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Aus ganz Deutschland

„Fliegen ist schöner als die Liebe zu Männern“ - 64 Pilotinnen treffen sich am Chiemsee

Die Pilotinnen Ruth Haliti, Roswitha Höltken, Heike Wieland und Silvia Hecht auf den Flugplatz in Mühldorf bei ihrer Ankunft.
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Die Pilotinnen Ruth Haliti, Roswitha Höltken, Heike Wieland und Silvia Hecht auf den Flugplatz in Mühldorf bei ihrer Ankunft.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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Auf der Fraueninsel trafen sich am Wochenende 64 Pilotinnen aus ganz Deutschland. Über ein ganz besonderes Treffen und warum es auch auf dem bayerischen Meer fast so schön, wie in der Luft ist.

Chiemsee – Über den Wolken sind nicht nur Männer unterwegs, sondern auch Frauen. Die Vereinigung Deutscher Pilotinnen traf sich am vergangenen Wochenende zu ihrem 13. Jahrestreffen am Chiemsee.

Und wie es sich für Pilotinnen gehört, reisten diese zum Teil auch per Flugzeug an. Fast wären es auch noch mehr gewesen, wobei das Wetter den Damen einen Strich durch die Rechnung machte. „Ein paar von uns sind nach Mühldorf geflogen, allerdings ging das wegen des Wetters nur im Instrumentenflug“, sagt Sprecherin Ruth Haliti. So kamen nur zwölf Teilnehmerinnen per Flugzeug an, der Rest per Auto oder Bahn.

„Unglaubliche Freiheit“

Nicht ganz so weit war der Weg für Heike Wieland aus Mühldorf. Wenn sie in ihre Pipistrel Virus – ein schnelles Ultraleichtflugzeug – steigt, dann genießt sie die „unglaubliche Freiheit“, die sie in der Luft erleben kann. „Das ist wie Motorradfahren in der Luft“, sagt die begeisterte Bikerin und Fliegerin.

Denn am Fliegen haben eben nicht nur Männer Spaß. Ganz genau weiß das Ingrid Hopman aus Rimsting. Sie hatte das Treffen vor Jahren ins Leben gerufen. „Zweimal waren sogar Pilotinnen aus ganz Europa dabei, als wir die Europäische Pilotinnenorganisation eingeladen hatten“, erzählt die Pilotin. Die 81-Jährige fliegt immer noch mit großer Leidenschaft, zu ihrem 80. Geburtstag sogar nach Amerika.

Netzwerken ist für die Fliegerinnen ein ganz wichtiger Teil ihres Treffens.

Sehr wichtig sei die Vereinigung für viele Pilotinnen, sagt Haliti: „Der Anteil von fliegenden Frauen liegt bei fünf bis acht Prozent.“. Daher seien Frauen in vielen Vereinen und Clubs oft in einer reinen Männerwelt. „In unserem Netzwerk unterstützen wir uns gegenseitig“, sagt die Sprecherin. Junge Pilotinnen werden durch Förderbeiträge im Verein unterstützt.

Ausflug nach Reichenhall

Doch nicht nur das Fliegen interessiert die Pilotinnen, sondern Ausflüge in die Region standen auf der Tagesordnung. Freitagabend kehrten die Fliegerinnen im Gasthof zur Linde auf der Fraueninsel heim, ehe es am Samstag auf den Predigtstuhl nach Bad Reichenhall ging. Den Abend genossen die Damen auf der Herreninsel in der Schlosswirtschaft und setzten per Schifftaxi nachts auf die Fraueninsel über.

Bei Wind und Regen nachts auf dem See

Mit musikalischer Untermalung: „Es hat gestürmt und geregnet und wir haben der jungen Pilotin Lena Maier auf dem Saxophon zugehört“, erzählt Haliti. Von diesem Ereignis schwärmen Haliti und Hopman, auch wenn es „nur“ auf dem Wasser und nicht in der Luft stattfand.

Denn obwohl wenn das Fliegen ihr Hauptinteresse ist, so genießen die Pilotinnen die von Hopman organisierten Touren. „Ingrid hat eine ganz besondere Art, uns die Natur und die Landschaft zu zeigen“, sagt Roswitha Hölken aus Reine.

Die Rimstingerin Ingrid Hopman hat das Treffen gegründet.

Nicht möglich wäre das Treffen ohne die Unterstützung von Schwester Scholastica McQueen, an die sich ausdrücklich der Dank der Pilotinnen richtet, betont Hopman. Denn die Damen waren im Kloster untergebracht. Als kleines Dankeschön sammelten sie 800 Euro für ein karitatives Kinderprojekt der Schwester.

„So kann man die Freude etwas teilen“, findet Hopman. Dennoch bleibt das Fliegen für sie das allerschönste. „Sogar schöner, als die Liebe zu Männern. Und ungefährlicher“, so ihr Fazit.

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