Dem neuen Vize-Chef der Polizeiinspektion Prien, Peter Hans, fehlt noch ein Führerschein

Peter Hans ist der neue, offizielle Stellvertreter von Karin Walter, der Leiterin der Polizeiinspektion Prien. Berger
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Peter Hans ist der neue, offizielle Stellvertreter von Karin Walter, der Leiterin der Polizeiinspektion Prien. Berger
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Karin Walter, die Leiterin der Polizeiinspektion (PI) Prien, hat endlich einen dauerhaften Stellvertreter. Der 51-jährige Peter Hans wechselt von der PI Traunstein an den Chiemsee.

Prien – „Hans ist der Nachname“, schiebt der Hauptkommissar bei der Begrüßung im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung gleich lächelnd hinterher. Missverständnisse hat er ob seines Nachnamens in seinen 51 Lebensjahren wohl schon oft erlebt.

Seit 1. Mai ist der gebürtige Oberfranke offiziell Stellvertreter von Karin Walter. Sie hatte seit ihrem eigenen Wechsel von der PI Brannenburg, wo sie selbst Vize-Chefin war, in die Marktgemeinde vor einem Jahr bisher nur interimsmäßige Vertreter. Jetzt war die Stelle offiziell ausgeschrieben und die Wahl unter mehreren Bewerbern fiel auf Hans.

Aus Oberfranken „der Liebe wegen“ nach Oberbayern

Der 51-Jährige hat eine Polizei-typische Laufbahn absolviert. Geboren und aufgewachsen in Creußen bei Bayreuth, kam er 1987 in Würzburg zur Polizei. Über Nürnberg führte sein Weg „der Liebe wegen“ – er ist verheiratet und Vater eines inzwischen 24-jährigen Sohnes – nach Oberbayern. Über Dachau kam er zur Dienststelle am damaligen Grenzübergang Salzburg-Autobahn (Walserberg).

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Nach der Grenzöffnung 1998 wechselte Hans zur Schleierfahndung, bevor er in Fürstenfeldbruck einen Lehrgang für den gehobenen Dienst absolvierte.

Peter Hans arbeitete zuvor in Laufen

Danach trug er als Dienstgruppenleiter bei der Inspektion Laufen und ab 2016 in Traunstein Verantwortung für bis zu acht Beamte, die zu diesen Gruppen gehörten.

Insofern ist die Ernennung zum stellvertretenden Inspektionsleiter schon ein Sprung, denn zur Priener Truppe gehören 40 Personen. In den Pfingstferien, wenn Karin Walter eine Woche Urlaub hat, wird Hans zum ersten Mal die volle Verantwortung übernehmen.

Die PI-Chefin, Nachfolgerin von Dieter Bezold, ist jetzt fast auf den Tag genau ein Jahr in Prien und zieht ein rundum positives Zwischenfazit. „Wie die ganze Dienststelle immer mitzieht und alle an einem Strang ziehen, das ist einfach toll“, lobt sie den Teamgeist ihrer Truppe.

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Hans charakterisiert sich selbst als „Polizist mit Leib und Seele. Wenn mich um 3 Uhr nachts jemand aufweckt, dann rücke ich aus.“

Der Hauptkommissar pendelt jetzt mit Auto und Zug zwischen Saaldorf-Surheim, wo er lebt, und Prien. Daheim ist er seit Jahrzehnten bis heute als Tennislehrer im örtlichen Sportverein aktiv. Überhaupt: Für alles, wo ein Ball im Spiel ist, ist der sportliche Beamte leicht zu begeistern.

Coronavirus verändert Polizeiarbeit

Sein Wechsel von Traunstein nach Prien erfolgt in einer bewegten Zeit. Die vergangenen Wochen waren insbesondere geprägt von verstärkten Kontrollen, ob die wechselnden Corona-Auflagen an Land und auf dem Chiemsee eingehalten werden. Gleichzeitig sanken die Fallzahlen im Alltagsgeschäft der PI, also bei Diebstählen oder Unfällen, weil wenig Menschen unterwegs und die Läden und Lokale zu waren.

Jetzt steigen die Zahlen langsam wieder, bestätigt Walter im Gespräch den Effekt der Lockerungen der Auflagen.

Roland Kempf neuer Leiter der Wasserschutzpolizei

Ein erstes Spezialgebiet der PI Prien hat Hans schon kennengelernt: mit Roland Kempf, dem neuen Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP), war er auf Streifenfahrt auf dem Chiemsee unterwegs. Bald will er selbst ans Steuer. Aus seiner Zeit in Laufen hat er schon den Bootsführerschein für den Waginger und Tachinger See. Für das Bayerische Meer will er ihn bald naschholen.

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Von der Öffentlichkeit unbemerkt, weil von der Corona-Krise überschattet, hat Kempf die Verantwortung für die WSP von Hans Herzinger übernommen. Der hatte auf eigenen Wunsch seinen Abschied nur im kleinen Kreis der Kollegen gefeiert. Kempf (55), gebürtiger Rosenheimer, ist schon seit über 30 Jahren Polizist, seit fast zwei Jahrzehnten bei der PI Prien und lebt auch in der Marktgemeinde. Der Polizeihauptkommissar hat auch schon langjährige Erfahrung als Stellvertreter Herzingers bei der WSP.

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