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Zweckverband zieht Bilanz

Notfalleinsätze im Härtetest: So ist der Landkreis Traunstein aufgestellt

Verbandsvorsitzender Siegfried Walch überreichte Dr. Joaquin Kersting die Urkunde zur Bestellung zum Ärztlichen Leiter Rettungsdienst.
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Verbandsvorsitzender Siegfried Walch überreichte Dr. Joaquin Kersting die Urkunde zur Bestellung zum Ärztlichen Leiter Rettungsdienst.

Dass jemand kommt, und hilft, wenn man anruft - ein beruhigendes Gefühl. Doch wie viel Arbeit dahintersteckt, wissen nur die wenigsten. Wie der Landkreis Traunstein sich bei Notfällen aufstellt und warum Notfallsanitäter jetzt mehr machen dürfen.

Traunstein – Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), dessen Mitglieder die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf am Inn kam zu seiner jährlichen Verbandsversammlung im Traunsteiner Landratsamt zusammen.

ZRF-Geschäftsführer Josef Gschwendner stellte die wesentlichen Punkte des Haushaltsplans für das Rechnungsjahr 2022 vor. „Es gibt keine maßgeblichen Änderungen im Verwaltungshaushalt im Vergleich zum Vorjahr, vor allen Dingen keine Stellenmehrungen. Bei den Sachkosten müssen wir höhere Stromkosten hinnehmen, was der aktuellen Lage geschuldet ist. Deshalb haben wir im Vermögenshaushalt auch die Ergänzung unseres Gebäudes mit einer Photovoltaikanlage vorgesehen“, erklärte Gschwendner.

Hardware muss weichen

Schwerpunkt im Haushalt sei der alle zehn Jahre fällige Austausch der Hardware. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. „Vom Freistaat Bayern erhalten wir dafür eine Förderung in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Der nicht gedeckte Eigenanteil der Maßnahme wird durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage finanziert. In diesem Zusammenhang kommt uns zugute, dass wir letzten Herbst vom Freistaat noch knapp 518 000 Euro erhalten haben“, so Gschwendner. Wohlgemerkt sei dieses Geld eigentlich für die Ersterrichtung der Leitstelle vor 14 Jahren. Der Haushaltsplan wurde gebilligt und ohne Gegenstimmen beschlossen.

Kersting im Amt bestätigt

Verbandsvorsitzender und Traunsteiner Landrat Siegfried Walch teilte mit, dass der Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) Dr. Joaquin Kersting für weitere fünf Jahre und damit bis Ende 2026 in seinem Amt bestätigt wurde. „Ich freue mich auf die Fortsetzung der äußerst erfolgreichen und wertschätzenden Zusammenarbeit. Herr Kersting hat in den letzten Jahren maßgeblich zur Qualität im Rettungsdienst beigetragen und sich in den letzten Monaten der Pandemie auch als zuständiger Krankenhauskoordinator in unseren vier Landkreisen verdient gemacht.“

Notfallsanitäter dürfen mehr

Im Anschluss stellte Kersting seinen Tätigkeitsbericht 2021 für den Rettungsdienstbereich Traunstein vor. Darin ging er vor allem auf die Erweiterung der Befugnisse von Notfallsanitätern ein, die in den sogenannten 2c-Maßnahmen geregelt sind. Diese beinhalten unter anderem, dass ein Notfallsanitäter beispielsweise im Falle von Verbrennungen oder einer Blutvergiftung ohne Rücksprache mit einem Notarzt Infusionen oder Zugänge legen darf. Seit 1. März wird die ÄLRD-Delegation um selbstständige Sauerstoffgabe und Absaugen erweitert. „Pro 10 000 Einsätze führt Traunstein in ganz Bayern die meisten 2c-Maßnahmen durch. Das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass Notärzte für kompliziertere Einsätze zur Verfügung stehen.“, zeigte sich Dr. Kersting zufrieden. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, sich das Protokoll zu jeder durchgeführten 2c-Maßnahme im Nachhinein anzuschauen.

Dr. Reinhard Reichelt aus Schönau am Königssee wollte daraufhin wissen, ob die Anzahl der Notarzteinsätze grundsätzlich rückläufig sei. „Die Einsätze sind weder gesunken noch stark angestiegen“, berichtete Kersting. „Da es aber mehr Notfallereignisse gab, ist ein gewisser Effekt der 2c-Maßnahmen zu spüren. Man kann die Statistik wegen der Pandemie aber nur schlecht mit den Vorjahren vergleichen.“ Insgesamt seien im vergangenen Jahr 18 716 Notfallereignisse zu verzeichnen gewesen.

Überdurchschnittliche Besetzungsquote

Auf Nachfrage von Dr. Michael Hüller aus Fridolfing, ob die Anzahl der Notärzte im Rettungsdienstbereich ausreiche, berichtete Dr. Kersting, dass die Besetzungsquote mit 100 Prozent an vielen Standorten im bayernweiten Vergleich überdurchschnittlich sei.

Abschließend bedankte sich Verbandsvorsitzender Walch bei den Anwesenden und erklärte: „Insgesamt sind wir in unserem Rettungsdienstbereich sehr gut mit Notärzten versorgt, das schaut in vielen Teilen Bayerns schon anders aus. Auch bei uns wird es zunehmend schwerer, Notarztstellen zu besetzen. Unser Ziel ist es also, die Versorgung insgesamt zu stabilisieren.“

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