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Erzbistum benennt Nachfolger

Pfarrer Konrad Roider kann Verantwortung in Übersee und Traunstein wieder abgeben

Pfarrer Konrad Roider muss die Dienstpläne für Traunstein und Übersee mit seiner Heimatpfarrei am Tachinger See unter einen Hut bringen. Das bedeutet viel Papierkram.
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Pfarrer Konrad Roider muss die Dienstpläne für Traunstein und Übersee mit seiner Heimatpfarrei am Tachinger See unter einen Hut bringen. Das bedeutet viel Papierkram.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Den Katholiken in Traunstein und Übersee bleibt kaum Zeit, sich an einen Pfarrer zu gewöhnen. Als Dekan Georg Lindl 2021 ging, übernahm Pfarrer Konrad Roider vom Pfarrverband am Tachinger See zusätzlich dort die Verantwortung. Bald gibt er sie schon wieder ab. Aber es könnte gut sein, dass sein Nachfolger länger bleibt.

Übersee – Konrad Roider spart sich ab Mitte September viel Benzin. Denn dann fallen für den Pfarrer des Pfarrverbands am Tachinger See viele Dienstfahrten weg. Der 39-Jährige, der auch Dekan des Dekanats Baumburg ist, war vom Erzbistum seit September 2021 mit der Übernahme der Pfarrersposition bei der Stadtkirche Traunstein und in der Pfarrei Übersee-St. Nikolaus betraut worden. Beide Stellen waren nach dem Weggang von Dekan Georg Lindl vakant.

Wechsel am 19. September

Ab 19. September übernimmt diese beide Aufgaben Pfarrer Klaus Vogl, derzeit noch Leiter des Pfarrverbandes Rott am Inn. Bis dahin hält Roider die Stellung. „Ich bin da, wo ich gebraucht werde“, umschreibt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen im Überseer Pfarrheim sein Motto. „Wenn´s pressiert“ schaffe er die Strecke von Taching nach Übersee dank der Autobahn in einer halben Stunde, verrät der eilige Geistliche. Er könnte zwar Kilometergeld abrechnen, aber der bürokratische Aufwand sei ihm zu kompliziert.

Roider macht kein Hehl daraus, dass er froh ist, wenn er im Herbst die Verantwortung für Traunstein und Übersee wieder abgegeben darf, „weil für mich eine Last abfällt. Ich gehe davon aus, dass ich dann erstmal durchschnaufen kann“, hofft der Geistliche, dass er nicht anderswo zusätzlich gebraucht wird. Um den seelsorgerischen Bedarf abdecken zu können, stehen Roider in Traunstein und Übersee unter anderem mehrere Vikare, Kaplane, Diakone, Ruheststandspfarrer und Gemeindereferenten zur Verfügung.

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Seinen Nachfolger Vogl kennt er vom Studium, die beiden waren aber verschiedene Jahrgänge. Im Mai wird der designierte Pfarrer von Traunstein und Übersee spätestens zum ersten Mal an den künftigen Wirkungsstätten eingebunden, wenn in Abstimmung mit den übrigen Seelsorgern die Dienstpläne für die nächsten Monate bis in den Herbst erarbeitet werden.

Bisher war es gelungen, die personellen Engpässe ohne größere Einschnitte im seelsorgerischen Angebot zu moderieren. Roider macht sich und den Überseern keine Illusionen, was die personelle Besetzung der Pfarrei in Zukunft angeht. „Die Realität wird alle langsam lehren, dass es anders wird. Übrigens nicht nur im Hinblick auf Priester, auch bei pastoralen Mitarbeitern oder Kirchenmusikern. Ich weiß, dass es eine Herausforderung für die Gläubigen und uns Seelsorger ist, denn bisher ist man gewohnt, Seelsorger greifbar zu haben oder eben als Seelsorger vor Ort zu sein. Aber in immer größeren Räumen kann man nicht überall gleichzeitig sein. Also müssen Gläubige auch selbst und unabhängig das Glaubensleben am Laufen halten.“

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Übersees Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Martin Metz kann der personellen Vielfalt schon heute Positives abgewinnen. „Es finden nicht wenige Kirchenmitglieder gut, dass wechselnde Priester zum Gottesdienst kommen und so eine gewisse Lebendigkeit und Abwechslung im persönlichen Stil erlebbar wird.“

Metz ist auch überzeugt, dass das kirchliche Leben in Zukunft mehr denn je vom Engagement der Gläubigen selbst abhängt. „Der Mangel an Seelsorgern macht es erforderlich, dass die Laien sich bewusst werden, welche Aufgaben sie übernehmen dürfen, können und wollen. Das sind nicht wenige. Lebendige Gemeinden wird es in der Zukunft nur dort geben, wo Laien ihre Aufgaben erkennen und im Team dafür Verantwortung übernehmen. Das macht niemals einen Priester oder Seelsorger überflüssig, aber dieser kann dann größere Seelsorgeeinheiten betreuen und sich auf die ihm vorbehaltenen Aufgaben konzentrieren“, findet der Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Viel Lob für Diakon Heiko Jung

Auch die Vorsitzende der Kirchenverwaltung von St. Nikolaus, Regina Kreuz, setzt auf das Engagement aus dem Kreis der Gemeinde. „Eine Pfarrei besteht nicht aus einem Pfarrer oder Pfarradministrator, sondern aus den Gläubigen und hier haben wir viele, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen.“

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Eine Personalie eint Roider, Metz und Kreuz: die Wertschätzung für Diakon Heiko Jung, der seit eineinhalb Jahren in Übersee ist. „Mit Diakon Heiko Jung haben wir einen sehr engagierten Seelsorger vor Ort, sodass sämtliche Belange an Seelsorge, Liturgie und Sakramente gut abgedeckt werden können“, lobt Kreuz.

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