12. auf 13. August 2020

Die Nacht der Perseiden: Sternschnuppen im Minutentakt in der Region

Manuel Philipp aus Rimsting gibt Sterneführungen auf der Ratzinger Höhe sowie auf der Winklmoosalm und kennt sich mit den Perseiden sowie den Gestirnen am Firmament gut aus.
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Manuel Philipp aus Rimsting gibt Sterneführungen auf der Ratzinger Höhe sowie auf der Winklmoosalm und kennt sich mit den Perseiden sowie den Gestirnen am Firmament gut aus.
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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Sternschnuppen erfüllen Wünsche, wenn man laut Aberglaube nicht verrät, was man sich gewünscht hat. Bis zu 50 Wünsche pro Stunde können in der Nacht vom 12. auf den 13. August in Erfüllung gehen. Noch bis zum 24. August sind die sogenannten Perseiden zu sehen.

Rimsting – Die Perseiden-Nächte begeistern, „sie faszinieren jährlich mehr Menschen“, weiß Manuel Philipp aus Rimsting. Der Diplom-Ingenieur ist Fachmann und Leiter der mobilen Sternwarte Rimsting. Seine Führungen sind aktuell ausgebucht. Jeder will über die Sterne und das Phänomen der Schnuppen mehr erfahren.

Wo sehe ich die Perseiden?

Doch dazu muss man die Sternschnuppen erst einmal sehen. Das geht am besten mit freier Blickrichtung gen Osten. Zwischen 22.30 und 1.30 Uhr sind die Lichter am besten am Himmel zu sehen. Denn dann störe der Mond mit seinem fahlen Schein die Sicht nicht. „Je dunkler der Ort ist, an dem man sich aufhält, umso leichter sieht man die Sternschnuppen“, so Philip.

Flach auf dem Rücken liegend und mit den Füßen nach Nordosten zeigend, sei die ideale Position. Dann seien auch die kleineren Sternschnuppen erkennbar. „Im Idealfall lassen sich bis zu 40 oder 50 Meteore pro Stunde beobachten“, sagt Professor Thomas Kraupe, Direktor des Planetariums Hamburg.

Dieser regelrechte Schauer wird in der Nacht auf den 13. August 2020 pro Stunde vorhergesagt. Eine besondere Ausrüstung brauche man für die Beobachtung der Perseiden indes nicht. Sie sind mit bloßem Auge gut zusehen.

Nächster Schauer im November

Wolken und Regen können den Beobachtungen allerdings einen Strich durch die Rechnung. Laut Deutschem Wetterbericht soll es zu Wolken, wenn nicht gar Regen und Gewitter in der Nacht zum Donnerstag vor allem im Südwesten kommen.

Manuel Philipp aus Rimsting gibt Sterneführungen auf der Ratzinger Höhe sowie auf der Winklmoosalm und kennt sich mit den Perseiden sowie den Gestirnen am Firmament gut aus.

Wer jetzt Pech hat und keine Sternschnuppen sehen kann, der hat im November mit den Leoniden und den Geminiden im Dezember die nächsten Chancen. „Dann aber muss man sich wesentlich wärmer anziehen und die Beobachtungen auf den zweiten Teil der Nacht ab 2 Uhr verlagern“, weiß Philipp.

Jede einzelne Sternschnuppe wird genossen

Wie viele Sterne er in seiner besten Beobachtungsnacht gesehen hat? „Das weiß ich nicht. Ich zähle sie aber auch nicht, sondern genieße jede Einzelne.“ Der Experte weiß aus seiner Erfahrung sowie von seinen Vorträgen und Führungen auf der Ratzinger Höhe in Rimsting und im Sternenpark Winklmoosalm, dass man zwischen dem mystischen Aspekt mit Wünschen und dem rein wissenschaftlichen Blick auf die Sternschnuppe differenzieren muss.

Sternschnuppen der Perseiden, fotografiert im Sternenpark Winklmoosalm.

So sahen die Menschen in den Sternen einst göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Der Überlieferung zufolge wurden die Sternschnuppen als Dochte interpretiert, die den Engeln beim Putzen der Himmelskerzen herunterfielen.

Wünsche entspringen Aberglaube

Und so hoffte man auf göttlichen Beistand oder einen Engel an der Seite, wenn man beim Anblick einer Sternschnuppe einen stillen Wunsch äußerte. Doch nicht überall bringen Sternschnuppen Gutes. In der Mongolei gelten sie als Unglückszeichen. Im Volksglauben der Steppenbewohner zeigen sich in Sternschnuppen die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ins Jenseits.

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Aber: „Konträr zu dem, was schon Kinder erklärt bekommen, ist eine Sternschnuppe kein Stück von einem Stern“, so Philipp. Es handelt sich eigentlich um Sternenstaub. Die Perseiden sind folglich die „Hinterlassenschaften eines Kometen“. Dieser heißt 109P/Swift-Tuttle und umkreist alle 130 Jahre die Sonne. „Dabei hinterlässt er jedes Mal eine Dreckspur im All, die die Erde auf ihrer elliptischen Umlaufbahn dann Mitte August kreuzt“, beschreibt Philipp.

Schweif sorgt für das Glitzern am Himmel

Sterne seien mit Gas gefüllt und deshalb würde eine Sternschnuppe kein Stück vom Stern sein, sondern dessen Staub, der sich durch seinen Weg zur Erde zu Silikat-Gestein wandelt. „Silikatgesteine sind die häufigsten Gesteine der Erdkruste“,so Philipp.

Die winzigen Bruchstücke aus dem Kometenschweif – einer kaum größer als ein Millimeter – sorgen für das Glitzern am nächtlichen Himmel. Sie verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre.

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