Neues Wanderbuch über den Chiemgau: Pfiffige Eskapaden für alle Jahreszeiten

Eine Lieblingstour von Andreas Friedrich: Der Blick vom Gipfel des Fellhorns auf die Loferer Steinberge.
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Eine Lieblingstour von Andreas Friedrich: Der Blick vom Gipfel des Fellhorns auf die Loferer Steinberge.

Chiemgau – Der Rosenheimer Buchhändler und Reisejournalist Andreas Friedrich hat unter dem Motto „Ab nach draußen“ ein Buch über „52 kleine und große Eskapaden im Chiemgau“ geschrieben, das kürzlich im Dumont Verlag erschienen ist. Die Chiemgau-Zeitung sprach mit dem Autor über sein neues Buch, seine Lieblingstour und journalistische Vorbilder.

Herr Friedrich, über den Chiemgau gibt es ja bereits viele Wanderführer. Was ist das Besondere an Ihrem Buch?

Andreas Friedrich: Eben dass es kein reines Wanderbuch ist: Es gibt zwar 35 Wanderungen im Buch, aber auch 10 Radtouren und Vorschläge fürs Paddeln, Langlaufen, Rodeln, Schneeschuhgehen und eine Pistenskitour. Mit der Reihe „Eskapaden“ ist der Dumont-Verlag in eine Marktlücke gegangen. Die Touren erstrecken sich über alle Jahreszeiten und die Gliederung geht nach Halbtagestouren, Tagestouren und Mehrtagesunternehmungen. Die Texte geben zwar einen Grundstock an Information, aber eher als motivierende Anregung und weniger mit einem „klein-klein“ an Wegbeschreibung.

Nach welchen Kriterien haben Sie die einzelnen Wandervorschläge ausgesucht?

Friedrich: Es sollte immer ein gewisser „Pfiff“ dabei sein, also eine besondere Naturumgebung, ein ausgesuchtes Panorama oder etwas, das noch in keinem anderen Führer so veröffentlicht wurde, wie beispielsweise die Tour zum Findling von Niederaudorf oder die Übernachtungstour vom Taubensee zum Chiemsee, also vom höchsten zum größten See in Bayern. . Hier gibt es so viele kleine Wege, Weiler und Varianten, man kann ständig etwas Neues entdecken.

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Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, an die sich die Touren richten?

Friedrich: Es ist ein Buch für Allrounder, die zwar gerne wandern, aber auch andere Sportarten ausprobieren. Im Vordergrund stehen immer Landschafts- und Kulturgenuss, der Leistungsaspekt ist aber nebensächlich.

Braucht es für die Wanderungen besondere Kondition und Vorbereitung?

Friedrich: Je nach Tour, würde ich sagen. Manche Unternehmungen sind längere Spaziergänge, aber ein paar Touren wie die zum Kranzhorn oder die Wochenendtour zum Fellhorn bei Reit im Winkl setzen eine gute Grundkondition voraus. Es gibt aber kaum ausgesetzte Passagen, wenn man mal vom Kampenwandgipfel absieht. Für die Mehrtagestouren heißt es halt, geschickt zu packen.

Was ist ihre Lieblingseskapade?

Friedrich: Also der Blick vom Fellhorn ist schon ein Traum. Von der Idee her würde ich sagen, die Tour mit Radl und Bootsanhänger zum Campingplatz am Simssee. Es zeigt, dass man auch ohne Auto mit dem Luftboot ein zusätzliches Freizeitangebot nutzen kann, so etwas wird immer beliebter.

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Sie waren ja schon viel unterwegs. Welche Ausrüstung zum Wandern hat sich bei Ihnen bewährt?

Friedrich: Schnelltrocknende Zipphosen und gescheite Wanderschuhe. Und auf alle Fälle geeignete Karten mitnehmen für die Touren, auch wenn immer mehr Leute mit Elektronik unterwegs sind. Im Idealfall ergänzt sich das.

Haben Sie als Reisejournalist Vorbilder?

Friedrich: Ich schätze den raunzigen Stil von Andreas Altmann, das Lakonische bei Wolfgang Büscher und die Poesie eines Bruce Chatwin – so berühmt werde ich wohl nicht mehr werden, denn Reiseführer sind ja Auftragsarbeiten, die gewisse stilistische Vorgaben erfüllen sollen. Wenn aber eine Bekannte auf mich zukommt und sagt, sie habe das neue Buch in einem Zug gerne gelesen und Infos und Schreibstil lobt, ist das eine tolle Rückmeldung für mich. Ich versuche, einen Schuss Humor einzubauen, ebenso verschiedene Sinne – wie bei einer guten Reiseleitung.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Friedrich: Gerade sitze ich am Feinschliff für einen Wanderführer für die Region Würzburg, dieser soll im Frühjahr kommenden Jahres erscheinen – da ist noch viel zu tun!

Interview: Georg Füchtner

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