Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Interessanter Vortrag beim Verein "Bairische Sprache"

In Österreich ist Bairisch lebendiger als hierzulande

Prien - Unter dem TItel "Lecker derbleckt" veranstaltete der Verein Bairische Sprache im "Bayerischen Hof" einen unterhaltsamen und anspruchsvollen Abend über die bairische Sprache.

Vorsitzender Rudi Mörtl erinnerte eingangs daran, dass im vergangenen Jahr die Unesco das Bairische in den Atlas der bedrohten Sprachen aufgenommen habe. Er wies Vorurteile gegen den Dialekt zurück. "Unseren klassischen Dichter, wie Goethe und Schiller, die entscheidend zu unserer deutschen Einheitssprache beigetragen haben, wäre nie eingefallen, so zu reden, wie sie geschrieben haben. Goethe hat sein Leben lang sein Frankfurterisch gesprochen und Schiller sein Schwäbisch" so Mörtl, "Das muss man sich einmal vor Augen halten, wenn heute behauptet wird, Dialektsprecher seien rückständig und einfacher strukturiert." Weiter spreche das Ergebnis einer Pisa-Studie für den Dialekt, in der die Kinder aus stark dialektgeprägten Ländern besser abgeschnitten haben als andere.

Gerald Huber stellte den Zuhörern viele bairische Begriffe und ihre Herkunft aus seinem Buch "Lecker derbleckt" vor. Seit 2004 ist im BR die "kleine Baierische Wortkunde" des Sprachwissenschaftlers und Historikers zu hören.

"Sie werden es nicht glauben", so Huber, "aber heute meinen die Leute, in einem Topf wird gekocht und im Hafen fahren die Schiffe." Der "Hafen", bairisch "Hofa", sei das eigentlich hochdeutsche Wort für "Topf". Der "Hafner" das hochdeutsche Wort für "Töpfer". Und das "Haferl" habe mit einer Tasse nichts zu tun, sondern sei ein kleiner "Hafen", kenntlich gemacht durch die bairischer Verkleinerung -erl.

Der bairische Staat sei 1871 im Deutschen Reich "auf- oder, man könnte auch sagen, untergegangen", erklärte der Referent die historische Entwicklung. Die Österreicher seien heute "die besseren Baiern", weil sie die südliche Variante des Bairischen viel besser pflegten. "Sie leben ihre Sprache, entwickeln sie weiter und beweisen durch neue Wortschöpfungen die Lebenskraft der Sprache", sagte Huber. So hätten die Österreicher eine Maut-Wertmarke eingeführt, die man an die Windschutzscheibe picken muss. Dafür hätten sie das "Pickerl" erfunden, was zeige, wie lebendig im Nachbarland das Bairische noch ist.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Gabi Dicker und Norbert Hirl mit Gitarre und Ziach. hö

Kommentare