VON NACHRICHT ÜBERRASCHT

Pfarrer Klaus Hofstetter aus Prien abberufen, zweiter Seelsorger verlässt die Region ebenfalls

Pfarrer Klaus Hofstetter wird Prien verlassen. Berger
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Pfarrer Klaus Hofstetter wird Prien verlassen. Berger
  • Anton Hötzelsperger
    vonAnton Hötzelsperger
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Schlechte Nachrichten für die Katholische Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ in Prien und die Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf: Pfarrer Klaus Hofstetter und Pater Joshy verlassen zum 1. September ihren Wirkungskreis.

Prien/BadEndorf/Chiemsee – Einen heftigen Paukenschlag hat es am Wochenende für die Priener Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ sowie für die Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf gegeben: Ab 1. September werden sich Pfarrer Klaus Hofstetter und Kaplan Joshy beruflich verändern und ihren bisherigen Wirkungskreis verlassen. Die Nachricht wurde am Wochenende in den Gottesdiensten in den Kirchen der Pfarrverbände und im Altenheim St. Josef in Prien bekannt gegeben.

Vorab die Mitarbeiter informiert

Unmittelbar vor der öffentlichen Bekanntgabe hatte Pfarrer Hofstetter seine Mitarbeiter und ehrenamtlich Engagierten in den beiden Verwaltungs- und Haushaltsverbänden informiert. Er werde auf Bitten von Kardinal Marx eine neue Aufgabe in der Diözese übernehmen, so Hofstetter in dem Schreiben. Diese sei eine im Erzbistum bestehende Stelle, die inhaltlich neu ausgerichtet werden soll. Darüber werde derzeit beraten. Seine zukünftige Aufgabe werde zu gegebener Zeit bekannt gegeben, hieß es weiter.

Auch Pater Joshy wird eine neue Aufgabe übernehmen.

Pater Joshy werde auf Bitte der Ordensoberen die Leitung der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt in Marienthal, Hamminkeln, im Bistum Münster übernehmen und zudem Mitglied eines Klosters der Deutschen Karmelitenprovinz werden.

Bekanntgabe sorgte für große Überraschung

Natürlich sorgte die Bekanntgabe für große Überraschung nicht nur in Kreisen der Gläubigen. Die Priener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Regina Seipel bedauert diese Zäsur. „Mit dem gleichzeitigen Weggang wird eine kontinuierliche Arbeit unterbrochen, Themen des neuen Pastoralkonzeptes werden gestoppt und es bleibt die Frage, wie es weitergeht.“

Auch Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) zeigte sich betroffen. „Pater Joshy und Pfarrer Klaus Hofstetter haben dafür gesorgt, Kirche und Glaube in Prien wieder näher an die Menschen zu bringen“, sagte Friedrich unserer Zeitung. „Von zahlreichen Veränderungen im Pfarrverband haben sie sich nie unterkriegen lassen und sich mit ihrer offenen und herzlichen Art, mit Witz und Elan den stets gestiegenen Herausforderungen gestellt.“ Er werde die Beiden vermissen, ihnen aber zugleich wünschen, dass sie in ihren neuen Aufgabenbereichen ebenso viel Zuspruch erfahren werden, wie hier in Prien, so Friedrich.

Von Entscheidung nicht überrascht

Für Karl-Friedrich Wackerbarth, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Prien, kommt diese Entscheidung nicht ganz überraschend, wie er der Chiemgau-Zeitung auf Anfrage sagte. „Nachdem für mich sehr früh klar war, welch toller Kollege Pfarrer Klaus Hofstetter ist, wusste ich, dass er irgendwann für höhere Aufgaben abgezogen wird. So wie er mit Menschen umgeht, wie er sich für die Ökumene engagiert, wie partnerschaftlich er es geschafft hat, das Team in der katholischen Schwestergemeinde zu formen, war es nur eine Frage der Zeit“, sagte Wackerbarth. „Ich verliere nicht nur einen großartigen Kollegen und Freund der Ökumene, sondern auch einen persönlichen Freund.“

Nachfolgeregelung noch offen

„Der Weggang von Pfarrer Hofstetter und Pater Joshy reißt aus meiner Sicht ein großes Loch in das soziale Gefüge des Pfarrverbandes“, sagte gestern Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU). „Ich bedaure diese Entscheidung des Bistums sehr. Beide sind so menschennah und haben den Pfarrverband in einer unglaublichen Art und Weise belebt und auch viele junge Leute wieder dazu motiviert, sich in der Kirche zu engagieren“, so die Bürgermeisterin.

Viele Kirchenbesucher hätten enttäuscht die Köpfe geschüttelt, als in der Sonntagsmesse die entsprechende Mitteilung verlesen wurde, berichtete gestern Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer (CSU). „Für die Gläubigen in unseren beiden Pfarrverbänden wird es schwer, erneut auf zwei wichtige Seelsorger verzichten zu müssen. Beide Persönlichkeiten werden sehr fehlen. Für ihre neuen Wirkungsstätten wünsche ich ihnen viel Erfolg.“

Von der Pressestelle des Ordinariats wie auch von den kirchlichen Gremien vor Ort war gestern keine Information zu erhalten, wie die personellen Lücken ab 1. September geschlossen werden sollen.

Gemeinsam den priesterlichen Dienst in Prien im September 2014 übernommen

Sowohl Pfarrer Hofstetter (52) als auch Pater Joshy begannen ihren Dienst – zusammen mit dem inzwischen versetzten Kaplan Stefan Leitenbacher – ihren priesterlichen Dienst im September 2014 für Prien und für die beiden Pfarrverbände mit insgesamt 16 230 Katholiken. Pfarrer Hofstetter wuchs in Vaterstetten bei München auf, er war acht Jahre Diözesanjugendpfarrer und hatte vor seinem Wechsel nach Prien eine internationale Aufgabe am Zentrum der Fokolar-Bewegung in Rom. Prien wurde somit seine erste Pfarrstelle. Pater Joshy George Vadakkekara, der im Mai 50 Jahre alt wird, stammt aus Kerala in Süd-Indien. Er trat mit 15 Jahren in den Karmeliterorden ein, studierte zwölf Jahre im Priester-Seminar und wurde 1998 zum Priester geweiht. Vor seiner Aufgabe in Prien war er fünf Jahre als Kaplan in Ruhpolding tätig.

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