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Erlebnisbad „ist ein Aushängeschild“

Das Herz des Prienaveras ist angeschlagen: So soll seine Zukunft gesichert werden

Im Innersten des Priener Aushängeschilds – Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) und Dirk Schröder, Geschäftsführer der Chiemsee Marina GmbH und damit auch des Prienaveras, beim Ortstermin der Chiemgau-Zeitung.
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Im Innersten des Priener Aushängeschilds – Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) und Dirk Schröder, Geschäftsführer der Chiemsee Marina GmbH und damit auch des Prienaveras, beim Ortstermin der Chiemgau-Zeitung.
  • Oliver Lang
    VonOliver Lang
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In Zeiten, in denen viele Gemeinden ihre öffentlichen Bäder schließen, nimmt Prien nun sehr viel Geld in die Hand, um die Zukunft des Prienaveras zu sichern. Diese Maßnahmen werden nun ergriffen.

Prien – Es ist ein Ortstermin, der die Chiemgau-Zeitung tief ins Innere des Prienaveras führt – und bei dem Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) klare Worte findet. „In Zeiten, wo viele andere Gemeinden ihre öffentlichen Bäder schließen, tun wir alles dafür, das Prienavera zukunftsfähig zu machen.“

Entscheidung fiel nicht leicht

Dieses „alles“ lässt sich genau beziffern. Die Gesamtkosten für die anstehenden und seit Längerem geplanten Sanierungsmaßnahmen betragen nach derzeitiger Schätzung rund sechs Millionen Euro netto. Rund 2,4 Millionen davon werden gefördert durch den Bund und den Freistaat Bayern.

„Bald wird‘s spannend“

Mit dieser Entscheidung habe sich der Gemeinderat nicht leichtgetan, so Friedrich. Bereits vor den aktuellen Teuerungen im Energiesektor habe die Gemeinde pro zahlendem Besucher rund vier Euro drauf gelegt für den Unterhalt des Erlebnisbades. Die derzeitigen Strom- und Gaslieferverträge sind zwar noch bis Ende 2023 zu festen, relativ günstigen Preisen fixiert, doch „danach wird es spannend“, wie Andreas Friedrich freimütig zugibt.

Große Bedeutung für Prien

Und nun müssen also einige Millionen Euro in die Generalsanierung investiert werden. Doch, wie Andreas Friedrich betont: „Das Prienavera ist wichtig für Prien. Es ist ein Aushängeschild und einzigartig rund um den Chiemsee. Es verschafft Prien ein Alleinstellungsmerkmal.“

Pro Jahr würden zwischen 150 000 und 190 000 Besucher ins Bad kommen. Damit sei es ein wichtiger Faktor für den Tourismus. Mindestens genau so wichtig sei das Prienavera aber für die Bevölkerung. Das Bad nutzen derzeit 34 Schulklassen für ihren Sportunterricht sowie 21 Sportgruppen – teilweise privat oder vereinsorganisiert – fürs Training oder für Aquagymnastik.

Man versteht sich offensichtlich

„Wir befinden uns hier im Grundwasserbereich“, erklärt Prienavera-Geschäftsführer Dirk Schröder zu Beginn des Ortstermins in den „Eingeweiden“ des Bads und fügt mit ironischem Lächeln hinzu: „Die Gemeinde hat schon vor 23 Jahren, als das Prienavera gebaut wurde, gespart.“ Darum heiße es nun „Kopf einziehen“. Priens Bürgermeister kommentiert diesen Seitenhieb mit einem – schrägen – Lächeln.

Die Pumpen laufen seit 23 Jahren durch und sind teils extrem korrodiert.

Kernkomponenten des Systems sind „durch“

Zu den anstehenden Arbeiten führt Schröder aus: „Nach 23 Jahren Dauerbetrieb sind vor allem die Pumpen und auch die Belüftungsanlagen durch.“ Das ist gut erkennbar. Einige der Umwälzpumpen zeigen sogar an der Oberfläche massive Korrosionsschäden. Die Becken fassen rund eine Million Liter Wasser, das ständig erneuert, mit riesigen Sandfiltern gereinigt und mittels Chlor und Ozon entkeimt werden muss. Die Belüftungsanlagen würden mit Schallgeschwindigkeit laufen, so Schröder. Ihr ununterbrochener Einsatz sei notwendig, um die aggressive Chlorluft konstant abzuführen und die Wärme gleichmäßig zu verteilen. In der letzten Marktgemeinderatssitzung wurde einstimmig beschlossen, die Lüftungstechnik für rund 1,95 Millionen Euro zu vergeben.

Moderne Technik bringt auch Ersparnis

Die neuen Pumpen etwa seien intelligent und könnten nun situationsangepasst arbeiten, was den Energieverbrauch deutlich reduzieren würde. Durch die Generalsanierung soll der Strombedarf um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Aktuell befindet sich das Prienavera in der Revision, die Ende nächster Woche abgeschlossen sein soll.

Ob es wirklich wird?

Dann öffnet das Prienavera wieder bis Ende Februar. Abgeschlossen soll die Generalsanierung zum August sein. Andreas Friedrich zeigt sich vorsichtig, ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, was Dirk Schröder mit einem „Das wird schon!“ kommentiert.

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