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Stellplätze sind knapp

Parkplatzsituation an neuer Bäckerei sorgt für Diskussion im Gemeinderat Rimsting

Der Gemeinderat legt großen Wert darauf, dass es genug Parkplätze gibt, wenn die Dorfbäckerei Jim und Joe nach einer baulichen Erweiterung auch ihre Produktion zu dem Laden in der Rimstinger Bahnhofstraße verlegt.
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Der Gemeinderat legt großen Wert darauf, dass es genug Parkplätze gibt, wenn die Dorfbäckerei Jim und Joe nach einer baulichen Erweiterung auch ihre Produktion zu dem Laden in der Rimstinger Bahnhofstraße verlegt.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Ein junger Betrieb möchte seine Produktion nach Rimsting verlagern, wo er schon einen Laden hat. Das freut den Gemeinderat. Aber die Parkplatzsituation ruft das Gremium auf den Plan, denn es gibt Bedenken in der Nachbarschaft.

Rimsting – Jim & Joe ist keine neue Westernserie. Die Namen stehen für frische Backwaren. Weil die Bäckerei immer weiter gewachsen ist, soll sie nun von Eggstätt nach Rimsting umziehen. Der dortige Gemeinderat hat noch Bedenken, ob an dem Betrieb in der Bahnhofstraße genug Parkplätze vorhanden sind.

Vor ein paar Jahren machte der Vorbesitzer die Eggstätter Dorfbäckerei dicht. Jim Ritter, der dort gelernt hatte, und sein Kumpel Joe alias Matthias Andraschko, Bäckermeister aus Schnaitsee, taten sich zusammen und machten die Dorbäckerei neu auf. Seitdem brummt das Geschäft.

Matthias Andraschko (Joe), Jim Ritter, Jessi Weis und Jasmin Grimm (von links) sind das ursprüngliche Dorfbäcker-Team.

Vor etwa einem Jahr übernahm das Duo die frühere Bäckerei in der Bahnhofstraße in Rimsting. Dort wird bisher aber nur verkauft, nicht gebacken.

Auf 17 Mitarbeiter angewachsen

Weil sie gewachsen sind und inzwischen 17 Mitarbeiter beschäftigen, wie Andraschko im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen berichtete, brauchen sie mehr Platz. In Eggstätt sei dieser begrenzt und der Vermieter wohl auch nicht gewillt, viel zu investieren.

Anders in Rimsting. Dort habe der Eigentümer bereits für sie aufwendig umgebaut, freut sich Andraschko. Bereits im Januar hatten er und sein Kompagnon Ritter dem Rimstinger Gemeinderat einen Bauantrag vorgelegt für einen großen Kühlraum, Lagerflächen und eine überdachte Ladezone. Sieben auf 13,50 Meter groß soll der Neubau werden, der die bestehenden Räumlichkeiten ergänzen soll. Wenn alles fertig ist, soll der gesamte Produktionsbetrieb von Jim & Joe nach Rimsting umziehen.

Der Gemeinderat begrüßte den Fortbestand der Bäckerei im Ort. Aus den Reihen des Gremiums kam aber Kritik an der Gestaltung des Baus. Unter der Voraussetzung, dass hier nachgebessert wird, stimmte der Rat dem Bauantrag aber im Januar bereits zu.

Die Verwaltung suchte das Gespräch mit den Bauherren und diese hätten sich laut Geschäftsleiterin Regina Feichtner als „sehr gesprächsbereit“ gezeigt. In der jüngsten Sitzung lag ein überarbeiteten Entwurf vor mit einer umgestalteten Fassade und einem begrünten Flachdach, das bei Starkregen Niederschlagswasser zwischenlagern kann.

Der Rat fand Gefallen an der neuen Planung, biss sich aber an einem anderen Thema fest: den Parkplätzen. Auslöser war ein vierseitiges Schreiben eines Nachbarn, der drastisch seine Erfahrungen aus Zeiten des früheren Bäckereibetriebs schilderte.

Der Absender berichtete von Bäckern, deren Lärm zu Dienstbeginn in den frühen Morgenstunden ihn um den Schlaf gebracht hätten, von lauten Ventilatoren, brummenden Mehl-Transportern und zugeparkten Wohnstraßen. Dort sei es mitunter so eng geworden, dass die Müllabfuhr die Tonnen nicht mehr anfahren konnte. Sogar der Notarzt habe mehrfach Umwege fahren müssen.

Derzeit sind Feichtner zufolge „zeichnerisch“ 14 Stellplätze auf dem Areal ausgewiesen. Tatsächlich werden aber mindestens vier davon auf der Ostseite des Grundstücks nicht so genutzt wie am Reißbrett.

Stephan Walter (Grüne) würde es am liebesten sehen, wenn ein Teil der Parkplätze explizit für Personal ausgewiesen würde. Zweiter Bürgermeister Thomas Schuster (CSU) gab zu bedenken, dass es zugeparkte Wohngebiete mindestens an zehn anderen Orten in Rimsting auch gebe und warnte vor einer Verlagerung des Problems, wenn in wenigen Straßen Parkverbote ausgewiesen würden.

Mary Fischer (FW) forderte, dass mindestens so viele Parkplätze ausgewiesen werden wie die Firma Mitarbeiter hat.

Verwaltungsleiterin Regina Feichter hatte auf der Grundlage der gültigen Gesetzeslage und der Quadratmeterflächen (Bäckerei 270, Laden 134 und Café mit Terrasse 61) den Stellplatzbedarf hochgerechnet, der rechtlich tatsächlich in etwa dem zeichnerischen Bestand entspricht.

„Bauwerber, mit dem man gut reden kann“

„Wir haben einen Bauwerber, mit dem man gut reden kann“, sprach sie aus der Erfahrung der Verhandlungen zur Umplanung des Erweiterungsbaus. Zunächst das Gespräch zu suchen, war dann auch der Ansatz, den der Rat favorisierte. Gegen die Vorgehensweise stimmten Brigitte Feichtner (UWG) und Josef Stöffl (FW).

Bei den beiden Bäckermeistern könnten die Bitten auf offene Ohren stoßen. Andraschko sagte am Tag nach der Sitzung im Telefonat mit der Redaktion, dass ihm und Gesprächspartner Ritter die Problematik bewusst sei. Es habe positive Vorgespräche mit dem Vermieter gegeben, eine Teilfläche auf der Ostseite des Grundstücks so umzubauen, dass dort tatsächlich Platz für fünf Stellplätze sei.

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