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Haus- und Nutztiere betroffen

„Nicht in der Nähe von Ställen böllern!“ – Überseer Tierarzt warnt vor Folgen für Tiere

Nicht nur Hunde und andere Haustiere fürchte sich in der Silvesternacht, weiß Robert Fischer, der auch Nutztiere behandelt.
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Nicht nur Hunde und andere Haustiere fürchte sich in der Silvesternacht, weiß Robert Fischer, der auch Nutztiere behandelt.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Übersee – Viele Tiere leiden an Silvester an Feuerwerk und Böllern. Offiziell ist deren Verkauf heuer zwar verboten. Aber viele Menschen kaufen im Ausland Pyrotechnik ein und es knallt vermutlich trotz des Verbots. Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit Tierarzt Robert Fischer aus Übersee darüber, wie man den Tieren in der Silvesternacht das Leben leichter machen kann.

Wieso leiden Tiere so stark an der Böllerei und dem Feuerwerk an Silvester?

Robert Fischer: Das liegt einerseits daran, dass Tiere ein deutlich besseres und empfindlicheres Gehör als Menschen haben. Der Lärm wirkt sich bei ihnnen ganz anders aus. Hinzu kommt aber, dass Tiere die Ursache der Geräusche nicht zuordnen können, weil sie sie nicht gewöhnt sind. Das findet ja nur einmal im Jahr statt.

Was läuft dann bei einem Tier in so einem Moment ab?

Fischer: Sie erleben Panik und Stress. Viele fürchten sich sehr und sind verwirrt und das auch sehr massiv. Es gibt auch Tiere, die aggressiv werden. Dass Silvester für die Tiere eine große Belastung ist, wissen auch viele Tierhalter und holen sich vor Silvester Beruhigungsmittel für ihre Tiere ab. Das ist ein großer Teil unserer Arbeit vor Silvester. Denn die Besitzer machen sich Sorgen, dass es ihren Hunden oder Katzen nicht gut gehen könnte.

Sind Beruhigungsmittel immer hilfreich?

Fischer: Ja, in den meisten Fällen schon. Es gibt verschiedene Arten. Aber Beruhigungsmittel haben auch Nebenwirkungen. Im schlimmsten Fall können Sie auch das Gegenteil auslösen: Die werden dann noch gestresster. Und man muss auch einräumen, dass sie nicht bei jedem Tier wirken.

Kann man auch davon sprechen, dass die Tiere traumatisiert werden?

Fischer: Das kann man schwer sagen, aber viele Besitzer berichten mir, dass die Tiere nach Silvester sehr verstört sind und sie es an ihrem Verhalten erkennen.

Was können Tierbesitzer tun?

Fischer: Bei den Haustieren sollten die Besitzer die Tiere auf keinen Fall rauslassen. Lieber noch mal eine Gassirunde am frühen Abend und dann drinnen lassen. Man sollte sich überlegen, wo man die Tiere in Sicherheit bringen kann. Gibt es im Haus einen Ort, der ruhiger ist? Der Keller könnte das sein, außer die Tiere fürchten sich grundsätzlich davor. Und die Besitzer sollten bei ihren Tieren bleiben, auch wenn das genau auf den Jahreswechsel fällt und sie eigentlich anstoßen wollen.

Wie sieht es bei Nutztieren an Silvester aus?

Fischer: Die leiden natürlich auch, besonders Pferde. Das sind Fluchttiere, das heißt bei Gefahr fliehen sie. Kühe reagieren da schon etwas anders und würden sich der Sache erst einmal stellen. Aber sie kriegen auch völlige Panik, weil sie die Geräusche nicht einordnen können.

Was passiert, wenn Kühe panisch werden?

Fischer: Ich hatte schon einige Einsätze, weil ein Blitz eingeschlagen hat und die Tiere extrem aufgeschreckt waren. Da sind schon Herden aus dem Stall ausgebrochen. Beruhigen scheint da eine schwierige Strategie zu sein. Das stimmt. Da kann man nur an alle Menschen appellieren, nicht in der Nähe von Ställen zu böllern. Das ist wirklich verantwortungslos. Man muss ja auch sehen, dass bei einem Ausbruch auch Menschen zu Schaden kommen können.

Braucht es aus Ihrer Sicht ein Böllerverbot?

Fischer: Das ist natürlich ein Grundsatzthema. Ich persönlich mag die Böllerei gar nicht und aus meiner Sicht braucht es sie auch nicht. Ich glaube, dass ich das letzte Mal als Kind einen Böller angefasst habe. Auf der anderen Seite ist Silvester ein Fest, das zu unserer Kultur gehört. Man braucht gegenseitiges Verständnis und es sollte auch mehr informiert werden, dass die Böllerei für Tiere sehr schädlich ist. In diesen Zeiten brauchen wir Aufklärung, das gilt auch für andere Themen in dieser Zeit.