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Platz für rund 500 antike Funde

Noch sind die Vitrinen leer, doch Albert Multerer hat bereits eine klare Vorstellung davon, wie er den neuen gemeindlichen Museumsraum in der Grabenstätter Schlossökonomie einrichten und gestalten wird. Bisher befanden sich die im Gemeindegebiet aufgefundenen antiken Fundstücke in seinem 1982 eröffneten privaten Römermuseum in der Erlstätter Straße 1.
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Noch sind die Vitrinen leer, doch Albert Multerer hat bereits eine klare Vorstellung davon, wie er den neuen gemeindlichen Museumsraum in der Grabenstätter Schlossökonomie einrichten und gestalten wird. Bisher befanden sich die im Gemeindegebiet aufgefundenen antiken Fundstücke in seinem 1982 eröffneten privaten Römermuseum in der Erlstätter Straße 1.

Bis zu 500 antike Fundstücke aus dem privaten Römermuseum der Familie Multerer werden bald im Erdgeschoss der Schlossökonomie in Grabenstätt zu bestaunen sein. In einem gut beleuchteten Raum gegenüber der Tourist-Info sollen die Relikte aus einer längst vergangenen Zeit in sieben Vitrinen ausgestellt werden - alles Funde aus dem Gemeindegebiet.

Grabenstätt - 30 Jahre nach der Gründung seines Privatmuseums wird Albert Multerer auch diesen gemeindlichen Museumsraum im Wesentlichen nach eigenen Vorstellungen einrichten und gestalten. Bei der Dokumentation und Beschriftung der antiken Funde unterstützt ihn unter anderem die Archäologin Andrea Krammer, die am kommenden Freitag, 3. Februar, um 20 Uhr in der Schlossökonomie einen Vortrag zum Thema "Das neue Römermuseum in der Schlossökonomie und der römische Gutshof von Erlstätt" halten wird. Wann das Museum eröffnet werde, stehe aber noch nicht fest, ließen Multerer und Krammer bei einem Pressetermin verlauten.

Derzeit befinden sich im Museumsraum schon vier Bilder der römischen Götter Jupiter, Victoria, Hermes und Sirona, eine Karte des Römischen Imperiums und unter dieser die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel genannt. Dabei handelt es sich Multerer zufolge um eine spätrömische Straßenkarte, die jedoch nur in einer mittelalterlichen Kopie aus dem 12. Jahrhundert erhalten geblieben sei. Auch die Modellbilder der Erlstätter "villa rustica" würden schon bald in ihr neues Zuhause "umziehen".

Im Bereich dieses einstigen römischen Landgutes sind Multerer zufolge innerhalb von 200 Jahren vier Mosaike aufgefunden wurden. Zwei davon habe August Gebhardt 1889 und 1890 entdeckt, ein weiteres sei bereits 1815 von Antiochus Fletz zu Tage befördert worden. "Auf das vierte Mosaik bin ich 1980 im Hauptgebäude des römischen Gutshofes gestoßen", so Multerer. "Ich habe es aber im Kulturboden belassen und anhand von Fotos rekonstruiert". Bei der Rekonstruktion aller Erlstätter Mosaike seien ausschließlich vor Ort gesammelte römische Mosaiksteine verwendet worden, versicherte der passionierte Hobby-Historiker. "Leider werden zwei der vier nachgewiesenen Gebäudegrundfesten der villa rustica nach wie vor überpflügt und damit zerstört", bedauert es Multerer. Die Fläche über den Grundmauern des Hauptgebäudes sei davon dankenswerterweise nicht betroffen.

Auf den Spuren von Fletz, Gebhardt und Karl Schefczik wandelnd, kümmerte sich Multerer seit Ende der 1970er-Jahre auf eigene Kosten um die römischen Hinterlassenschaften in Grabenstätt und Erlstätt und bewahrte sie für die Nachwelt. Ältere Funde sowie die Originalaufzeichnungen von den Gebhardt-Grabungen erhielt er aus dem Nachlass von Schefczik. Seit 1982 konnte dann eine repräsentative Auswahl der Fundstücke nach Terminvereinbarung im privaten Römermuseum Multerer besichtigt werden.

Skilift-Unternehmer Multerer hatte schon seit Längerem angeboten, die von ihm und seinen Vorgängern zusammengetragenen "geschichtsträchtigen" Ausstellungsstücke, darunter Münzen, Ton- und Glasscherben, Werkzeuge und Fibeln, an die Gemeinde abzugeben, wenn diese einen geeigneten Raum zur Verfügung stelle. Nun steht dem modernen neuen Museum nichts mehr im Weg. Mit Hilfe einer Beamer-Präsentation sollen sich die Besucher dann auch ohne Führung über die lokale römische Vergangenheit informieren können. mmü

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