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„Nichts Besseres für unsere Schule vorstellbar

Patenprojekt auch an der Priener Franziska-Hager-Schule erfolgreich

An der Franziska-Hager-Mittelschule betreuen 22 Paten aktiv 17 Schülerinnen und Schüler.
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An der Franziska-Hager-Mittelschule betreuen 22 Paten aktiv 17 Schülerinnen und Schüler.

Für Schüler mit Lernschwierigkeiten und problematischem Verhalten: An der Franziska-Hager-Mittelschule betreuen 22 Paten 17 Schülerinnen und Schüler.

Prien – In der jüngsten Sitzung des Mittelschulverbands Prien informierte Kerstin Stock, Leiterin von „Junge Arbeit Rosenheim“ zum Patenprojekt an der Franziska-Hager-Mittelschule (FHS).

Stock berichtete, das Projekt sei 2006 unter dem damaligen Schulleiter Rainer Wicha in Zusammenarbeit mit dem Markt Prien und dem Landkreis Rosenheim gestartet. Die Anschubfinanzierung habe die Sparkassen-Stiftung übernommen, seither werde es vom Landkreis Rosenheim und dem Jobcenter finanziert. Von anfänglich 60 bis 80 Paten stünden heute 200 im Landkreis für Schüler mit Lernschwierigkeiten und problematischem Verhalten zur Verfügung.

In Prien leisten 22 Paten aktive Hilfe

In Prien seien 22 Paten aktiv, die 17 Schüler betreuten. Die Patenschaft sei freiwillig und auch die Eltern müssten einverstanden sein. Der Input ginge von den Lehrern aus, die aufzeigten, wenn ein Schüler Hilfe benötige. Dann schaue man, was genau er brauche und welcher Pate dies am besten leisten könne, so Stock.

Wie einer der drei Koordinatoren des Projekts, der Pate Konrad Bachhuber, informierte, seien insgesamt seit Beginn 1311 Schüler im Landkreis Rosenheim betreut worden; in Prien allein 234, von denen 143 in eine Ausbildung vermittelt werden konnten. Die Ursachen der Schwierigkeiten seien meist Probleme in der Familie aufgrund von Alleinerziehenden oder Migrationshintergründe. Gemäß dem Motto der FHS, dass kein Kind die Schule ohne eine berufliche Perspektive verlasse, würden viele zunächst in Praktika vermittelt, damit sie Berufe kennenlernen könnten.

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Dies sei in den vergangenen zwei Jahren aufgrund von Corona besonders schwierig gewesen. Aufgabe der Paten sei es nicht, Nachhilfeunterricht zu leisten, sondern vor allem Ansprechpartner in allen Dingen zu sein sowie den Jugendlichen den meist mangelnden Selbstwert und das oft fehlende Selbstbewusstsein zu stärken. Man sei quasi eine Art Beichtvater, erklärte Bachhuber.

Schulleiter Marcus Hübl ergänzte, er könne sich nichts Besseres für seine Schule vorstellen. Es handele sich bei den Schülern um keine leichten Fälle. Auch die engagiertesten Lehrer kämen damit im Unterricht an ihre Grenzen und könnten die benötigte Unterstützung nicht leisten. Wie Erster Bürgermeister Andreas Friedrich erklärte, wolle man dieses Projekt nun mit einer Spende in Höhe von 600 Euro jährlich ausstatten, mit dem die Paten eine Fortbildung, eine Supervision oder auch eine Veranstaltung – auch mit den Jugendlichen – besuchen könnten. Bislang arbeiteten die Paten als Ehrenamtliche ohne jede Zuwendung. Der Mittelschulverband beschloss einstimmig, den jährlichen Betrag in Höhe von 600 Euro bereitzustellen.

Wie die Mittelschul-Verbandsrätin Rosi Hell informierte, habe sie auf ihre Initiative hin viele Lehrstellen-Angebote erhalten, und zwar würden vor allem Handwerkern Auszubildende in jeder Sparte suchen. Aber leider würden viele Schüler lieber auf weiterführende Schulen gehen, so Hell. Rund 14 Prozent dieser Lehrstellen in Bayern blieben daher unbesetzt, was für sie ein „Wahnsinn“ sei.

Für Mittelschule kaum Akzeptanz

Dabei waren sich alle Anwesenden einig, dass dies unter Umständen an der Einstellung der Eltern liege, die ihren Kindern den bestmöglichen Schulabschuss ermöglichen wollten, ohne dabei die individuelle Eignung zu berücksichtigen. Wie Hübl bestätigte, sei das Image der Mittelschule bei den Eltern derart schlecht, obwohl mit einem dortigen Abschluss den Kindern alle weiterführenden Schulen offenstehen. Leider gebe es für die Mittelschule kaum Akzeptanz in der Gesellschaft – völlig zu Unrecht, wie er bedauerte. Friedrich regte dazu an, Praktika nur im Handwerk anzubieten, um den Schülern die Tätigkeiten näherzubringen und so vielleicht deren Interesse zu wecken.

Integration der ukrainischen Kinder

Der Schulleiter Marcus Hübl informierte über den Stand der Eingliederung der ukrainischen Flüchtlingskinder, die in Kooperation mit der Freien Waldorfschule durchgeführt werden. In der FHS habe man eine Willkommensklasse gebildet, an der die ukrainischen Kinder ganztags betreut würden. Die ersten zwei Stunden am Tag würden sie von einer Ukrainerin in Deutsch unterrichtet, die in Kiew an der dortigen Waldorfschule Lehrerin gewesen sei.

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Sie sei bereits vor Eintritt des Kriegs nach Prien gekommen. Problematisch sei der Verwaltungsaufwand, mit dem man sich um eine Personalaufstockung bemühe. Sie hätten zu wenig Lehrkräfte an der FHS, weshalb man sich von pensionierten Lehrern Unterstützung hole. Derzeit bestehe eine Klasse aus 15 bis 20 Schülern. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich erklärte, man werde mit allen beteiligten Gemeinden einen diesbezüglichen Brief aufsetzen, der an die Regierung geschickt werde.

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