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SCHWIERIGES BAUVORHABEN

Prien: Bauausschuss stellt Ausnahmeerlaubnis für neue Häuser am Herrnberg in Aussicht

Auf der Nordseite des Herrnbergs soll ein Bebauungsplan regeln, was baulich erlaubt ist und was nicht. Bis er aufgestellt ist, hat der Markt Prien eine Veränderungssperre für ein genau definiertes Gebiet erlassen.
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Auf der Nordseite des Herrnbergs soll ein Bebauungsplan regeln, was baulich erlaubt ist und was nicht. Bis er aufgestellt ist, hat der Markt Prien eine Veränderungssperre für ein genau definiertes Gebiet erlassen.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Erst vor zwei Monaten hat der Marktgemeinderat eine Veränderungssperre für einen Teil des exklusiven Wohngebiets am Herrnberg verhängt. Jetzt stellte der Bauausschuss eine Ausnahmeerlaubnis für zwei Wohnhäuser in Aussicht.

Prien – Erst im Januar hatte der Marktgemeinderat eine Veränderungssperre für das Gebiet am nördlichen Ausläufer des Herrnbergs erlassen. So soll sichergestellt werden, dass dort kein baulicher Wildwuchs entsteht, bis der Markt Prien einen Bebauungsplan aufgestellt hat. Er wird definieren, was dort erlaubt ist und was nicht. In der jüngsten Sitzung hat nun der Bau- und Umweltausschuss eine Ausnahme von der Veränderungssperre in Aussicht gestellt – und zwar genau für das Grundstück, das Auslöser für die Aufregung und eine Klage der Gemeinde gegen das Landratsamt war.

Einstimmig für zwei Einfamilienhäuser

Einstimmig votierte der Ausschuss für einen Vorbescheid zum Bau von zwei Einfamilienhäusern Am Herrnberg 24. Beide sollen knapp 130 Quadratmeter Grundfläche, 6,4 Meter hohe Außenwände und einen 8,2 Meter hohen First bekommen.

Im Januar hatte das Gremium die Anfrage noch zurückgewiesen. Der Antragsteller hat daraufhin die Fläche der Hanggaragen für die beiden Häuser halbiert und die beiden Swimmingpools aus der Planung gestrichen, denn das waren die Kritikpunkte der Kommunalpolitik.

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In der abgespeckten Form entspreche das Vorhaben den Dimensionen, die im Bebauungsplan festgeschrieben werden sollen, hieß es in der Tischvorlage der Bauverwaltung. Der neue Entwurf „entspricht den Vorgaben, die der Bauausschuss schon einmal dem Bauwerber gegenüber geäußert hat“, bekräftigte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG).

„Insbesondere orientiert sich das Bauvorhaben an dem Nachbargebäude ,Am Herrnberg 28‘, welches eine Wandhöhe von circa 6,5 Meter und eine Firsthöhe von circa 8,10 Meter aufweist“, erläuterte Alexander Zenk von der Bauverwaltung. Vor diesem Hintergrund stellte das Gremium eine Ausnahme von der Veränderungssperre in Aussicht.

Derweil ist das Bebauungsplanverfahren noch in der Vorbereitungsphase, erklärte Bauamts-Leiter Thomas Lindner auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Die Verwaltung hole gerade Angebote von Fachbüros für einen Planungsentwurf ein.

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Zentrale Ziele des Bebauungsplans sind der Erhalt einer vergleichsweise lockeren Bebauung auf den großen Grundstücken am Herrnberg und die Sicherung des alten Baumbestands in dem beliebten Naherholungsgebiet der Priener.

Im Laufe des Verfahrens müssten unter anderem Verhandlungen mit allen Grundeigentümern geführt werden, auf deren Grund und Boden Exemplare der alten Laubbäume stehen, kündigte Lindner an. Denn der Erhalt dieses „ortsbildprägenden Laubbaumbestands“ sei bisher nicht gesichert. „Aber jetzt haben wir den Fuß in der Tür.“

Die Vorgaben für künftige Bebauungen in dem 36 000 Quadratmeter umfassenden Gebiet orientieren sich Lindner zufolge an den Dimensionen des benachbarten Bebauungsplans, der den südwestlichen Teil des Herrnbergs abdeckt. Der Chef des Bauamtes ergänzte, dass bei den Festsetzungen auch unterschieden werden solle zwischen Grundstücken oben am Hang in der Nähe des Aussichtspunkts am „Schwammerl“, wo die lockere Bebauung auf großen Grundstücken erhalten bleiben solle, und den Flächen, die im Norden bis an die Seestraße heranreichen. Aussicht und Sichtachsen will die Gemeinde unbedingt erhalten.

Klage bleibt weiter bestehen

Unberührt vom Kompromiss der abgespeckten Planung für das Grundstück Am Herrnberg 24 bleibt die Klage, die der Markt Prien gegen das Landratsamt Rosenheim angestrengt hatte, die Ende 2020 den Markt Prien überstimmt und eine Baugenehmigung für eine weit größer dimensionierte Planung erteilt hatte. Wie Bürgermeister Friedrich auf Nachfrage der Redaktion erklärte, gehe es bei dem Verfahren ja um Grundsätzliches. Schon in einem anderen Fall am Forellenweg hatte der Landkreis als übergeordnete Behörde einen Beschluss der Priener ausgehebelt und ein Vorhaben genehmigt, dass Verwaltung und Kommunalpolitik vor Ort zu massiv war. In solchen Fällen, wenn kein Bebauungsplan konkrete Vorgaben definiert, orientiert sich die Entscheidung am Einfügungsgebot. Gebäude aus der Nachbarschaft gelten als Maßstab.

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