Prien baut 700 Meter langen neuen Radweg: Ein Bypass für das Nadelöhr in Harras

700 Meter lang wird der Bypass des Chiemsee-Radwegs, der die Wanderer im Sattel wegführt von der vielbefahrenen Harrasser Straße. Auf unserem Bild ist die Trasse rot gekennzeichnet. Sie verläuft vom Bootslagerplatz des CYC (links unten) bis zum Autoparkplatz an der Harrasser Straße (rechts oben).
+
700 Meter lang wird der Bypass des Chiemsee-Radwegs, der die Wanderer im Sattel wegführt von der vielbefahrenen Harrasser Straße. Auf unserem Bild ist die Trasse rot gekennzeichnet. Sie verläuft vom Bootslagerplatz des CYC (links unten) bis zum Autoparkplatz an der Harrasser Straße (rechts oben).

Eine Nadelöhr des Chiemsee-Radrundwegs wird noch in diesem Jahr entschärft. In Prien-Harras entsteht ein 700 Meter langer Bypass zur Harrasser Straße. Sie verläuft in diesem Bereich in einer unübersichtlichen S-Kurve. Autofahrer können nicht überholen und schleichen oft hinter Radwanderern her.

Von Dirk Breitfuß

Prien – Das Teilstück im Süden Priens zählt zu den unattraktivsten für Radler auf der gut 60 Kilometer langen Runde um das Bayerische Meer. Zwischen Schöllkopf und Hafen verläuft der Chiemsee-Rundweg kilometerweit auf der vielbefahrenen Harrasser Straße. Die ausgeschilderte Alternativstrecke an der Bahnlinie zwischen Prien und Bernau nutzt kaum ein Radwanderer, schließlich liegt sie kilometerweit vom Ufer des Bayerischen Meeres entfernt. Und so quetschen sich vor allem bei schönem Wochenendwetter genervte Autofahrer an Kolonnen von Radfahrern vorbei.

Das war auch schon vor 15 Jahren so, als die Anliegergemeinden unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbands (AUV) ein Ausbauprogramms des Rundwegs starteten. Nicht viel später streckte der Markt Prien seine Fühler bei Grundstücksbesitzern aus, um auf seinem Hoheitsgebiet Verbesserungen zu verwirklichen. Zeitweise geriet der Herrnberg ins Visier der Begehrlichkeiten. Aber daraus wurde nichts. Wie manche andere Kommune konnte auch Prien die benötigten Grundstücke nicht erwerben, um bauen zu können.

Lesen Sie auchRingen um Radweg zum Langbürgner See geht weiter

Das Förderprogramm, mit dem die Regierung die Ausbauprojekte mit rund 50 Prozent der Kosten bezuschusst, wurde zweimal verlängert und läuft heuer zum Jahresende endgültig aus.

Sozusagen in letzter Minute schafft der Markt Prien doch noch einen beachtlichen Teilerfolg. Das Nadelöhr der unübersichtlichen S-Kurve im Bereich der Zufahrt zum Chiemsee Yacht Club kann entschärft werden. Bis Weihnachten soll ein 700 Meter langer Radweg fertig sein, denn nur wenn die Arbeiten bis zum 31. Dezember vollendet sind, fließt Fördergeld. Es geht für die Gemeinde um 125 000 Euro, denn der Bau ist auf insgesamt 250 000 Euro veranschlagt.

Der Bau am nördlichen Ende des Bypasses am Lagerplatz für Bootsanhänger des CYC nahe der Einmündung der Ernsdorfer in die Harrasser Straße, haben jetzt begonnen. Übernächste Woche werde die Firma Heindl aus Rimsting, die den Auftrag bekommen hat, zusätzlich von Süden aus an dem Weg arbeiten. Es entsteht ein 2,5 Meter breiter, aufgekiester Weg mit schmaler Randbefestigung, der hinter den Anwesen vorbeiführt. Mit vier Grundeigentümern hatte der Markt Prien im Vorfeld in vielen Gesprächsrunden den Weg bis ins letzte Detail so geplant, dass laut Dingler kein einziger Baum weichen muss. Das war ein wichtiges Kriterium, um auch grünes Licht von der Naturschutzbehörde zu bekommen, denn die 700 Meter liegen komplett im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung.

Lesen Sie auchAusbau-Ziel auf dem Chiemsee-Rundweg verfehlt

Die 700-Meter-Schleife soll nach ihrer Fertigstellung voraussichtlich im Dezember offiziell als Passage des Chiemsee-Rundwegs ausgeschildert werden. Sie wird damit die 25. und letzte Einzelmaßnahme des AUV-Rundwegprojekts. Beim Start vor 15 Jahren standen 44 Einzelprojekte auf der Wunschliste.

Ursprünglich hatte die Regierung 4,3 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Zuletzt war immer noch ein siebenstelliger Betrag nicht abgerufen. Letzte Abbuchung werden gut die Hälfte der voraussichtlich 250 000 Euro sein, die das Priener Teilstück kosten soll.

In dieser S-Kurve der Harrasser Straße kommen sich Radler und Autofahrer oft in die Quere.

Kommentare