„Papa, wann derf ma endlich ranggeln?“

Wie eine Ewigkeit kommt den Schwabl-Buam Tobi (links) und Maxi das Warten auf ihren Ranggel-Start vor. Im heimischen Trainingslager halten sie sich bis dahin fit. schick

Inzell – „Papa, mia mechtn endlich ranggeln. Wann derf ma denn wieder üba de Grenz?“ Mit dieser und ähnlichen Fragen bombardieren derzeit Tobias (neun Jahre) und Maxi (sieben) fast täglich ihren Papa Hans Schwabl, den Vorstand der Chiemgauer Ranggler.

Denn die quirligen Brüder mit ungebremstem Bewegungsdrang können es einfach nicht verstehen, dass sie so ein winziges Virus, das man weder sehen noch riechen kann, von ihrem Lieblingssport abhält.

Dabei hatte sich das Brüderpaar aus dem Nachwuchskader der Pfoadathleten so auf den Saisonauftakt gefreut. Mit berechtigten Chancen auf vordere Plätze, wie das letzte Jahr gezeigt hat. Da aber in Österreich der Wettkampfbetrieb bis auf Weiteres komplett ruht (die meisten Duelle finden im Nachbarland statt), fiel der erste Alpencup in Piesendorf und das Gauderranggeln in Zell am Ziller schon mal den Schutzmaßnahmen der Corona-Pandemie zum Opfer. Ob es, wie vorsichtig geplant, Anfang Juli losgeht, hängt wie vieles im Sport von der weiteren Entwicklung und den damit verbundenen Lockerungen ab. Bis es soweit ist, müssen sich Tobi und Maxi in Geduld üben.

Ein schwieriges Unterfangen, wie Papa Hans Schwabl feststellen musste, zumal das Temperament seiner Buben fast nicht zu bremsen ist. Deshalb hat er daheim extra einen Raum ausgeräumt und mit Matten belegt, damit sie wenigstens ihre internen Brüderkämpfe austragen können. „Die brauch ich gar nicht zum Training animieren, bis ich schau, wurln sie schon auf den Matten rum, wie junge Katzln“, freut sich ihr Papa. Dabei geht es meistens mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz zu, zumal der Maxi seinem älteren Bruder ganz schön zusetzt. Immerhin hat der jüngste Schwabl-Spross im vergangenen Jahr alle sieben Wettbewerbe in der Bambini-Klasse gewonnen und schon viel Kampferfahrung gesammelt. Ob er heuer ebenso dominant eingreifen kann, wird sich zeigen. Denn im Gegensatz zu Bruder Tobi, der weiterhin bei den acht- bis zehnjährigen Schülern starten kann, muss Maxi in die Klasse sechs bis acht Jahre aufsteigen. Und da erwarten ihn durchwegs schwerere Brocken, nicht nur körperlich.

Um sich frühzeitig darauf einzustellen, muss auch schon mal Mama Evi als bewährte Sparringspartnerin herhalten. Das ist der Vorteil eines hausinternen Trainingslagers. Und mütterlicher Einfluss kann auch beim alpenländischen Ringkampf nicht schaden. ls

Kommentare