Prämierter Naturgarten in Seeon-Seebruck: „Ein Schatz für die Natur“

Ein Blick auf den Naturgarten der Familie Wegerer in Ischl, einem Ortsteil von Seeon-Seebruck. Rasch
+
Ein Blick auf den Naturgarten der Familie Wegerer in Ischl, einem Ortsteil von Seeon-Seebruck. Rasch

„Es ist schwierig, in einer so schönen Heimat Fleckerl zu finden, die man auszeichnet.“ Der Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck, Martin Bartlweber, trifft damit den Nagel auf den Kopf: Die Familie Wegerer in Ischl hat die Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“ bekommen.

Von Gabi Rasch

Seeon-Seebruck – Der Naturgarten von Maria und Hans Wegerer in dem kleinen Kirchendorf ist ein ganz besonders schönes Fleckerl: eine Oase des Erlebens, Genießens und eine Heimat für heimische Pflanzen und Tiere - ganz ohne Chemie.

Neben der Familie Wegerer haben weitere 14 Gartenbesitzer im Landkreis Traunstein die Kernkriterien des bayernweiten Projekts – keinen Torf, keine Mineraldünger und keinen chemischen Pflanzenschutz – erfüllt und wurden dafür mit einer Urkunde und einer Plakette ausgezeichnet.

Biodiversität wird gefördert

Als zugelassene Prüfer für den Landkreis Traunstein waren der Kreisvorsitzende Florian Seestaller, Kreisfachberater Markus Breier und Gartengästeführerin Maria Wegerer in den vergangenen Wochen viel unterwegs. „Wir haben viele erlebnisreiche Tage der offenen Gartentür erleben dürfen“ sagte Seestaller. Die umweltschonende Bewirtschaftung habe sich durch eine große Vielfalt in allen Gärten bewahrheitet. Das Besondere: „Kein Garten gleicht dem anderen, gleichwohl wird aber die Biodiversität gefördert“, so Seestaller.

Lesen Sie auch: Wohnraum und ein Fußgänger-Steg für Seeon-Seebruck

Auch Markus Breier schwärmte von der Vielfalt der Gärten. „Es war alles dabei, vom Nutzgarten über naturbelassene Gärten bis hin zu Gärten, die bis ins letzte Detail naturnah gestaltet sind“, sagte der Kreisfachberater.

Zu den Kriterien führte er aus, dass bei der Bewirtschaftung Hausmittel und organische Naturdünger wie Kompost erlaubt seien. Tabu seien chemisch-mineralische Dünger und der Einsatz von Torf. „Durch den Verzicht von Torf möchten wir auch unsere Moore schützen.“ Alles in allem sei es eine absolute Freude gewesen, die Gärten besuchen zu dürfen: „Jeder Garten ist ein Schatz für die Natur“, so Breier.

Die Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“ wurde vom Präsidenten des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Wolfram Vaitl initiiert und heuer zum 2. Mal im Landkreis Traunstein verliehen.

Gärten wieder in Vordergrund rücken

Ziel eines Naturgartens sei es, die Vielfalt zu fördern und unterschiedliche Lebensräume für verschiedene Lebewesen zu schaffen, sagte Vaitl. „Egal in welcher Struktur, es geht ausschließlich darum, wie ich meinen Garten pflege.“

Angesichts der gegenwärtigen Situation stellte er auch heraus, dass der Garten durch Corona einen besonderen Stellenwert genieße.

Lesen Sie auch:Dritter Einsatz innerhalb weniger Tage auf der Alz: Landratsamt zieht Konsequenzen

Diese Wirkung müsse aber noch weiter ausgebaut werden: „Wir müssen uns jetzt darum kümmern, dass bei der Ausweisung von Baugebieten auch wieder ein Garten berücksichtigt wird, um auch unseren Kindern die Natur näher zu bringen“, sagte Vaitl.

Das sind die Gartenbesitzer, die ausgezeichnet wurden:

Anna und Hans Stief, Kerstin Kecht sowie Gisela und Herbert Hunklinger ( Ruhpolding), Renate und Herbert Riefer sowie Regina und Peter Brand (Inzell), Anita und Paul Kohlbeck (Erlstätt), Waltraud und Hans Thullner (Übersee), Maria und Stefan Stuiber (Rottau), Marianne und Bernhard Sailer, Sieglinde und Matthias Baderhuber sowie Barbara und Christian Pflug (Otting), Karin und Matthäus Maier (Tittmoning), Anneliese und Franz Wastlhuber (Palling), Maria und Hans Wegerer (Seeon) sowie Martina und Thomas Uhlig (Chieming).

Maria und Hans Wegerer wurden mit der Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“ geehrt.

Kommentare