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Sie macht Franziska Preuß wieder fit für Olympia

Siegsdorfer Physiotherapeutin Kreitmair betreut deutsche Biathletinnen

Michaela Kreitmair kümmert sich bei den Winterspielen in China um die deutschen Biathletinnen.
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Michaela Kreitmair kümmert sich bei den Winterspielen in China um die deutschen Biathletinnen.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Wenn Franziska Preuß, Denise Hermann und Co. bei den Biathlon-Rennen der Olympischen Spiele in China an den Start gehen, hat Michaela Kreitmair sie fit gemacht. Die Siegsdorfer Physiotherapeutin betreut die deutsche Biathlon-Damen-Nationalmannschaft seit drei Jahren. Sie glaubt fest an die ein oder andere Medaille.

Bernau/Siegsdorf/Peking –Eigentlich ist Michaela Kreitmair Physiotherapeutin in der Orthopädie des Medical Park Chiemsee in Bernau-Felden und leitet dort seit sieben Jahren die Ambulanz. Aber in der Klinik war sie seit ein paar Tagen schon nicht mehr. Die 47-Jährige hat ihre Kontakte auf ein Minimum reduziert: Bloß kein Risiko eingehen, bevor sie am 31. Januar in den Flieger von Frankfurt nach Peking steigt.

„Wie die Jungfrau zum Kind“

Zu ihrem Job als Biathlon-Physio kam Kreitmair „wie die Jungfrau zum Kind“, erinnert sie sich im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Die ein oder andere Athletin aus Ruhpolding kam immer mal wieder zur Behandlung in den Medical Park. Maren Hammerschmidt war es schließlich, die Kreitmair überzeugte, sich um die ganze Mannschaft zu kümmern.

In den Leistungssport hatte Kreitmair schon vor rund 20 Jahren hineingeschnuppert, als sie für den bayerischen und deutschen Fußballverband arbeitete und unter anderem beim TSV 1860 Rosenheim die Zwillinge Lars und Sven Bender als Jugendliche unter ihren Fittichen hatte. Die beiden Brannenburger wurden später Nationalspieler.

Seit die 47-Jährige vor drei Jahren endgültig eine feste Zusammenarbeit mit dem Biathlon-Team einging, gibt es im Winter viele Weltcup-Wochenenden, bei denen die Siegsdorferin mit zum Team gehört. Sie kümmert sich nicht nur um die Wehwehchen der deutschen Skijägerinnen. „Als Physio hast Du einige Nebenjobs“, lacht die 47-Jährige, die die Feinheiten ihres Berufs unter anderem bei einem Master-Studium in Salzburg erlernt hat.

Kreitmair leitet das morgendliche Aufwärmprogramm, achtet am Start darauf, dass das Material der Sportlerinnen immer griffbereit ist und steht wortwörtlich Gewehr bei Fuß, wenn es mal zwickt. Da gibt es bei den Biathletinnen nicht den klassischen wunden Punkt, Probleme können im Nackenbereich wegen des Tragegurts des Gewehrs ebenso auftreten wie im Rücken oder den stark beanspruchten Füßen, berichtet die Siegsdorferin.

Die Handgriffe, mit denen sie Verspannungen und Muskeln lockert, sind bei den Leistungssportlerinnen keine anderen als bei Otto Normalverbraucher, der Kreitmair als Reha-Patient im Medical Park unter die Finger kommt. „Alle haben zwei Augen, Nase und Mund“, lacht sie. „Der Anspruch ist anders, um 100 Prozent Leistung abzurufen, müssen die Mädels ein bisschen anders behandelt werden.“

„Health-Monitoring“ für die Chinesen

Seit längerer Zeit führt Kreitmair täglich akribisch Buch über ihren Gesundheitszustand, misst Fieber, holt Atteste ein und testet sich andauernd. Bei der Einreise muss sie am Flughafen ein umfangreiches und lückenloses „Health-Monitoring“ vorlegen, sonst darf sie nicht ins Olympische Dort weiterreisen. Die Siegsdorferin sieht die politische Lage in China durchaus kritisch, weiß aber von drei Reisen vor ein paar Jahren, als sie Vorträge an chinesischen Universitäten hielt, um die Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit der Menschen im Reich der Mitte. Seit damals sind ihr Mann und der Sohn schon daran gewöhnt, dass die 47-Jährige mal längere Zeit ganz weit weg ist. „Meine beiden Herren machen das schon und halten mir den Rücken frei“, ist sie froh und dankbar über den familiären Rückhalt für ihr Olympia-Abenteuer.

Dass die deutschen Biathlon-Damen ein paar Medaillen mit nachhause bringen werden, ist für Kreitmair sicher. Und wenn es Edelmetall gibt, gebührt ein kleiner Anteil auch den geschickten und heilenden Händen der Siegsdorferin.

Physiotherapeutin Michaela Kreitmair will sich nicht darauf festlegen, ob es gelingt, Deutschlands derzeit wohl beste Biathletin, Franziska Preuß, rechtzeitig bis zum Beginn der Spiele in China wieder fit zu bekommen. „Wir tun alles, aber wir sind keine Hexer.“ Die gebürtige Wasserburgerin Preuß, die im Biathlon-Mekka Ruhpolding lebt, blickt nach „frustrierenden und schmerzhaften“ Wochen wieder nach vorn. „Es geht gesundheitlich endlich aufwärts“, schreibt die 27-Jährige auf ihrer Homepage. Preuß war Mitte Dezember auf einer Treppe in einem Hotel umgeknickt und hatte sich den linken Fuß verletzt.

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