Nicht einmal die Retter kommen durch: Jetzt Parkverbot im Weißenbachtal bei Bergen

Die Gemeinde erlässt Parkverbote an der Straße im Weißachental – zum Beispiel auch an der dem Hochfelln zugewandten Seite (links) im Bereich zwischen der Maximilianshütte und dem Wanderparkplatz Kalkofen. (Foto: Pültz)
  • vonGernot Pültz
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Die Gemeinde Bergen reagiert auf den zunehmenden Ausflugsverkehr und verhängt künftig Parkverbote im Weißachental. Vor allem, weil parkende Autos die Straße so verengen, dass Rettungs- und Feuerwehr-Fahrzeuge kaum durchkommen.

Bergen – Dem ausufernden Parken im Weißachental will die Gemeinde ein Ende bereiten. Weil immer wieder Autos auf beiden Seiten der Straße stehen, die von der Maximilianshütte bis nach Kohlstadt führt, und die Durchfahrt behindern, ergreift sie nun die Initiative: Im vorderen Teil erlässt sie ein einseitiges Parkverbot, im hinteren ein beidseitiges. Zweiter Bürgermeister Josef Gehmacher (CSU) hat den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung informiert.

Kein Durchkommen mehr für den Rettungsdienst

Der Hochfelln samt Umgebung istein sehr beliebtes Ausflugsziel. Wanderer schnüren sich ihre Schuhe und machen sich auf den Weg hinauf auf den Berg, Mountainbiker setzen sich auf ihre Räder und fahren auf die Almen. An schönen Tagen lassen sich die Besucher, die Erholung suchen, nicht mehr zählen.

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Von auswärts kommen die Gäste – und sie fahren mit ihren Autos ins Weißachental hinein. Wenn dann aber die ausgewiesenen Parkplätze belegt sind, dann suchen sie sich andere Stellplätze: Am Straßenrand lassen sie ihre Wagen stehen. Doch die Fahrbahn ist schmal – und wenn die Autos dicht an dicht stehen, dann wird’s schwierig durchzukommen, insbesondere etwa für ein großes und breites Feuerwehrfahrzeug. Dass die Straße an schönen Tagen noch viel enger wird, als sie es ohnehin schon ist, haben die Spatzen schon längst von den Dächern gepfiffen.

„Nicht gleich die Maximallösung“

Auch Beschwerden wie etwa aus dem Kreis der Almbauern flatterten ins Rathaus. Vertreter der Gemeinde informierten sich vor Ort – und sie fanden sich in ihrer Meinung bestätigt, etwas unternehmen zu müssen. Sie beratschlagten sich mit der Polizei.

Das Ergebnis: Die Gemeinde verhängt jetzt auf ihrer Straße im Weißachental – einen eigenen Namen trägt sie nicht – Parkverbote.

Bewusst verzichtete sie darauf, das Abstellen an der langen Straße gänzlich zu untersagen – wo Platz ist, etwa in Parkbuchten, darf das Fahrzeug künftig nach wie vor abgestellt werden.

„Wollen niemanden aussperrren“

„Wir waren der Meinung, dass wir nicht gleich die Maximallösung suchen“, erklärte zweiter Bürgermeister Gehmacher das Vorgehen im Rathaus.

Weil Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) im Urlaub weilte, leitete Gehmacher die Sitzung im Festsaal. Der zweite Bürgermeister weiter: „Die Leute wollen rausfahren“ – und die Gemeinde wolle ihnen das Vergnügen, sich am Hochfelln zu erholen, nicht nehmen. „Wir wollen niemanden aussperren“, so Gehmacher, „wir wollen, dass jeder vernünftig hinterfahren kann.“

Polizei kann nicht alles kontrollieren

Der zweite Bürgermeister schlug vor, Schritt für Schritt vorzugehen. Zunächst einmal müsse man beobachten, ob denn die Parkverbote wirken, ob sie ausreichen. Und dann müsse man die Frage erörtern, ob man möglicherweise noch einmal nachbessert.

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Die vorgeschlagenen Parkverbote stießen im Gemeinderat auf einhellige Zustimmung. Dritte Bürgermeisterin Katharina Hallweger (Grüne Liste Bergen) sagte, dass vor allem auch die Rettungswege frei bleiben müssten – für die Feuerwehr und den Notarzt. Zwar ist sich die Gemeinde bewusst, dass die Personaldecke der Polizei dünn ist und dass die Beamten kaum Zeit haben werden, das Einhalten von Parkverboten zu kontrollieren.

Dennoch geht sie davon aus, dass die Polizei „in krassen Fällen“, wie Gehmacher sagte, an Ort und Stelle ist und womöglich das Abschleppen anordnet. Wenn solche Fälle publik werden, dann ist allen geholfen: „Wir setzen auf den Lerneffekt der Leute.“

Die Schilder sind schon bestellt

Die Parkverbote auf der Straße im Weißachental treten – wie Andreas Schultes, der Geschäftsleiter im Rathaus, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte – so bald wie möglich in Kraft. Die Schilder seien von der Gemeinde bereits bestellt worden. Wenn sie eintreffen, werden sie seinen Angaben zufolge sogleich aufgestellt.

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