Osterhasen in der Warteschleife: Aktion „Bernau hält zusammen“ bündelt Einkaufs- und Liefermöglichkeiten

Erika Kania beim Verpacken ihrer bunten Corona-Alltags-Versüßer. Die Solidarität in Bernau angesichts der Corona-Krise beeindruckt die Geschäftsinhaberin. Detzel

Da stehen sie: die Osterhasen von Erika Kania aus Schokolade. In einer regelrechten Warteschlange befinden sie sich. Denn keiner kauft sie aufgrund der Corona-Krise momentan. Dabei bietet der Laden aktuell einen Lieferservice an. Er ist einer von vielen. Bernau startet die Aktion „Bernau hält zusammen“.

Bernau– Da stehen sie: die Osterhasen von Erika Kania aus Schokolade. In einer regelrechten Warteschlange befinden sie sich. Denn keiner kauft sie aufgrund der Corona-Krise momentan. Dabei hat der Laden aktuell – da Direktvermarkter – geöffnet und bietet zudem einen Lieferservice an. Bis in die späten Abendstunden werken Erika und Steffi Kania in ihrem Landen und ihrer Manufaktur, um die hunderte von Kilogramm Schokolade zu verarbeiten.

Miteinander unter den Gewerbetreibenden

Seit zwei Jahren gibt es das Geschäft und, „dass wir angekommen und aufgenommen worden sind, zeigen besondere Erlebnisse, die uns sehr freuen“, so Kania gegenüber unserer Zeitung. Die Pizzeria von gegenüber habe schon spätnachts eine Pizza vorbeigebracht mit dem Hinweis: „Ihr seid ja noch mitten in der Produktion. Da braucht ihr eine Stärkung.“ Dies sei gelebter Zusammenhalt.

An diese Solidarität appelliert auch Bürgermeister Philipp Bernhofer an die Bernauer: „Wir halten auch in schwierigen Zeiten zusammen. Viele unserer Bernauer Betriebe mussten aufgrund der aktuellen Corona-Krise vorübergehend schließen. Die meisten Betriebe sind weiterhin telefonisch oder per E-Mail erreichbar und freuen sich über Bestellungen.“

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Die Gemeinde Bernau hat zudem kurzerhand eine Broschüre herausgegeben, in der Betriebe, die einen Abhol- und/oder Lieferservice anbieten, einen Online-Shop betreiben oder weiterhin geöffnet haben, zusammengefasst sind. Credo: „Lassen Sie uns gemeinsam die Bernauer Gastronomen, Einzelhändler und Handwerker unterstützen.“ Nur so könnten die Geschäfte im Ort erhalten bleiben, betont Bernhofer. Online ist die Zusammenfassung unter www.gemeinde-bernau.de/liefer-und-abholservice abrufbar. Die Übersicht werde laufend aktualisiert. Gerade bei der Schokoladenproduktion sie der Lieferservice allerdings schwierig. Ich bringe von Grassau bis Erding die Waren zu den Kunden. Momentan geht auch noch die Versendung per Post.“, so Kania.

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Dies sei bei 20 bis 22 Grad Außentemperatur machbar. „Dann arbeite ich mit Kühlpads. Wenn es aber wärmer wird, schmilzt die Schokolade“, erklärt die Fachfrau. Sie ist es aus ihrer Erdinger Filiale nicht gewohnt, dass Kunden in den Laden kommen und „Mei wia geht‘s“ fragen. „Hier merke man einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land. Ich finde diese Anteilnahme toll“, gesteht die Inhaberin. Dieses Wir-Gefühl will Kania auch weitergeben. So hat sie an ein Altenheim zwei Kartons Pralinen verschenkt. „Ich wollte den Senioren mit den bunten Naschereien, Farbe ins Leben bringen und ihnen den Alltag in Corona-Zeiten versüßen.“ Schokoladenhasen, die übrig blieben, würden sie dann wiederum an die Tafel spenden. „Nach Ostern will die keiner mehr kaufen.“

Credo: Das Leben versüßen und bunter machen

Deutschlandweit habe sie von Hand circa 20 000 Schokoladen Eier für Kunden hergestellt. 1000 bis 2000 Stück – insbesonders bunt –  seien aber noch in den Auslagen. Denn einer der Arbeitsgrundsätze ist es von Erika Kania und ihrer Tochter Steffi: „Wir machen das Leben bunter.“ Eine Dreiviertel-Tonne an Schokoladenmasse verarbeite sie dafür in zwei bis drei Wochen, im Sommer weniger.

Hier gibt es Infos der IHK für Gewerbetreibende in der Corona-Krise

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