AUS DEM GEMEINDERAT

Ortsdurchfahrt in Marquartstein wird sicherer

Georg Menter vom Marquartsteiner Bauamt zeigte einige Fotos, wie eine Gestaltung mit farblichen Abstimmungen und verschiedenen Formaten aussehen kann. Dieses Beispiel stammt aus Mietenkam.
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Georg Menter vom Marquartsteiner Bauamt zeigte einige Fotos, wie eine Gestaltung mit farblichen Abstimmungen und verschiedenen Formaten aussehen kann. Dieses Beispiel stammt aus Mietenkam.
  • vonManfred Peter
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Nachdem sich der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung in Unterwössen im Alten Bad einstimmig für die Ausführungsplanung zur Sanierung der Ortsdurchfahrt B305 entschied, standen im Anschluss Entscheidungen über die Ausführungen der einzelnen Sparten an.

Marquartstein –Die Planer Florian Miller und Sascha Janke vom Büro Schönenberg Ingenieure Projekt GmbH aus München schilderten in der Sitzung, dass im unmittelbaren Zentrumsbereich eine hochwertige Oberflächenqualität geplant sei. Im ersten Bauabschnitt soll der Geh- und Radweg an der Westseite bis zur Einmündung der Lanzinger Straße in Asphalt ausgeführt werden.

Bodenleitsystem für Sehbehinderte

Beim Gehweg auf der gegenüberliegen Seite sind bis zur Einmündung der Schlechinger Straße Betonsteinpflaster vorgesehen. Die Innenbereiche der Buswartehäuschen erhalten Betonsteinpflaster und die Übertrittsbereiche ein Bodenleitsystem für Sehbehinderte.

Granitpflaster für die Mittelstreifen

Die Geh- und Radwege im Zentrumsbereich sollen mit Granit verlegt werden, meinte Bürgermeister Andreas Scheck (BfM). Granitpflaster bekämen auch die Mittelstreifen, erklärte Miller. Sie sollen die die Fahrbahn im Zentrumsbereich optisch aufteilen und eine Verbindung links und rechts der Bundesstraße schaffen. Das lasse die asphaltierte Fahrbahn schmäler erscheinen, verlangsame den Verkehr und sei eine Hilfe beim Überqueren der Fahrbahn. Ebenso ist für den großzügig gestalteten Einmündungsbereich der Loitshauser Straße eine Granitpflasterung vorgesehen.

Fußgängerampel ermöglicht Einfahrt in die B305

Ob es denn bei der Einmündung der Schlechinger Straße eine Ampelregelung für den Kfz-Verkehr geben werde, wollte Gemeinderat Christian Dögerl (CSU) wissen. „Nein“, sagte Scheck. Jedoch werde durch Induktionsschleifen die Schaltung der Fußgängerampel beeinflusst. Wenn zum Beispiel in der Schlechinger Straße einige Autos stehen, werde den Autos Zeit gegeben, in die B305 einzufahren, bevor die Ampel die Fahrbahn für die B305 wieder freigebe.

Abbiegespur aus Platzgründen nicht möglich

Katja Kink (BfM) regte eine Abbiegespur für die Loitshauser Straße und das Rathaus aus Richtung Süden an. Es käme dort immer wieder zu Behinderungen, so Kink. Eine reine Abbiegespur sei aus Platzgründen nicht möglich, sagte Scheck. Ob eine Hilfsmarkierung realisierbar sei, werde geprüft. Gemeinderat Toni Entfellner (Grüne/Offene Liste) führte an, dass in diesen Bereich ohnehin ein gepflasterter Streifen entstehe, der durchaus als Orientierungshilfe für den abbiegenden Verkehr dienen könne.

Geh- und Radweg teilen sich vor dem Gasthaus Prinzregent auf

Bei diesem Einmündungsbereich wurde auch die Geh- und Radwegführung diskutiert. Der vorher gemeinsame Weg wird kurz vor der Einmündung von dem Grünbereich vorm Gasthaus Prinzregent geteilt. Der Radweg wird weiter westlich geführt und der Fußweg am Straßenverlauf. In verschiedenen Wortbeiträgen wurde eingebracht, dass das zur Verwirrung führen könnte. Entfellner meinte, dass durch die Teilung das Grün näher an den Einmündungsbereich gebracht werde. Das lockere den Bereich sogar auf, sagte er. Durch die Splittung soll die Überschneidung vermieden werden, wenn die Fußgängerampel genutzt werde und Personen vor der Ampel stünden, führte Scheck aus.

Kein Zusatzlärm durch Pflasterbelag

Gemeinderat Erich Fuchs (Grüne/Offene Liste) brachte seine Bedenken zum Ausdruck, dass die gepflasterten Mittelstreifen in der Fahrbahn zusätzlichen Lärm verursachen. Dazu sagte Miller, dass der Pflasterbelag so ausgeführt werde, dass es keine zusätzliche Lärmbelastung gebe. Die Gehwege im Bauabschnitt III werden überwiegend mit Betonpflaster verlegt und in den Endbereichen asphaltiert. In den dritten Abschnitt fällt auch die Neugestaltung der Parkfläche am Forstamt, die mit Betonpflastersteinen mit Rasenfugen belegt werden soll. Die Unterteilung erfolgt mit farblich abgesetzten Steinen.

Bunte Betonpflastersteine angeregt

Die monotone Farbgestaltung bei den gezeigten Beispielen war für Kink wenig ansprechend. Sie regte eine gewisse Farblichkeit durch Nutzung von bunten Betonsteinen an. Entfellner fügte an, dass bei der Pflasterung verschiedene Formgrößen etwas mehr Vielfalt in die Flächen bringen könnten. Bürgermeister Scheck sprach sich für eine Bemusterung aus, damit sich der Gemeinderat ein besseres Bild machen könne.

Heimischer Granit kostet mehr, belastet Klima weit weniger

„Es ist mir ein großes Anliegen, dass heimischer Granit bei der Baumaßnahme B 305 genutzt wird“, sagte Gemeinderat Franz Aigner (BfM). Dazu erklärte Geschäftsleiter Florian Stephan, dass bei der Nutzung von heimischem Granit mit einem Aufschlag von rund 30 Prozent gerechnet werde. Beim Kauf von Granit solle neben der sozialen Aspekte wie Kinderarbeit und, ob Menschen in Würde arbeiten könnten auch auf den Umweltaspekt geschaut werden.

Der Transport der Natursteine vom Steinbruch bis zur Baustelle hinsichtlich der Auswirkungen auf die Natur sei nicht unerheblich. In einer Ökobilanzstudie des Deutschen Naturstein-Verbandes (DNV) sei aufgezeigt worden, dass bei heimischen Natursteinen für den Transport pro Tonne ein Treibgaspotenzial von 4,4 Kilogramm CO2-Äquivalent entstehe. CO2-Äquivalent ist eine Messeinheit unterschiedlicher Treibhausgase und deren Auswirkung auf das Klima. Der Transport aus dem europäischen Ausland verursacht laut Stephan rund das 20-fache und aus China bis 60-fache an Ausstoß. Der Geschäftsleiter merkte weiter an, dass laut Auskunft von der Regierung von Oberbayern die Mehrkosten für heimischen Naturstein auch förderfähig seien.

Der Gemeinderat sah sich unter Berücksichtigung der sozialen und ökologischen Gesichtspunkte in der Verantwortung und stimmte einhellig für die Nutzung von heimischem Granit. Vom Wiedereinbau der alten Steine wurde Abstand genommen, da die Einsparungen durch die zusätzlichen Arbeiten den Nutzen aufzehren.

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