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BÜRGERVERSAMMLUNG

Ortsumfahrung ist dominantes Thema

Die Gemeindeverwaltung ist auf der Suchenach einem weiteren Ampel-Standort in Chieming. Die Befürchtungen, dass durch die Rot-Phasen und den dadurch stehenden Verkehr die Abgasbelastungen steigen könnten, konnte Bürgermeister Benno Graf aus den Erfahrungen mit der Ampel an der Kapelle heraus zerstreuen. mp
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Die Gemeindeverwaltung ist auf der Suchenach einem weiteren Ampel-Standort in Chieming. Die Befürchtungen, dass durch die Rot-Phasen und den dadurch stehenden Verkehr die Abgasbelastungen steigen könnten, konnte Bürgermeister Benno Graf aus den Erfahrungen mit der Ampel an der Kapelle heraus zerstreuen. mp

Die geplante Ortsumfahrung und Meinungsäußerungen dazu in den verschiedensten Facetten bestimmten die Diskussion in der Chieminger Bürgerversammlung im „Chiemseer Wirtshaus“. Aber auch bezahlbares Bauland für den einheimischen Bedarf war Thema.

Chieming – In seinem Rechenschaftsbericht meinte Bürgermeister Benno Graf, dass in der Gemeinde immer um den Erhalt der Grund- und Mittelschule gekämpft werde. Hans Ehrich wollte wissen, warum die Gemeinde um die Schulen kämpfen müsse. Er vermute, dass die Miet- und Grundstückspreise in Chieming für junge Familien zu hoch sind, somit gebe es wenig junge Familien, und auch die Zahl der Kinder im Ort sei gering. Es müsse mal „auf den Busch geklopft werden“, forderte Ehrich, um Grundstücke zu bekommen.

Er könne nicht zaubern, antwortete der Bürgermeister. Die Bereitschaft der Grundstückseigentümer, geeignete Flächen zu verkaufen, sei aktuell sehr gering. Er werde jedoch immer um den Schulstandort Chieming kämpfen, damit die Kinder weiterhin kurze Schulwege haben.

Walter Kolb kritisierte, dass 70 Prozent des Gemeinderates für die Variante 2 der Ortsumfahrung gestimmt hatten, nun aber nach der demokratischen Abstimmung auf Betreiben einiger Räte eine weitere, sechste Variante untersucht werden soll.

Weitere Variante wird geprüft

Kolb bezog sich dabei auf die Ausführungen von Graf, dass auf Wunsch der Grünen im Gemeinderat eine zusätzliche Variante, die mehr in Richtung Kleeham verläuft, geprüft werden soll. Die Untersuchung einer weiteren Variante sei im Gemeinderat eingehend diskutiert worden und man sehe keine Hindernisse, warum in der jetzigen Phase keine weitere Möglichkeit geprüft werden soll. Wie Graf ausführte, arbeiten die entsprechenden Gemeinderäte eine Skizze aus, auf deren Basis das Ingenieursbüro die Untersuchung vornehmen kann.

Der Oberhochstätter Sepp Mitterleitner vertritt die Ansicht, dass der Schwerlastverkehr umgeleitet werden sollte und kann. Zusätzlich findet er, dass bei der Variante 2 viele landwirtschaftliche Flächen so durchschnitten würden, dass oft nur unbewirtschaftbare Restflächen übrig blieben. Dass landwirtschaftliche Flächen betroffen sind, sei richtig, sagte Albert Asenkerschbaumer. Doch müsse man mit den betroffenen Landwirten und Eigentümern reden und Lösungen suchen. Hierzu meinte der Bürgermeister, dass die Variante 2 vom Großteil der Räte bevorzugt wurde. Nun könnte mit den Grundstückseigentümer gesprochen werden und das Straßenbauamt weiter planen.

Weiter brachte Asenkerschbaumer ein, dass überall über Dieselschadstoffe und die damit verbundene Gesundheitsgefahr diskutiert werde. „Es muss der Mensch in den Mittelpunkt gestellt und geschaut werden, dass auch die Bewohner im Ort gesund alt werden können“, so Asenkerschbaumer.

Als Anwohnerin an der Durchfahrtsstraße dankte Resi Heimhilger dem Gemeinderat für die Entscheidung zur Ortsumfahrung und fügte an, dass nur die Anwohner selbst wirklich beurteilen können, wie groß die Belastungen durch den Verkehr sind.

Damit die Verkehrssituation aktuell entspannt werden kann, regte Gerhard Bresoski zur Disziplinierung der Verkehrsteilnehmer ein fest installiertes Geschwindigkeitsmessgerät auf Höhe des Kindergartens an. Um für die Radfahrer mehr Sicherheit zu erreichen, sollten zudem an besonders exponierten Stellen wie im Bereich der Kirche Schutzmarkierungen für Radfahrer angebracht werden. Beide Anliegen würden in Form von Anträgen durch die BI „Ein Chieming“ noch bei der Gemeinde eingereicht, fügte er an.

Das Interesse auf den Ausflugsverkehr lenkte Willi Kern. Wenn es wirklich gelingen würde, den Schwerlastverkehr raus zu bringen, wäre das nur ein Teil. Gerade die Motorradfahrer mit den lauten Maschinen bildeten an schönen Tagen eine enorme Lärmbelastung. Auch hierfür muss eine Lösung gefunden werden.

Bei der weiter angedachten Fußgänger-Ampel im Ort sieht Dieter Anzer die Gefahr, dass die Abgasbelastungen durch die Rot-Phasen zunehmen. Hier konnte der Bürgermeister Entwarnung geben. Diese Bedenken seien bei der Ampel an der Kapelle auch vorhanden gewesen. Sie hätten sich jedoch nicht bestätigt. Bei einer Untersuchung durch das Straßenbauamt sei kein „Überquerungsschwerpunkt“ festgestellt worden. Es würden aktuell mehrere Standorte für eine weitere Ampel geprüft, so der Bürgermeister.

Johann Wiesholler und Franz Pleli gingen auf das allgemeine Verhalten der Gesellschaft und den damit verbundenen Straßenverkehr und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt ein. Der Verkehr sei von uns allen gemacht und jeder solle mal hinterfragen, ob wirklich die Fülle der Güter aus aller Welt sein müsse, meinte Pleli. Und so sieht Wiesholler auch keine Lösung des Problems durch eine Ortsumfahrung, sondern nur im Umdenken der Gesellschaft.

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