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Seit Februar ist das Team komplett - Kreisräte zwischen Lob und „Enttäuschung“

Pflegestützpunkt Zentrale Anlaufstelle im Landkreis Traunstein

Die Pflege von Angehörigen ist eine große Aufgabe. Der Landkreis Traunstein verfügt mit dem Pflegestützpunkt über eine von neun Anlaufstellen in Bayern, an der Angehörige individuell beraten und unterstützt werden.
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Die Pflege von Angehörigen ist eine große Aufgabe. Der Landkreis Traunstein verfügt mit dem Pflegestützpunkt über eine von neun Anlaufstellen in Bayern, an der Angehörige individuell beraten und unterstützt werden.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Schnell und unkompliziert hilft der Pflegestützpunkt Traunstein. Das betonte Landrat Siegfried Walch (CSU) auf der Sitzung des Kreisgesundheits- und Sozialausschusses. Der Landkreis verfügt damit über eine von neun Anlaufstellen in Bayern.

Traunstein – Die Einrichtung sei eine Anlaufstelle für Bürger in individuellen Anliegen. Sie informiert, berät und vermittelt über die verschiedesten Angebote und Akteure im Bereich der Pflege. Stützpunktleiter Frank Wegfahrt informierte das Gremium über den aktuellen Sachstand.

Deutlich mehr Beratungen

Die Arbeit der Beratungsstelle mit Büro im Landratsamt sei durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst worden, hob Wegfahrt heraus. Anstelle persönlicher Kontakte seien telefonische Beratungen getreten. Man wolle wieder vermehrt „raus in die Gemeinden“. Die Zahl der Beratungen sei deutlich angestiegen.

Eingehend informierte der Stützpunktleiter den Ausschuss über die einzelnen Schritte und Inhalte einer Pflegeberatung. Themen seien zum Beispiel Pflegehilfsmittel, Prävention und Gesundheitsförderung, Angehörigen- und Selbsthilfegruppen, Sozialhilfe und weitere Sozialleistungen.

Wegfahrt machte deutlich: „Wir leisten keine Rechtsberatung, nennen aber die Grundlagen.“ Unter dem Strich begleite der Pflegestützpunkt Bürger „vom Erfassen des Problems bis zum Erreichen des Ziels“.

Projekt „Allianz für Menschen mit Demenz“

Unter den Kernthemen des ersten Halbjahres 2021 sei in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt das Förderprojekt „Allianz für Menschen mit Demenz“ gewesen. Der Stützpunkt sei in den „Digitalen Pflegekompass“ eingetragen worden. Eine Kooperation sei mit der „Fachstelle für pflegende Angehörige“ erfolgt.

Als Schwerpunkte im zweiten Halbjahr nannte der Referent verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit einem neuen Flyer, der unter anderem über Ärzte werden solle, mit Internetauftritt und Veranstaltungen. Die Kundenkontakte werde man in quantitativer wie qualitativer Hinsicht steigern. Das Angebot solle um regelmäßige Bürgersprechstunden erweitert werden. Weiter verwies Wegfahrt auf den kontinuierlichen Ausbau von Netzwerken.

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Nachdem in Reit in Winkl keine ambulante pflegerische Versorgung mehr gewährleistet war, habe sich dies kürzlich geändert, berichtete Wegfahrt. Seit dem 1. Juni biete ein ambulanter Dienst aus Übersee seine Dienste an. Die Gemeinde Reit im Winkl habe ein Büro zur Verfügung gestellt. Vier qualifizierte Kräfte aus dem Ort offerierten neben haushaltsnahen Dienstleistungen und Betreuungsleistungen auch eine Grund- und Behandlungspflege. Dazu Wegfahrt: „Damit hat sich die Situation in Reit im Winkl entschärft.“ „Ich habe in der eigenen Familie erlebt, was auf Angehörige zukommt, wenn jemand pflegebedürftig wird“, hob Landrat Walch heraus. Die Beratungsstelle leiste wertvolle Unterstützung. Viele Angebote seien vorhanden. Man müsse aber wissen, „wo und wie“ man sie in Anspruch nehmen könne.

Seniorenkonzept soll ausgebaut werden

Vize-Landrat Sepp Konhäuser (SPDplus) dankte Walch, „dass alles so gut funktioniert“. „In der Entscheidungsphase sehr viel angeschoben“ hat nach Walch Bezirksrätin Annemarie Funke. Die gelobte CSU-Kreisrätin bezeichnete den Landkreis Traunstein als „Vorreiter“ im Freistaat – auch bezüglich seines Seniorengesamtkonzepts, das weiter ausgebaut werde.

„Enttäuscht über die bisherigen Ergebnisse“ mit wenigen Beratungen pro Tag zeigte sich Dr. Michael Hüller (Bündnis 90/Die Grünen). Die Informationen über den Stützpunkt seien noch nicht in die Fläche gelangt. Hausärzte seien der Schlüssel.

Braucht Zeit, bis sich Einrichtung etabliert

„Eine kleine Dosis Realität“ forderte der Landrat ein: „Alles, was neu ist, braucht Zeit, bis es sich etabliert.“ Bedarf an weiterer Öffentlichkeitsarbeit sei sicher vorhanden, gab Walch Dr. Hüller Recht. Ein Flyer reiche nicht dafür. Insgesamt sei der Trend aber positiv. Mehrere Kreisräte hatten Detailfragen an Wegfahrt. Christine Schuhegger (CSU) regte eine Veranstaltung mit Ortsbäuerinnen an. Frank Wegfahrt stellte Termine in nächster Zeit in Aussicht.

Vier Mitarbeiter mit einschlägiger Erfahrung im Kranken- und Pflegebereich:

Frank Wegfahrt, Leiter des Pflegestützpunkts Traunstein, legte im Gesundheitsausschuss einen Bericht ab.

Frank Wegfahrt leitet den Pflegestützpunkt von Beginn an. Er startete mit einer Mitarbeiterin. Seit 1. Februar 2021 ist das vierköpfige Team aus ihm und drei Damen komplett. Die Frauen verfügen laut Wegfahrts Schilderungen alle über langjährige berufliche Erfahrung – mit 21-jähriger Tätigkeit in Kliniken beziehungsweise Ausbildung im Pflegebereich „von der Pike auf“, sie seien zuletzt in Leitungsfunktionen tätig gewesen. Er selbst komme aus dem Sozialsektor, wie er sagte, und absolviere derzeit eine Pflegeausbildung.

Laut Landrat Siegfried Walch (CSU) nahm der Pflegestützpunkt Anfang Oktober 2019 seinen Betrieb auf – zunächst in Eigenregie des Landkreises. „Wir wollten nicht auf die langwierigen formalen Regelungen beziehungsweise die Vereinbarungen mit den Pflegekassen und dem Bezirk Oberbayern warten“, erklärte der Landrat.

Im Frühjahr 2020 habe der Landkreis den Stützpunkt mit dem Bezirk Oberbayern in den vorgesehenen gesetzlichen Rahmen überführen können.

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