GEMEINDEHAUSHALT IN CORONA-ZEITEN

Pandemie verschont den Unterwössner Haushalt

Im Vorfeld der Planung für den Umbau des Rathauses verschafften sich die Gemeinderäte bei einem Ortstermin einen Überblick. Im Haushalt ist dafür über eine halbe Million Euro eingeplant.
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Im Vorfeld der Planung für den Umbau des Rathauses verschafften sich die Gemeinderäte bei einem Ortstermin einen Überblick. Im Haushalt ist dafür über eine halbe Million Euro eingeplant.

Unterwössen ist zufrieden über den kommunalen Schuldenabbau und die Investitionsmöglichkeiten in der nächsten Zeit. Erstaunlicherweise hat sich Corona noch nicht spürbar auf den Haushalt ausgewirkt, doch das könnte nach Ansicht des Kämmerers noch kommen.

Unterwössen – „Unsere Bedenken über mögliche Auswirkungen der Pandemie auf den Haushalt 2021 haben sich heuer noch nicht bestätigt“, stellte Bürgermeister Ludwig Entfellner bei der einstimmigen Verabschiedung des Haushaltes 2021 für Unterwössen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates fest.

Gestiegene Rücklagen, „kräftige“ Investitionsmöglichkeiten, keine Kreditaufnahmen und sogar ein weiterer Schuldenabbau kennzeichnen den Haushalt. „Wir dürfen zufrieden sein“, so das Fazit des Gemeindechefs.

Erst 2022 könnte es schwieriger werden

„Wir sind gut durch die Krise gekommen“, freute sich auch Geschäftsleiter Thomas Müllinger. Im Vergleich zu den Vorjahren sei der Stand „relativ gleich“ geblieben. Den Haushalt bezeichnete er deshalb auch als „normal, solide und unspektakulär“.

Allerdings sei die weitere Entwicklung laut Müllinger nicht abzusehen. Und 2022 könnte es dann schwieriger werden.

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Eine allgemeine Zufriedenheit über den Haushalt als Leitfaden für die Politik in diesem Jahr herrschte auch unter den Gemeinderäten. Alle Eckpunkte und die finanzielle Situation waren bereits vor vier Wochen in einer Klausur besprochen worden, sodass einer einstimmigen Zustimmung nichts mehr im Wege stand.

Hebesatz bleibt unverändert

Der Haushalt hat einen Gesamtumfang von 10,2 Millionen Euro, davon 7,2 Millionen im Verwaltungshaushalt und drei Millionen im Vermögenshaushalt. Der Verwaltungshaushalt spiegelt wie ein Girokonto die laufenden Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde wider. Aus dem Vermögenshaushalt, ähnlich einem Sparbuch, werden die Investitionen bestritten. Insgesamt erfreulich ist die Entwicklung bei den Gemeindesteuern. So wird der Einkommenssteueranteil um 143 000 Euro auf 1,8 Millionen Euro steigen.

Befürchtete Einbrüche bei der Gewerbesteuer blieben aus. Sie gingen nur minimal um 36.000 Euro auf 700.000 Euro zurück. Der Hebesatz beträgt seit dem Jahr 1989 unverändert 350 Prozent.

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Positiv wird sich der Rücklagenstand von 448.000 Euro vom letzten Jahr auf 805.000 Euro entwickeln. Guten Zeiten geht auch der Schuldenstand von 3,02 Millionen Euro (2020) auf 2,84 Millionen Euro entgegen.

Das entspricht einer Reduzierung der Pro-Kopf-Verschuldung von 848 Euro auf 796 Euro. Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Haushaltsplan wird auf 600.000 Euro festgesetzt.

Rathausumbau als teuerste Maßnahme

Für Investitionen stehen im neuen Haushalt insgesamt 2,48 Millionen Euro zur Verfügung. Es sind keine zusätzlichen Kreditaufnahmen vorgesehen. Als größte Investitionen sind für den Rathausumbau 511.000 Euro geplant, für die Schule und Turnhalle 500.000 Euro, für die Städtebauförderungsprogramme 100.000 Euro und für Tiefbaumaßnahmen 135.000 Euro. Abschließend lobte Entfellner Kämmerer Wolfgang Kaindl für dessen „umfangreiches und wie immer präzises Zahlenwerk“.

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