PI-Chef Kick geht nach Afghanistan

Polizeichef Rudi Kick wird in Kabul ein Jahr lang Lehrer für afghanische Polizeischulen ausbilden. Foto berger
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Polizeichef Rudi Kick wird in Kabul ein Jahr lang Lehrer für afghanische Polizeischulen ausbilden. Foto berger

Der Chef der Priener Polizeiinspektion (PI), Rudi Kick, geht auf eigenen Wunsch für ein Jahr nach Afghanistan. Am heutigen Mittwoch fliegt er nach Kabul, wo er an einer neuen Akademie Lehrer für die Polizeischulen ausbilden wird. In zwei Wochen soll eine Vertretung vorübergehend die Leitung der Priener Inspektion übernehmen.

Prien - "Ich war nie ein ängstlicher Mensch, sondern immer ausgerichtet auf das Sammeln neuer Erfahrungen. Eine Tätigkeit im Ausland war mir bisher verwehrt." So einfach klingt aus dem Mund des Inspektionsleiters die Begründung.

Beworben hatte sich Kick schon Anfang 2009. Danach musste er ein langwieriges Auswahlverfahren durchlaufen: zunächst einen medizinischen Check und einen Englischtest, dann einen Tag drei Prüfern Rede und Antwort stehen und ihnen unter anderem seine Motive darlegen. Es folgten ein zweiwöchiges Basisseminar in Brühl und zuletzt ein einmonatiger Lehrgang in Lübeck inklusive einer Woche bei der Bundeswehr.

Der bald 58-Jährige durchlief alles mit Erfolg und bekam vor knapp zwei Wochen den "Marschbefehl" von der Bundespolizei, zu der er für die Dauer seines Auslandseinsatzes abkommandiert ist. Heute fliegt er in die afghanische Hauptstadt Kabul, wo Kick an einer neuen grenzpolizeilichen Fakultät Lehrer für afghanische Polizeischulen mit ausbilden soll. Führungslehre, Psychologie und Kriminalistik gehören zu den Ausbildungsschwerpunkten des Priener PI-Chefs. Zunächst muss er mit Kollegen allerdings Konzepte entwickeln, denn die Akademie, an der er lehren wird, ist erst einige Wochen jung. Sein Englisch hat Kick vor der Abreise schon etwas aufgefrischt.

Kick fliegt ohne spezielle Erwartungshaltung nach Afghanistan, möchte alles lieber auf sich zukommen lassen. "Ich bin ein rationaler Typ", charakterisiert sich der 57-Jährige selbst. Blauäugig sei er aber nicht, betont der PI-Leiter, und auch kein Idealist. Ihn reizt schlichtweg die unbekannte Aufgabe fern der Heimat.

Seine Lebensgefährtin trägt seinen Entschluss mit, verrät Kick im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Sie ist ebenfalls bei der Polizei und hat selbst schon Auslandserfahrung im Kosovo gesammelt.

Seinen Stuhl in der PI räumt er guten Gewissens. "Die Dienststelle läuft gut, ich habe einen hervorragenden Vertreter und eine tolle Mannschaft." Diese Situation habe seinen Entschluss erleichtert. Ende Juli wird Kick erstmals für ein paar Tage Heimaturlaub machen können.

Am 15. Juni soll sein Vertreter vorgestellt werden. Wie es langfristig an der PI-Spitze weiter geht, ist noch nicht klar. Nach den heutigen Pensionsregelungen bei der bayerischen Polizei hat Kick nach seiner Rückkehr im Juni 2011 noch eineinhalb Dienstjahre vor sich.

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