste Kraft sind dann die Grünen. Sie haben künftig fünf Sitze statt der bisherigen zwei. Fraktionsvorsitzende Angela Kind freut sich „unglaublich über die vielen Sitze und über das persönliche Ergebnis von Platz 9 auf Platz 5. Als Team wollen wir für Umwelt, Klimaschutz und Co: uns einsetzen.“ Die drittmeisten Mandate hat die ÜWG: vier an der Zahl. Der dazugewonnene Sitz freut den ÜWG-Fraktionsvorsitzenden Peter Fischer junior. „Mit dieser Hoffnung sind wir in die Wahl gegangen. Auch dass unser Kandidat in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt ist, erfreut sehr.“

Die „Bürger für Prien“ wiederum „halbieren sich“ von vier Sitzen auf zwei. Eva-Maria Munkler ist über den Verlust der Mandate „traurig“. Zu zweit stemme man jetzt das „Paket“. „Ich freue mich über meine Kollegin, die mich künftig unterstützen wird.“ Eine bunte Vielfalt ist künftig im Gemeinderat vertreten.

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Als Bürger für Prien wolle man zusammen mit den anderen Parteien die Gemeinde voranbringen. Das Miteinander zähle. Die weiteren Parteien im Gremium werden zu „Einzelkämpfern“. So verliert die SPD zwei Mandate und die Freien Priener eines. Fraktionsvorsitzender Thomas Ganter zufolge war zu erwarten, dass bei mehreren Gruppen für die jeweiligen Parteien kleinere Stücke vom Kuchen abfallen. Die Grünen müssten jetzt liefern. „Ich schäme mich aber, dass jetzt die AfD in Prien im Gemeinderat vertreten ist“, so Ganter. FP-Fraktionsvorsitzender Martin Aufenanger (FP) dazu: „Die Wahl ist ausgegangen, wie erwartet. Wir haben damit gerechnet, dass die Freien Wähler von uns Stimmen bekommen, da wir eventuell mit ihnen verwechselt wurden. Ich freue mich aber wieder auf sechs spannende kommunalpolitische Jahre“, so Aufenanger.

Neu im Gremium sind die Freien Wähler und die AfD mit jeweils einem Sitz – Hier haben sich die beiden Bürgermeisterkandidaten Michael Voggenauer und Sepp Schuster ihren Platz im Gemeinderat gesichert.

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Beide betonen, wie stolz sie sind, bei ihrer kommunalpolitischen Premiere es gleich in den Gemeinderat geschafft zu haben. Das sei für sie persönlich sowie ihre Partei ein Erfolg.

5338 der 8844 Stimmberechtigten haben ihre Kreuze gesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,4 Prozent. Ungültig waren dabei 116 Unterlagen. Die Briefwahl wurde dabei rekordverdächtig oft genutzt: Kapp 4000 Stück wurden letztlich ausgegeben. Die Wahlhelfer in den Briefwahllokalen hatten dabei dreifach so viel Arbeit wie in den anderen Stimmbezirken. „Die Briefwahl war enorm“, so Wahlleiter Alfons Kinne. Er sei auf sein Team und die Helfer überaus Stolz.

Spontane Helfer auf Abruf

Am Vorabend zur Wahl und am Wahltag selbst hatten noch circa 25 eingeteilte Wahlhelfer abgesagt. „Hier habe ich dann bei den Parteien spontan 15 Unterstützer gefunden, die sagten, dass sie in zehn Minuten da seien, wenn ich mich melde, weil Not am Mann herrsche“, so Kinne. Ansonsten sei alles glatt verlaufen und die Reaktionen der Bürger in den Wahllokalen sei durch die Bank weg positiv gewesen.

Kinne war – nach mehreren Tassen Kaffee und Aufräumarbeiten der Mann, der das Wahlergebnis zur obligatorischen Prüfung ins Landratsamt Rosenheim brachte. Für die Stichwahl am 29. März sei man bereits gerüstet. Jetzt gelte es nur, etwaige Anweisungen vonseiten der Staatsregierung wegen Corona abzuwarten.

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