Die Pest in Rimsting

Die Pestsäule am westlichen Ortsrand von Zacking in der Gemeinde Rimsting.
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Die Pestsäule am westlichen Ortsrand von Zacking in der Gemeinde Rimsting.

Rimsting – Schon in früheren Jahrhunderten hat es verheerende Seuchenwellen gegeben, die fast die Hälfte aller Menschen in West- und Mitteleuropa hinweggerafft haben.

So hatte die aus Asien im Jahre 1347 vordringende Pest Mitteleuropa erreicht. Noch fünfmal kam es in den folgenden 100 Jahren zu ähnlichen Epidemien.

Pestsäule rund400 Jahre alt

Auch in Rimsting gibt es noch Zeugnisse davon, so etwa die Pestsäule im Rimstinger Ortsteil Zacking, die als Dank für das Nachlassen oder Auslöschen der Seuche errichtet worden ist.

Wie Josef Waibel in seiner Chronik schreibt, handelt es sich nach der Überlieferung der Dorfbewohner um eine steinerne Bildsäule im bäuerlichen Ostgarten des Kainzengutes in Zacking. Das Alter der knapp mannshohen Säule mit einer Öffnung für ein Bild wurde auf rund 400 Jahre geschätzt. Lange Zeit, so Waibel, sei das Bildfeld des granitenen Denkmals leer geblieben, bis die Gemeinderäte im Jahr 1980 ein helles Steinrelief mit der Darstellung des heiligen Leonhard, des Kirchenpatrons von Greimharting, einbringen ließen. Ferner ging am Fuß des Granitsteines der Säule die Altstraße Mauerkirchen-Greimharting-Wildenwart, Bernau vorbei. Dass die Pest in Rimsting weiter wütete, bewies auch der Pest anger, westlich des von Zacking nach Siggenham verlaufenden Weges. Dort ist eine größere Wiese vom Wald ausgespart worden, auf der früher ein stattliches Holzkreuz zur Erinnerung an den Pestfriedhof stand.

Daran konnte sich noch der frühere Schulleiter von Greimharting, August Schreyegg, erinnern. Auf Urkunden sei ferner überliefert, dass sich in den Jahren 1634/36 die gefürchtete Pest weiter ausbreitete, der im April 1636 die ganze Familie des Westernachergutes zum Opfer gefallen und auf dem Pestfriedhof bei Zacking beigesetzt worden sei. Von den Plagen des Dreißigjährigen Krieges allerdings sei der Chiemgau verschont geblieben. Die schwedischen Truppen konnten nach der Einnahme von München am 17. Mai 1632 wegen Hochwassers nicht über den Inn hi naus vorstoßen. Aber der Schwarze Tod habe die Dörfer und Weiler des Chiemgaues trotzdem erreicht, schreibt Waibel in seiner Chronik.

Streit umdas Erbe

Als Herzog Georg der Reiche von Bayern, zu dessen Teil-Herzogtum auch Rimsting gehörte, im Dezember des Jahres 1503 starb, gab es einen Streit um sein Erbe, den „Landshuter Erbfolgekrieg“. In dessen Verlauf zogen Truppen durch Rimsting, quartierten sich ein und requirierten, was sie brauchen konnten. Währenddessen fanden die eigentlichen Kämpfe bei Regensburg, sowie um die Fes te Kufstein und im Schwäbischen statt.

Dem Chiemgau bliebviel Leid erspart

Der Chronist Waibel kommt dabei zum Schluss, dass die geschützte Lage im „Windschatten des Chiemsees“ und abseits der weiter nördlich verlaufenden Straße Salzburg-München, wie der „Nord-Süd Verbindung im Tale des Inns“ den früheren Bewohnern des Chiemgaus viel Leid ersparte. th

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