Prien: Einkaufsdienst wird ausgeweitet - Priener melden sich als Paten

Ein Teil der Freitags-Ausfahrer des Priener Einkaufsdienstes sind (von links) Konrad Riepertinger, Wilis Rötscher und Hanne Sykora. Sie holen die bestellten Waren ab und bringen sie zu den älteren Priener Bürgern. Mischi/re

Die einen horten Klopapier und machen Hamstereinkäufe. Andere wiederum engagieren sich ehrenamtlich und kaufen für ältere Bürger oder kranke Personen ein. Seit mittlerweile über zehn Jahren – damals auf Initiative der zweiten Bürgermeisterin Renate Hof – entstanden, gibt es den Einkaufsdienst in Prien.

Prien– „Er ist ein beeindruckendes Beispiel des sozialen Priens“, betont der jetzige Zweite Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster gegenüber unserer Zeitung. Dass die ehrenamtlich Aktiven nicht rasten, beweist die Tatsache, dass sich der Dienst ein „zweites Standbein“ zulegt.

Bürger melden sich und bieten ihre Hilfe an

Angestoßen durch Mails von Bürgern, die sich aufgrund von Freistellungen und Co. ehrenamtlich sozial engagieren wollen, wird es einen zusätzlichen Einkaufsdienst – losgelöst von dem bisherigen am Freitag – geben. „Ich finde diese freiwilligen Angebote der Solidarität eine ganz tolle Sache“, freut sich Schuster. Mehre Paten haben sich bereits gemeldet, neue sind zudem jederzeit willkommen. Gerade Erledigungen außerhalb des bisherigen Einkaufsfeldes – in Bioläden, Apotheken und Drogerien würden jetzt wichtig und gewünscht sein. „Wir stehen zusammen und sind für die Schwächeren da“, untermauert auch Burgi Mouratian.

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Sie kennen einen Einkaufsdienst oder einen anderen Hilfsdienst, der sich vor Ort um Menschen kümmert, die besonders von der Coronakrise betroffen sind? Schreiben Sie uns eine E-Mail mit den Kontaktdaten an redaktion@ovb-online.de. Weitere Hilfsangebote in der Region finden Sie hier.

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Sie ist seit knapp zehn Jahren Koordinatorin des Einkaufsdienstes. Fünf Fahrer sind freitags dann in der Kommune und den Außenbereichen auf mehreren Touren verteilt unterwegs. Bis dato lief der Ablauf wie folgt: Annahme von Bestellungen bei Edeka Kaltschmid mittwochs, 9 bis 13 Uhr unter Telefon 0 80 51/9 65 17 78 und dann die Lieferung am Freitagvormittag durch den ehrenamtlichen Fahrdienst. „Die Zusammenarbeit ist super und klappt auch gut“, betonen Mouratian und Schuster einhellig. Angesichts von Corona soll aber das Angebot aufgrund des gestiegenen Bedarfs ausgeweitet werden. Dafür können sich Menschen, die nicht selbst zum Einkaufen kommen sowie Paten montags bis donnerstags von 9 bis 11 Uhr direkt bei Burgi Mouratian unter Telefon 0 80 51/51 08 melden.

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Sie vermittelt dann den jeweiligen Einholer mit der entsprechenden Erledigung. Denn nicht jede Besorgung kann ohne Auto erfolgen, wohingegen eine Apotheken-Bestellung oder Rezept-Abholung auch per Rad möglich sei. Zu Beginn soll der erweiterte Einkaufsdienst ebenfalls einmal pro Woche erfolgen. Eine Ausweitung auf zweimal pro Woche wäre denkbar. Notfälle seien natürlich davon ausgenommen. „Die Freude und Dankbarkeit, die wir seit zehn Jahren erfahren, ist berührend“, so die Koordinatorin. Für die Freitagstouren, die insbesondere aufgrund ihres Alters zur Corona-Risikogruppe gehören, hat sie für die Fahrer nun auch Mundschutze erhalten. „Diese sind als Vorsichtsmaßnahme zu sehen, da wir oftmals die Waren nicht nur an der Tür abgeben, sondern auch beim Einräumen oder die Treppe hinauf tragen helfen“, beschreibt sie. Normalerweise erfolge die Abwicklung an der Tür. Zugleich werde die Kiste der Vorwoche wieder mitgenommen.

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