AMTSGERICHT TRAUNSTEIN

Noch in Handschellen nach Polizist getreten

Traunstein – Dass er sich glaubwürdig bei einem Polizisten entschuldigte, den er nach einem Discobesuch in Traunstein attackiert hatte, führte bei einem 38-jährigen Bauarbeiter dazu, dass seine Geldstrafe im Vergleich zum vorausgegangenen Strafbefehl des Amtsgerichts Traunstein niedriger ausfiel.

Richter Christopher Stehberger reduzierte die Geldstrafe von 120 Tagessätzen wegen tätlichen Angriffs, versuchter vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung gestern nach kurzer Verhandlung auf 100 Tagessätze. Die Höhe des Tagessatzes legte das Gericht mit 25 Euro fest. Somit muss der Mann 2500 Euro an die Staatskasse zahlen.

Mit Bierflasche auf Türsteher losgegangen

Zwei Beamte der Polizeiinspektion Traunstein wurden in der Nacht zum 18. Februar zu einem Einsatz ins Lokal „Villa“ gerufen. Mitarbeiter hatten mitgeteilt, der 38-Jährige sei der Diskothek verwiesen worden, weigere sich aber, zu gehen. Stattdessen sei er mit einer Bierflasche in der Hand auf die Türsteher losgegangen.

Der aggressive Gast empfing die Polizisten wild mit den Armen gestikulierend. Sie befürchteten einen Angriff und nahmen den renitenten Mann mittels Polizeigriff und Handfesseln in Gewahrsam. Der alkoholisierte Angeklagte wehrte sich mit aller Kraft. Dennoch konnten ihn die Beamten zu Boden bringen. Auf dem Weg zum Dienstfahrzeug stieß er Beleidigungen aus und versuchte zuzutreten. Die Gesetzeshüter konnten ausweichen. Niemand wurde letztlich verletzt.

Der 38-Jährige, ohne Verteidiger vor Gericht erschienen, zeigte sich einsichtig und weitestgehend geständig. Gegenüber dem Polizeibeamten entschuldigte er sich. Die Reue nahmen ihm alle Prozessbeteiligten ab. Deshalb rückte auch Staatsanwalt Dr. Rainer Vietze von den 120 Tagessätzen aus dem Strafbefehl ab und plädierte auf 110 Tagessätze. Das Gericht ging im Urteil noch etwas darunter.

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