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Gestiegene Kosten für Butter und Mehl

Semmeln und Plunder werden teurer - So entwickeln sich die Preise bei Bäckereien und Konditoreien in Prien

Die gestiegenen Preise für Rohstoffe schlagen sich auch bei den Preisen bei Bäckereien und Konditoreien in Prien nieder.
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Die gestiegenen Preise für Rohstoffe schlagen sich auch bei den Preisen bei Bäckereien und Konditoreien in Prien nieder.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch das Bäckerhandwerk hat unter dieser Entwicklung zu leiden. Und das wirkt sich womöglich nicht nur auf die Preise aus.

Prien – Beim Priener Kurcafé Heider liebäugelt man derzeit mit einer Solaranlage. Denn steigenden Energiepreise schlagen sich auch bei den Bäckern und Konditoren merklich nieder. Dabei haben die beiden Betreiber, Sonja und Franz Heider, noch Glück. Bei ihnen laufen noch „gute Verträge“ in Sachen Energie, außerdem betreiben sie ein Blockheizkraftwerk.

Anstieg schon vor dem Ukraine-Krieg

Und auch bei den Rohstoffen dreht sich die Preisspirale stetig nach oben. „Wenn Sie auf den Rohstoffmarkt blicken, werden Sie erkennen, dass sich sämtliche Rohstoffe massiv verteuert haben“, sagt Christian Bauer, der auch in Prien eine Filiale der gleichnamigen Bäckereikette betreibt. Bauer spricht von Steigerungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich, der Preis für Energie habe sich um ein Vielfaches erhöht.

Schon vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs hätten die Preise spürbar angezogen, mit dem Angriff Russlands sei die Kurve aber merklich steiler geworden.

Wobei sich das unterschiedlich auf Bauers Kosten auswirke. Denn einige Produkte seien leichter zu produzieren, die Semmel zum Beispiel. Anders sieht es schon beim Süßgebäck aus, wo Butter und Mehl zum Einsatz kommen, bei denen die Preissprünge noch höher ausgefallen seien.

Kundschaft bleibt treu

„Wenn Sie in den Supermarkt gehen und schauen, wissen Sie, was los ist“, sagt Christian Bauer. Einen Teil der Preissteigerungen müsse er an die Kunden weitergeben, wenngleich nicht alles. „Sonst kannst Du den Schlüssel umdrehen“, umschreibt der Bäckerei-Chef, das sein Betrieb sonst nicht weiter bestehen könne.

Zwischen fünf und sieben Prozent lägen die Aufschläge für den Kunden in seinen Filialen. „Weit vom Einzelhandel entfernt“, wie er betont.

Auch die Heiders hätten die Preise für ihre Backwaren im Schnitt um zehn Prozent angehoben, wie Sonja Heider berichtet. Über weniger Kundschaft kann die Café-Betreiberin dennoch nicht klagen, viele Kunden hätten Verständnis, zumal die hohe Inflation auch an anderer Stelle zu spüren sei.

Höhere Personalkosten

Einmal im Jahr passt Andreas Neuer seine Verkaufspreise an. Er betreibt in seinem gleichnamigen Hotel am Chiemsee auch eine Konditorei, Neuer spürt die gestiegenen Kosten nicht nur bei der Energie und den Rohstoffen, auch die Personalkosten schlügen bei ihm inzwischen stärker ins Kontor. Denn um sein Personal zu halten, habe er die Löhne jüngst deutlich erhöht. Neuer vermutet, dass er seine Verkaufspreise in diesem Jahr um fünf bis zehn Prozent anheben muss.

Energieintensive Ofentechnik

Auch die Bäckerei Miedl mit ihrer Filiale am Priener Bahnhof kämpft mit den gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Energie. Beim Wareneinsatz hätten sich die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 35 bis 40 Prozent erhöht, der Preis für Energie – Strom und Gas – habe sich verdreifacht.

„Durch den Einsatz von Kälte und durch unsere energieintensive Ofentechnik sind wir stark von den Energie-Preisschwankungen betroffen. Dies gilt auch für die Filialen, da wir viele Artikel – vor allem unseren Hauptartikel Brezel – für unsere Kunden frisch in den Filialen backen“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Verändertes Konsumverhalten

Man versuche zwar, die Kosten zu Verringern, sehe aber kaum Stellschrauben, an denen man noch drehen könne. „Deswegen ist eine angemessene Beteiligung der Verbraucher durch eine Preiserhöhung unabdingbar. Wir glauben aber, dass diese Preiserhöhung ungefähr im Rahmen der allgemeinen Inflationswerte liegen wird.“ Im April lag die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt bei 7,4 Prozent.

Was drohen könnte, wenn die Preisentwicklung auf diesem Niveau weitergeht, schildert Christian Bauer. Er glaubt, dass sich das Konsumverhalten der Verbraucher auf Dauer ändert. Will heißen: Es wird weniger gekauft. Und dann müsse man sich auch die Frage stellen, ob die derzeitigen Öffnungszeiten für die Bäckereien überhaupt noch wirtschaftlich zu stemmen sind. Was bedeuten könnte, dass der Sonntag auch für Bäckereien wieder zum Ruhetag wird.

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