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Einsätze und Schicksale

Nicht nur Menschen waren zu retten: So lief das Jahr für die Bergwachten Grassau und Marquartstein

Gut gesichert machen sich die Helfer der Bergwacht Grassau in dieser Übung daran, den Verunglückten zu bergen.
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Gut gesichert machen sich die Helfer der Bergwacht Grassau in dieser Übung daran, den Verunglückten zu bergen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Zahl an Bergunfällen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Zu diesem Schluss kommen die Bergwachten in Grassau und Marquartstein. Aber es sind nicht immer nur Menschen, welche die Helfer bergen müssen.

Marquartstein/Grassau – „Wir hatten Gott sei Dank keine Toten, letztes Jahr waren es drei“, sagt Joseph Auer. Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Marquartstein blickt auf das vergangene Jahr und – Stand heute – 27 Einsätze zurück, welche er und die Aktiven in der Bergwacht im laufenden Jahr bewältigen mussten. 28 Aktive verzeichnet die Bergwacht Marquartstein, zehn bis 15 Leute seien regelmäßig im Einsatz, berichtet Auer.

Eine Tierrettung in diesem Jahr ist Auer noch in Erinnerung geblieben, bei dem ein Pferd in ein Gitter eingebrochen sei. „Ein tragischer Einsatz“, wie er findet. Aus gutem Grund: „Wir haben da nicht mehr viel machen können“, sagt er. Die Helfer hätten das Tier nur noch festhalten können, damit ruhig genug hielt, als es der nachalarmierte Tierarzt von seinen Leiden erlösen konnte. Ein Einsatz, welcher die Kräfte sehr belastet habe.

Großer Ansturm auf die Berge

Die Anzahl der Alarmierungen sei seit den vergangenen Jahren mehr oder minder gleich geblieben. Etwa 25- bis 30-mal müssten die Bergretter ausrücken, um Verunglückte zu bergen.

Im Ernstfall gilt es manchmal auch mit Händen und Füßen zu kommuzieren.

Auffällig im weitestgehenden Sinn sei die Zahl an verunglückten Mountainbikern gewesen, die mit fünf Radunfällen in diesem Jahr tatsächlich zugenommen habe. Darunter ein Radfahrer, der offenbar meinte, seine Rückenschmerzen mit Ibuprofen ausreichend betäuben zu können, um seine Tour noch zu Ende fahren zu können.

Das Ganze endete offenbar mit einem Hexenschuss und dem Umstand, dass er nicht mit dem Radl, sondern mithilfe der Bergwacht ins Tal zurückkehrte.

Oft mit Notarzt an Bord kommt der Hubschrauber zum Einsatz.

Joseph Auer glaubt nicht, dass die Zahl an Einsätzen für die Bergwacht Marquartstein in den kommenden Jahren merklich zunehmen wird: „Die Strecken sind so rappelvoll, es kann fast nicht mehr werden“, sagt er mit Blick auf die Besucherzahl in ihrem Einsatzgebiet. An manchen Wochenenden wundere man sich schon darüber, dass trotz des Ansturms nicht mehr passiere.

Drei abgestürzte Gleitschirmflieger

Derweil kann Auers Kollege von der Bergwacht Grassau berichten, dass sich die Zahl der Alarmierungen schon seit dem vergangenen Jahr merklich erhöht habe. Für das Jahr 2021 spricht Bereitschaftsleiter Josef Grießenböck von einem „Rekordjahr“ in denen die Rettungsleitstelle besonders oft auf die Hilfe der Bergretter angewiesen gewesen sei. Seien es bislang im Schnitt zwischen 20 und 25 Alarmierungen gewesen, habe sich diese Spanne auf 25 bis 30 verschoben. Ein Schnitt, der sich in diesem Jahr bislang gehalten habe, und sich parallel zum bayerischen bewege.

30 Alarmierungen verzeichnet die Bergwacht Grassau bis dato. Über die Gründe für die Zunahme kann Grießenböck nur mutmaßen: Die Coronapandemie als Hebel für mehr oder weniger Besucher auf dem Berg kann er zumindest ausschließen. Denn schon seit 2019 sei die Zahl an Alarmierungen gestiegen. Seine Vermutung: „Wir haben mit der Hochplattenbahn ein erschlossenes Wandergebiet, welches leicht erreichbar ist“, sagt er. Dies gelte auch für eher unerfahrene Bergfreunde.

Wenn er durch die Einsätze des laufenden Jahres blättert, kommt ihm vor allem die Erinnerung an drei abgestürzte Gleitschirmflieger ins Gedächtnis. Dies sei im Prinzip nichts Ungewöhnliches, zumal das Einsatzgebiet in einer Gleitschirmflieger-Region liege inklusive Drachenflieger-Rampe.

Drei Gleitschirmflieger verunglückt

Dennoch: In diesem Jahr seien drei Gleitschirmflieger verunglückt, zwei davon mit schweren Verletzungen. Glimpflicher ging es beim dritten Fall aus, bei dem sich der Pilot des Fluggeräts zwar im Baum gelandet sei, dies jedoch körperlich unversehrt. Zudem: Im Gegensatz zu ihren Marquartsteiner Kollegen hatten die Helfer aus Grassau heuer bislang keinen einzigen Radfahrunfall zu verzeichnen.

Auch Bereitschaftsleiter Grießenböck kann auf einen Pool von gut 20 Aktiven bauen, hinzu kämen noch einige Anwärter in Ausbildung. Damit sei die Zahl der Alarmierungen noch handhabbar, wie er findet. Zumindest für Grassau sei in ferner Zukunft aber nicht ausgeschlossen, dass die Zunahme an Alarmierungen für die Bereitschaft der Bergwacht zum Problem werden könnte.

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