MARKTGEMEINDERAT

„Obdachlos werden, wo es schön ist“ als Trend?

Prien – Eigentlich ging es nur um eine Formalie. Der Marktgemeinderat beschloss ohne Diskussion und einstimmig die Anpassung der Obdachlosensatzung samt Gebühren.

Das Landratsamt hatte in dem Regelwerk von Anfang 2020 bei der Prüfung beanstandet, dass die Nebenkosten pauschal angesetzt worden seien. Als Sonja Werner (Grüne) nach der aktuellen Situation mit Obdachlosen in Prien fragte, erläuterte Martin Plenk, Leiter des zuständigen Ordnungsamtes, dass nur zwei der Wohncontainer neben dem Bauhofgelände belegt seien. Die Gemeinde hatte diese heuer ausgetauscht und ihre Zahl von acht auf zwölf erhöht. Die Bewohner waren in andere kommunale Unterkünfte umquartiert worden. Nur in der Jensenstraße sei zurzeit noch ein Obdachloser in einem der Übergangsquartiere untergebracht. Corona habe sich bisher auf den Bedarf nicht ausgewirkt. Er verwies aber da rauf, dass immer öfter kurzfristig Bedarf von Auswärtigen angemeldet werde, allein im vergangenen halben Jahr etwa zehnmal. Die Kommune sei verpflichtet, zu helfen. „Es ist ein Trend, dass man obdachlos wird, wo es schön ist“, kommentierte Plenk die Entwicklung, dass Menschen von überallher im Rathaus als Obdachlose vorstellig werden und die Gemeinde sie auf ihre Kosten unterbringen muss. db

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