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Pfiffige Ideen für „Seemeile“ gesucht

Sie heißt Promenade, sieht aber nicht so aus: Die Fußgängerzone zwischen der Kreuzung Stocker Spinne und den Schären soll verschönert werden. Die CSU hat das schon vor Jahren offiziell beantragt.
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Sie heißt Promenade, sieht aber nicht so aus: Die Fußgängerzone zwischen der Kreuzung Stocker Spinne und den Schären soll verschönert werden. Die CSU hat das schon vor Jahren offiziell beantragt.

Über 70 Architekturstudenten aus Augsburg werden sich bis Ostern überlegen, wie die Verbindung zwischen Zentrum und Chiemsee verschönert werden kann. Die Kommunalpolitik erhofft sich kreative Ansätze und pfiffige Ideen vor allem für die Seestraße.

Prien – 76 Architekturstudenten sind vergangene Woche in kleinen Gruppen zwischen Marktplatz und Hafen spazieren gegangen. Sie haben sich aber nicht nur die Beine vertreten, sondern vielmehr ein Bild gemacht von den Örtlichkeiten. Ihr Semester-Auftrag ist die „städtebauliche Verknüpfung und Anbindung des Ortskerns mit dem Chiemsee“.

Für Priener Gäste, die zum Beispiel mit der Bahn kommen, ist der Weg zu Fuß aus dem Zentrum zum Bayerischen Meer durch die Seestraße eher langweilig. Es gibt kaum Geschäfte und die Möglichkeiten zur Einkehr sind auf manchen Streckenabschnitten übersichtlich. Plätze für kurze Pausen, um sich hinzusetzen, sucht man auch vergebens.

Die Seestraße steht, genauso wie das Bahnhofsareal, seit Jahren im Planungsgebiet für das Förderprogramm „Stadtumbau-West“. Für die Umsetzung hat aber das Bahnhofsgebiet Priorität. Und weil es dort stockt, sind Maßnahmen für die Seestraße in weiter Ferne.

Präsentation von Entwürfen am 18. April

Von den Studenten erhofft sich die Kommunalpolitik nun zunächst pfiffige Ideen und kreative Vorschläge, um eventuell eine Planungsgrundlage zu bekommen.

Professor Marcus Rommel betreut die Semesterarbeit der angehenden Architekten und erläuterte dem Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung die Vorgehensweise. Dreh- und Angelpunkt wird ein mehrtägiger Workshop in der Woche vor Ostern. Am Gründonnerstag, 18. April, sollen die Entwürfe öffentlich präsentiert werden. Genauer Ort und Uhrzeit stehen noch nicht endgültig fest.

Als Projekttitel hat Rommel „Prien zum Chiemsee“ vorgegeben und damit die Aufgabe in Worte gefasst. „Prien ist eine Seemeile weg vom See“, fasste er die ersten Eindrücke treffend zusammen und sezierte gleich einmal die bauliche Entwicklung der Marktgemeinde über Jahrzehnte. „Da ist eine Schicht nach der anderen entstanden“, kommentierte der Architekt die Eindrücke vom Spaziergang, als er und die Studenten durch zum Teil völlig verschiedene Ortsteile und Viertel kamen.

Das Gebiet, für das die Studenten Ideen entwickeln sollen, beschränkt sich nicht auf die Ost-West-Achse der Seestraße und ihre unmittelbare Umgebung. Rommel skizzierte auf der Großleinwand im Rathaussaal das Areal vom früheren Flugplatz nördlich der Carl-Braun-Straße bis zum Herrenberg im Süden.

Schon heute verläuft ja der ausgeschilderte Fuß- und Radweg vom Zentrum zum See nur bis zur Abzweigung „Stauden“ nahe des König Ludwig Saals direkt auf der Seestraße. Von dort werden Spaziergänger und Radler durch den Eschenweg und weiter entlang der Gleise der Chiemseebahn bis zur Kreuzung Stocker Spinne dirigiert.

„Sie dürfen auch den Flächennutzungsplan infrage stellen“

Für die Ideen der Studenten ist nichts in Stein gemeißelt, „sie dürfen auch den Flächennutzungsplan infrage stellen“, hieß es in der Sitzung. „Die ticken anders. Für Sie ist es sicher interessant, wie diese junge Generation mit den Themen umgeht“, sagte Rommel im Gemeinderat. „Es sind große Talente dabei, da wird es sicher einige tolle Entwürfe geben“, ist er sich sicher.

Was mit den Vorschlägen dann passiert, ist offen. Im Juli wird es an der Hochschule in Augsburg eine Abschlusspräsentation geben, zu der auch Vertreter Priens anreisen sollen. Rommel berichtete im Rathaus von vergleichbaren Projekten aus Vorjahren in anderen bayerischen Gemeinden, bei denen eine Auswahl der Vorschläge zum Beispiel als Diskussionsgrundlage für ein Bürgerbeteiligungsverfahren diente.

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