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Warum sich der emeritierte Papst freut, dass der Rimstinger Dorfbäcker einen Nachfolger hat

Pächterwechsel (von links): Martin und Marlene Schmidmaier, Besitzerin Maria Brandl sowie Maximilian und Stephanie Rupp.
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Pächterwechsel (von links): Martin und Marlene Schmidmaier, Besitzerin Maria Brandl sowie Maximilian und Stephanie Rupp.
  • Anton Hötzelsperger
    vonAnton Hötzelsperger
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Dorfbäcker Martin Schmidmaier (63) geht in den Ruhestand, aber der Ofen bleibt warm. Maximilian Rupp (32) und dessen Schwester Stephanie (40) übernehmen den Betrieb, der vor vielen Jahren im Besitz der Großeltern von Georg und Joseph Ratzinger war. Letzterer lebt heute als emeritierter Papst im Vatikan in Rom.

Rimsting – Die Bäckerei selbst kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Begonnen hatte diese im Jahr 1570, als die Bäckerei im so genannten Backhäusl außerhalb des Ortes entstand. An den heutigen Platz kam sie im Jahr 1830. Einhundert Jahre später, genau 1933, kauften die Großeltern von Simon und Maria Brandl die Bäckerei von Isidor und Maria Rieger. Die Riegers wiederum waren die Großeltern von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Marlene und Martin Schmidmaier mit dem damaligen Papst Benedikt XVI, Enkel der früheren Bäckereibesitzer.

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Hoher Besuch auf der Ratzingerhöhe

Gerne erinnert sich Martin Schmidmaier an Ereignisse mit den Brüdern Georg und Joseph Ratzinger. Hierzu berichtet er: „Einmal waren die Ratzinger-Brüder zu Besuch auf der Ratzingerhöhe in Rimsting und anlässlich der Enthüllung der Rimstinger Erinnerungstafel war Georg Ratzinger von der Familie Brandl zum Mittagessen eingeladen“.

Ergänzend erzählt Marlene Schmidmaier: „Am 13. Januar 2010 waren wir selbst in Rom, bei einer Audienz konnten wir Papst Benedikt XVI. persönlich sprechen. Bei dem zwei Minuten währenden Gespräch freute sich der Papst über den Fortbestand der Bäckerei und er bat uns, die Rimstinger herzlichst zu grüßen.“ Ein ander Mal habe Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Horst Seehofer bei seinem Vatikan-Besuch dem Papst einen Präsentkorb aus der Rimstinger Bäckerei überbracht.

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Der Ruhestandsbäcker will ausspannen

In ihrem Rückblick denkt das scheidende Bäckerei-Pächter-Ehepaar Schmidmaier an viele weitere Erlebnisse, wie zum Beispiel an die traditionellen Faschingskranzl am Faschingsdienstag oder an die monatlichen Seniorennachmittage. Auf die Frage, was Martin und Marlene Schmidmaier nun vorhaben, antworteten sie: „Vorerst wollen wir nur ausspannen, nicht mehr so früh aufstehen und vor allem freuen wir uns, dass wir mehr Zeit haben werden für unsere Enkelkinder sowie für Haus, Garten und Alltag“.

Papst-Buch zeigt Verbundenheit mit Rimsting

Die Gemeinde Rimsting gab im Jahr 2010 das Papst-Buch „Ich werde mal Kardinal“ heraus. Autor Johann Nußbaum widmet sich darin dem Leben des emeritierten Papstes Benedikt XVI – von den Wurzeln des Papstes, über seine Kindheit, Kriegsgefangenschaft und Studium bis zur Priesterweihe und zum Papst-Rücktritt. und seiner engeren Familie. Auf Seite 34 ist im Stammbaum der ehemalige Rimstinger Bäckermeister Isidor Rieger eintragen. Eine Seite weiter ist ein Bild seiner Kinder abgebildet, darunter die spätere Papstmutter Maria. Sie wuchs in Rimsting auf und ging hier zur Schule. 1920 heiratete sie in Pleiskirchen (Landkreis Alötting) den gebürtigen Traunsteiner und in Niederbayern lebenden Gendamerie-Kommandanten Joseph Ratzinger. Die beiden lernten sich über eine Kontaktanzeige kennen und heirateten nach vier Monaten. Sie bekamen drei Kinder.

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