Nichts geht mehr im Erlenweg: Prien saniert einzige Zufahrtsstraße zum Prienavera

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Mit dem Kran werden in der Stippelwerft zurzeit viele Segelboote nach der Corona-bedingt verlängerten Winterpause zu Wasser gelassen. 
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Seit über 20 Jahren ist der Erlenweg für Bauarbeiten praktisch tabu. Seit das Prienavera 1999 in Betrieb ging, muss die einzige Zufahrtsstraße zum Erlebnisbad immer offen sein. Jetzt nutzt der Markt Prien die Corona-Zwangspause, um die marode Fahrbahn zu erneuern.

Prien – Der Erlenweg gehört zweifellos zu den schlechtesten Straßen Priens. Die Stichstraße von der Osternacher Straße zum Chiemseeufer ist voller Schlaglöcher. Aber für eine Reparatur war bisher keine Zeit, denn der Erlenweg ist die einige Zufahrt zum Erlebnisbad Prienavera und dem Sportboothafen Stippelwerft. Jetzt nutzt die Gemeinde die Corona-bedingte Zwangsschließung des Prienavera, um den Erlenweg zu erneuern.

Maßnahme soll 150.000 Euro kosten

Vier bis sechs Wochen wird die Baumaßnahme wohl in Anspruch nehmen, kündigte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses an. Das Gremium folgte einstimmig den Vorschlägen der Bauverwaltung im Rathaus und vergab die Arbeiten an den wirtschaftlichsten Bieter. Die Priener Firma Wohlschlager soll bereits am Montag, 25. Mai., mit den Arbeiten beginnen, die auf rund 150 000 Euro veranschlagt sind. In der Summe nicht enthalten sind Arbeiten, die das gemeindliche Wasserwerk zur Erneuerung der alten Wasserleitung unter der Fahrbahn selbst erledigen wird.

Der Regenwasserkanal unter der Fahrbahn wird erneuert. Die Rohre haben bisher einen Durchmesser von 209 Zentimetern. Der neue Kanal wird einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben, also deutlich mehr Wasser ableiten können. Der Regenwasserabfluss hatte bei Starkregen oder vor allem beim Chiemsee-Hochwasser 2013 im Ortsteil Stock große Probleme bereitet, weil das Fassungsvermögen der alten Kanäle nicht mehr ausgereicht hatte.

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Die Hotels und Gastronomen, deren Betriebe im Erlenweg liegen oder nur über diese Straße angefahren werden können, seien bereits über die anstehende Sperrung informiert worden, berichtete der Bürgermeister. „Sie sind jederzeit anfahrbar“, betonte Friedrich. Sollte zeitweise der Erlenweg unpassierbar sein, dient die Seepromenade zwischen der Kreuzung Stocker Spinne und den Schären als Ausweichroute. Dieser Bereich ist eigentlich eine Fußgängerzone.

Betroffen von der Sperrung ist auch der Verkehr zur Stippelwerft. Der Sportboothafen ist nach der Corona-bedingten Zwangspause seit gut einer Woche wieder in Betrieb. An den ersten Tagen stauten sich die Pkw mit Booten auf ihren Anhängern, die Segler wollten endlich ihre Schiffe zu Wasser lassen. Auch diejenigen, die jetzt noch kommen, werden im Bedarfsfall über die Seepromenade umgeleitet.

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Um den Andrang zu entzerren, hat die Chiemsee Marina GmbH, die Prienavera und Stippelwerft betreibt, einen Online-Terminkalender eingeführt., berichtet ChiMa-Geschäftsführer Dirk Schröder auf Anfrage. Unter www.terminland.de/chiemsee-marina können Segler sich einen Termin aussuchen, der noch frei ist, und ihn online buchen. Die Stippelwerft ist mit über 400 Wasserliegeplätzen einer der größten Häfen am Bayerischen Meer.

Feinschicht wird erst später aufgetragen

Der Auftrag an die Firma Wohlschlager beinhaltet keine Feinschicht. So nennen Fachleute die oberste Deckschicht des Asphaltbelags. Im Erlenweg will die Gemeinde genau so vorgehen, wie es sich in der Osternacher Straße bewährt habe, so der Bürgermeister.

Dort hatte man bei der Erneuerung vor einigen Jahren auch zunächst längere Zeit abgewartet, ob sich noch Setzungen ergeben, wo nachgearbeitet werden muss. Der Untergrund ist in Seenähe oft nachgiebig, nicht selten sackt der Boden nach baulichen Eingriffen noch etwas ein. Im Erlenweg soll die Feinschicht deshalb erst zu einem, späteren Zeitpunkt asphaltiert werden, wenn diese Gefahr nicht mehr besteht.

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