GEGEN DAS PARKPLATZPROBLEM

Bürgermeister wollen digitale Besucherlenkung im Achental

Das Achental will Pilotregion für eine digitale Besucherlenkung werden.
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Das Achental will Pilotregion für eine digitale Besucherlenkung werden.
  • vonLudwig Flug
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Bei der ersten Vorstandssitzung des Vereins „Ökomodell Achental“ ging es um das Projekt „Digitale Besucherlenkung im Achental“ und um die Teilnahme am Wettbewerb „Kommunal? Digital!“.

Unterwössen – Weitere Themen waren die weitere Vorgehensweise beim Projekt Innenentwicklung, die Inhalte der Projektskizze „Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental“ und der Haushalt 2021. Die Sitzung sei in Präsenz als auch in digitaler Form abgehalten worden, teilt der Verein mit.

Großteil der Gäste reist mit dem Auto an

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Achental ein beliebtes Ziel für Urlaubsgäste, Tagesausflügler und Freizeitsportler. „Der Druck auf die Erholungsgebiete wächst seit Jahren stetig an“, schreibt der Ökomodell-Verein. Er nennt die Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unattraktiv, weshalb die Gäste zum Großteil mit dem Auto anreisten.

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„Gerade die Parkplätze an den Wanderausgangspunkten und Badeseen sind regelmäßig komplett überfüllt und Zufahrtsstraßen blockiert.“ Entsprechende Verbote und Ahndung durch Bußgelder führten nicht zum gewünschten Erfolg. Um dem entgegenzuwirken, werde das Ökomodell mit dem Projekt „Digitale Besucherlenkung im Achental“ am Wettbewerb „Kommunal? Digital!“ teilnehmen. Der Beschluss dazu fiel einstimmig.

Informationen per App

Angedacht seien Zähleinrichtungen, um die Belegung von Parkplätzen online oder via App abrufen zu können. So würden die Besucher auch erfahren, wenn Parkplätze bereits voll sind. Sie könnten mit Bus oder Bahn anreisen, oder ihren Ausflug verschieben. Laut Geschäftsführer Wolfgang Wimmer biete der Wettbewerb die Möglichkeit, das Projekt mit der entsprechenden fachlichen Begleitung voranzutreiben und die Situation mithilfe einer digitalen Lösung zu verbessern. Pro Regierungsbezirk könnten drei Projekte prämiert werden.

Verwaltung der Daten zur Innenentwicklung möglicherweise durch den Ökomodellverein

Im weiteren Verlauf der Sitzung sei diskutiert worden, wie die Innenentwicklungsdaten künftig verwaltet werden solle. Eine Möglichkeit sei eine interkommunale Betreuung durch das Ökomodell. Das Vorhaben werde in den kommenden Monaten den Gemeinderäten der Mitgliedsgemeinden vorgestellt. Sie sollen sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen.

Maßnahmen zur Pflege der Landschaft

Ebenfalls zur Diskussion standen die Inhalte der Projektskizze „Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental“. Neben den 2020 begonnenen Landschaftspflegemaßnahmen am Hochgern sind laut dem Ökomodell Achental vier potenzielle Projekte ausgewählt worden. Der Vorstand beschloss einstimmig, das Biodiversitätsprojekt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu beantragen.

Haushalt beläuft sich auf ein Volumen von 240.000 Euro

Geschäftsführer Wolfgang Wimmer stellte die Budgetplanung und den Haushalt 2021 des Vereins und der Achental Betriebs- und Entwicklungs-GmbH vor. Der Haushaltsansatz des Vereins liege bei rund 240 000 Euro, davon entfielen 153 000 Euro auf Ausgaben für den Verein.

Der Verein Ökomodell Achental

Dem Verein Ökomodell Achental gehören die Gemeinden Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen an. Erster Vorsitzender ist der Bergener Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne), sein Stellvertreter der Marquartsteiner Bürgermeister Andreas Scheck (BfM). Den Ehrenvorsitz hat Fritz Irlacher aus Schleching inne, Schatzmeister ist der Unterwössener Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU).

Weitere Mitglieder des Gesamtvorstandes sind die Bürgermeister Josef Loferer (CSU) aus Schleching, Gerhard Wirnshofer ((BG/FW) aus Grabenstätt, Stefan Kattari (SPD) aus Grassau, Matthias Schlechter (CSU) aus Reit im Winkl und Martina Gaukler aus Staudach-Egerndach (CSU). Auch der Überseer Bürgermeister gehört dazu, nach dem Rücktritt von Eberhard Bauerdick (GfÜ) ist dieser Posten bis zu den Neuwahlen am 18. April aber nicht besetzt.

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