Planungsengpässe bremsen umfangreiches Straßenbauprogramm

Trafen sich zur Abstimmung über das Vorgehen der regionalen öffentlichen Bauprojekte: Landtagsabgeordneter Klaus Steiner, der Leitende Baudirektor des Staatlichen Bauamts Christian Rehm, und Bundestagsabgeordneter Peter Ramsauer (von links).
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Trafen sich zur Abstimmung über das Vorgehen der regionalen öffentlichen Bauprojekte: Landtagsabgeordneter Klaus Steiner, der Leitende Baudirektor des Staatlichen Bauamts Christian Rehm, und Bundestagsabgeordneter Peter Ramsauer (von links).

Traunstein/Landkreis – „Der Dialog ist wichtig und viel wert.

Die Straßenbaukonferenz ist ein wichtiges Element zur Abstimmung zwischen Verwaltung und der Landes- und Bundespolitik“ waren sich der leitende Baudirektor Christian Rehm, der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner und der Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer (beide CSU) einig und betonten, dass die über zwei Jahrzehnte bestehende Einrichtung (wir berichteten regelmäßig) wichtig sei, um die Projekte in den beiden Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land voranzubringen.

Amtsleiter Rehm gab einen Überblick über die aktuellen Bundes- und Staatsstraßenprojekte, deren Um- und Ausbau und verschiedene Erhaltungsmaßnahmen und ging nochmals auf den vom Deutschen Bundestag beschlossenen Bundesverkehrswegeplan 2030 ein. Dieser siehe im Bereich des Bauamts Traunstein neun Maßnahmen mit einer Gesamtlänge von 53 Kilometer und einem Finanzvolumen von 400 Millionen Euro im vordringlichen Bedarf und zwei Maßnahmen mit der Gesamtlänge von 3,4 Kilometer und einem Finanzvolumen von 50 Millionen Euro im weiteren Bedarf mit Planungsrecht vor. Auf den Bundesstraßen stehen dabei sieben Ausbaulücken (Finanzvolumen circa 60 Millionen Euro), zwei Bahnübergangs-Beseitigungen (50 Millionen Euro), eine Großbrücke (15 Millionen Euro) und eine Anschlussstelle (5 Millionen Euro) an.

Bei dem Ausbau Marquartstein-Donau (7 Millionen Euro, eineinhalb Kilometer). Auf der B 307 rechne man im kommenden Jahr mit den Vorentwurfsunterlagen, wenngleich der Hochwasserabfluss der Tiroler Achen deutlich komplexer sei als gedacht. Bernadette Wallner vom Bauamt sagte, man rechne damit, dass man zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit in zwei Jahren mit einer Erhaltungsmaßnahme beginnen müsse, da mit keiner schnellen Lösung zu rechnen sei. Die sehe man auch mittelfristig nicht bei der ST 2098, mit der Ortsdurchfahrt Eisenärzt. Landtagsabgeordneter Steiner sagte, er sehe eine Lösung nur, wenn die Zugstrecke aufgelöst würde, womit er nicht rechne.

Die Sperrung der B156 durch Österreich hat den Transitverkehr seit Frühjahr auf die B 20 auf die deutsche Seite verlagert, die Maßnahme verstoße gegen Europarecht. Seither quillt der Verkehr mit über 1000 Lkw pro Tag auf der B 20 über, meist mitten durch Tittmoning. Das Landratsamt Traunstein hat hier inzwischen eine Sperrung für Lkw über 7,5 Tonnen verfügt, um den ausufernden Lkw-Verkehr durch die Stadtmitte zu verhindern. Rehm sah aktuell wenig Möglichkeiten gegen die österreichischen Sperren.

Rehm machte daneben deutlich, dass die Erneuerung der Alzbrücke in Seebruck Priorität habe. Wie es mit der geplanten Ortsumfahrung Chieming weitergehe, wurde am Rande der Straßenbaukonferenz ebenfalls diskutiert, wobei schon zwei konträre Bürgerinitiativen deutlich machen, dass es dazu unterschiedliche Meinungen gebe und wohl keine kurzfristigen Realisierung zu erwarten sei. wz

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