Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Chefin der Prien Marketing im Interview

Ein Dampfer in unruhigen Gewässern? So geht es dem Priener Tourismus heuer

Viele Tagesausflügler kommen mit dem 9-Euro-Ticket an den Chiemsee und fahren dann mit dem Dampfer auf die Inseln.
+
Viele Tagesausflügler kommen mit dem 9-Euro-Ticket an den Chiemsee und fahren dann mit dem Dampfer auf die Inseln.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
    schließen

Der dritte Corona-Sommer, ein Krieg in Europa und gestiegene Preise: Wie geht es dem Priener Tourismus, an dem viele Arbeitsplätze hängen? Und kommt der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel? Wir haben mit Andrea Hübner, Chefin der Prien Marketing GmbH gesprochen.

Prien – Der dritte Corona-Sommer, Inflation und Flughafenchaos – wie wirkt sich das alles auf den Tourismus in Prien aus? Das haben die OVB-Heimatzeitungen Andrea Hübner gefragt. Die Chefin der Prien Marketing GmbH (PriMa) zeigt sich optimistisch und verrät, ob ein Weihnachtsmarkt auf der Fraueninsel kommen wird.

Wie haben sich die Übernachtungszahlen heuer in Prien entwickelt?

Wir haben die Übernachtungszahlen ausgewertet und verglichen mit dem Jahr 2019, das vor Corona ein sehr gutes Übernachtungsjahr war. Bei den Übernachtungen sind es sechs Prozent weniger, bei den Ankünften sind es 13 Prozent weniger. Das sind trotz des leichten Rückgangs wirklich Spitzenzahlen. Es muss schließlich auch bedacht werden, dass die ganze Welt wieder bereisbar ist. Inzwischen sind wir eine bekannte und beliebte Destination und sehr gut nachgefragt.

Inwiefern ist das Buchungsverhalten anders als vor der Pandemie?

Unsere Beobachtung ist, dass die Urlauber sehr viel kurzfristiger buchen. Aus diesem Grund ist das Tourismusbüro auch samstags geöffnet und das wird sehr gut angenommen. Wir erleben immer wieder, selbst im Hochsommer, dass Menschen zu uns kommen und kurzfristig noch ein Zimmer suchen. Das liegt teils am Wetter, aber auch teils an Corona.

Außerdem schließen auffällig viele Gäste eine Reiseversicherung ab. Das liegt sicherlich noch an den vielen Unwägbarkeiten rund um Corona.

Hat sich auch etwas an der Gästestruktur verändert?

Mein Eindruck ist, dass immer mehr junge Menschen, gerade auch junge Familien, Prien für sich entdecken. Wobei die Hoteliers darauf achten, dass es eine Mischung ist, da sie weder reine Kinderhotels noch Wellnesshotels sein wollen. Immer mehr Gäste bringen auch ihren Hund mit.

Andrea Hübner zeigt den Prospekt mit den Radtouren der PriMa.

Die Befürchtung war groß, dass viele Gastgeber aufgrund der Lockdowns aufhören müssen. War das der Fall?

Weder bei den Hotels, noch bei den Campingplätzen war das der Fall. Von den gewerblichen Anbietern hat keiner aufgegeben. Bei den Ferienwohnungen gibt es immer wieder mal Schwankungen, auch weil einige Vermieter mal fest vermieten oder aus anderen Gründen nicht mehr weiter machen wollten. Dafür sind andere dazugekommen. Einige Gastgeber haben die Zeit auch für Renovierungen genutzt.

Wie optimistisch sind Sie für den Herbst?

Ich kann mir sogar vorstellen, dass wir auf das Niveau von 2019 kommen, wenn der Herbst warm und sonnig ist. Beispielsweise kommen heuer sehr viele Camper. Ich könnte mir vorstellen, dass das im Herbst noch zunimmt. Zumal Campen wetterabhängig ist.

Spüren Sie im Tourismus schon die Ukraine-Krise und die Inflation?

Am Reiseverhalten merken wir es noch nicht. Mein Eindruck ist eher, dass sich jeder denkt, die Chance nach dem Corona-Winter zu nutzen, in den Urlaub zu fahren. Bei den Ferienwohnungen im Winter könnte das schon ein Thema werden. Schließlich ist es ein Aufwand, zu heizen, wenn vielleicht nicht jede Woche vermietet wird.

Profitiert Prien bei den Tagestouristen vom 9-Euro-Ticket?

Es sind definitiv sehr viele Tagestouristen hier, die mit dem Zug anreisen. Das erleben wir bei unserer täglichen Arbeit, aber ist ist auch im Ortsbild erkennbar. Besonders an Samstagen erkundigen sich viele 9-Euro-Touristen bei uns, was man unternehmen kann.

Nun entstehen am Chiemsee neue Hotels, die einerseits qualitativ sehr hochwertig sein sollen. Andererseits sehen viele Einheimische diese Entwicklung mit Sorge. Was ist Ihr Standpunkt?

Der Tourismus hat im Chiemgau einen ganz hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Die Region muss sich weiterentwickeln. Das heißt nicht „höher, schneller, weiter“, aber an der Qualität zu arbeiten, ist wünschenswert. Die Arbeit der Prien Marketing GmbH zielt ebenfalls darauf, das Niveau durch verschiedene und hochwertige Angebote zu heben.

Viele Städte schließen ihre Bäder und Saunen aufgrund der Gaspreise. Sollte das auch in der Region kommen, was bedeutet das für den Tourismus?

Für die Betreiber der Bäder ist das bitter. Es hängen schließlich viele Arbeitsplätze und somit Menschen und Familien daran. Gleichzeitig muss der Gedanke des vernünftigen Sparens im Fokus stehen. In diesem Zusammenhang beschäftigt uns derzeit auch gerade die Weihnachtsbeleuchtung. Dennoch bin ich verhalten optimistisch: Wir haben eine sehr schöne Landschaft und andere attraktive Schlechtwetter-Angebote, welche unsere Gäste zu schätzen wissen.

Die PriMa organisiert auch die Christkindlmärkte in Prien und auf der Fraueninsel. Was sind hier die Planungen?

In Prien wollen wir den Christkindlmarkt räumlich etwas entzerren und auf drei Flächen gehen: auf den Wendelsteinplatz, den Marktplatz und in den Kurpark. Auf der Fraueninsel soll der Markt nach derzeitigen Planungen stattfinden, und zwar an mehr Tagen. Bislang war der Markt immer am ersten und zweiten Advent jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag. Künftig soll er aber auch schon am Donnerstag öffnen. Das wurde bereits im Vorjahr so geplant, allerdings konnte der Markt dann wegen Corona nicht stattfinden.

Mehr zum Thema

Kommentare