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Lampenfieber unerwünscht

Wer hat Mumm zum Auftritt? Open Stage kommt nach Prien

Das Team von Zahn am Bach: Peter Rappl (von links), Dani Wolf (knieend), Andreas Reisinger, Anita Kofler, Johannes Hohenwarter.
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Das Team von Zahn am Bach: Peter Rappl (von links), Dani Wolf (knieend), Andreas Reisinger, Anita Kofler, Johannes Hohenwarter.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Für geborene Entertainer ist sie die große Chance: Prien bekommt eine offene Bühne. Was dahintersteckt und wie das Projekt funktioniert - wir haben nachgefragt.

Prien – Die Scheinwerfer brennen, im Publikum ist es mucksmäuschenstill. Nur das eigene Herz schlägt ganz laut – es gehört schon ordentlich Mumm dazu, sich auf eine Bühne zu stellen und von seiner künstlerischen Seite zu zeigen. Selbst unter Profis ist Lampenfieber weit verbreitet. Dass es trotzdem eine wunderbare Sache sein kann, sich öffentlich zu präsentieren, finden Anita Kofler und Daniela Wolf vom Kulturkollektiv „Zahn am Bach“.

„Für uns ist das auch ein Experiment“, räumt Wolf ein. Schon länger überlegen die beiden, Künstler in der Region besser zu vernetzen. Dann kam die Pandemie und machte, wie so oft, alle Pläne zunichte. „Jetzt wird‘s Zeit!“, sagt Wolf. „Nach der Pandemie sollen die Menschen mal wieder zusammenzukommen und auch die Möglichkeit haben, sich zu zeigen“, sagt Kofler.

Von Rap bis Jonglieren

Das Konzept der offenen Bühne gebe es schon lange. „Das ist ganz toll, zu sehen, was in den Menschen schlummert“, findet Kofler. In ihrer Jugend sei sie oft auf offenen Bühnen gewesen und habe sich das gerne angeschaut: „Man weiß da ja nie, was passiert.“

Ob Tanz, Musik, Malerei, Lesung, Rap, Kampfkunst, Jonglieren, Artistik , Kabarett, Seiltanz oder Gedichte – die Möglichkeiten sind laut den beiden Initiatorinnen ganz vielfältig. Genau wie es der Titel andeutet: „Voglwuid und Bittaernst“. Nur die Zeit bleibt für jeden Teilnehmer gleich: Zehn Minuten bekommt jeder, der sich auf der Bühne zeigen will – ohne eine Gage zu erhalten.

Seit 2015 gibt es den Verein, der sich selbst als Handwerker- und Künstlerkollektiv bezeichnet. Auch dort zähle der universale Gedanke: „Hier kann sich jeder ausprobieren.“ Von Handwerkern, die Tiny Häuser bauen, über Bildhauer, Maler bis hin zu darstellenden Künstlern sing es vielfältige Mitglieder im Kollektiv. Auch Performancekunst und Fotografie sowie mehrere Bands sind bei Zahn am Bach aktiv. Besonders sei aber die Gemeinschaft: „Wir haben nicht die großen heeren Ziele, aber jeder kann für sich oder auch gemeinsam was machen.“ Etwa bei gemeinsamen Festen.

Die offene Bühne ist laut Kofler und Wolf ein Pilot. „Wir schauen uns mal an, wie das läuft. Wenn es gut klappt, machen wir vielleicht eine Reihe draus.“

Sorge, dass sie möglicherweise den Falschen eine Bühne, eventuell sogar eine politische bieten, haben sie keine. „Das wird das Publikum regeln und im Zweifel Leute von der Bühne buhen“, sagt Wolf. Einen politischen Anspruch haben sie keinen, und ebenso wenig einen akademischen. „Die Leute sollen einfach Freude haben“, findet Kofler.

Die zwei Frauen wollen alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten ansprechen. „Ein gemeinsames Ausprobieren von beiden Seiten: von unserer Seite wie auch von jener der Menschen.“

Förderung durch LAG

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bürgerengagements durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte. „In diesem Projekt werden kleinere Maßnahmen unterstützt, damit das Ehrenamtliche gefördert wird“, sagt Fechter. So sollen kleine Projekte honoriert werden, die aber für eine größere Antragsförderung nicht infrage kommen. „Das ist schon die Wiederauflage des Projekts für das Bürgerengagements. Insgesamt haben wir rund 40 Maßnahmen gefördert“, sagt Fechter. Mit bis zu 1000 Euro der Nettokosten fördert die LAG Chiemgauer Seenplatte die Priener Offene Bühne. Ob er selbst auch teilnehmen wolle? Fechter muss laut lachen: „Wenn die nachfolgenden Künstler noch Publikum haben möchten, werde ich mich hüten!“

Unter der E-Mail-Adresse openstage.zab@gmail.com können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger vorab bei dem Organisationsteam von „Voglwuid & Bittaernst“ melden.

Die Bühne öffnet am Freitag, 24. Juni, um 20 Uhr im Künstlerhof von Zahn am Bach, Hochriesstraße 53. Für kurzentschlossene Amateurkünstler ist eine Anmeldung noch am gleichen Abend möglich. Der Eintritt ist frei.

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