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Parkleitsystem gegen überfüllte Parkplätze

Mit Drähten gegen das Parkchaos beim Chiemseepark Felden

Wenn die Gäste von der Autobahn abfahren, will die Gemeinde schon beim Kreisel mit einer Anzeigetafel informieren, ob beim Badehaus noch Parkplätze frei sind.
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Wenn die Gäste von der Autobahn abfahren, will die Gemeinde schon beim Kreisel mit einer Anzeigetafel informieren, ob beim Badehaus noch Parkplätze frei sind.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Gemeinde Bernau steuert mit einem Parkleitsystem gegen hoffnungslos überfüllte Parkplätze. Schon kurz nach der Autobahnausfahrt werden die Besucher informiert, ob sie am Ufer überhaupt noch Platz haben.

Bernau – Kreuz und quer stehende Autos, zugeparkte Radwege und Privatparkplätze – in solch wildem Durcheinander stellte sich die Situation besonders im vergangenen „Corona-Sommer“ im Chiemseepark Felden oft genug dar. Der Gemeinderat stellte in seiner Sitzung am Donnerstag, 4. März 2021, mit 15:3 Stimmen die Weichen für die Technik hinter dem künftigen Parkleitsystem.

Drähte unter der Erde erfassen Impulse

Geschäftsführer Mirko Wendler und Planer Jörg Mortsiefer von einem auf den „ruhenden Verkehr“ spezialisierten Büro in Landau an der Isar stellten dem Gemeinderat zwei grundsätzliche Techniken vor. Bei der Induktionsschleifen-Detektion befinden sich im Erdreich unter der Oberfläche Drähte. Sie erfassen über Impulse, wie viele Autos ein- und ausfahren.

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Ein angeschlossener Computer gibt die Daten per Funk an den zentralen Rechner weiter. Laut Wendler bringt diese Technik „gute Ergebnisse und eine hohe Genauigkeit“. Die zweite von Wendler vorgestellte Möglichkeit war die Kameratechnik. Alle Daten würden auf einer Cloud gespeichert und verwaltet, der Zugang zu den Daten erfolgt über das Internet.

Erfassung des Kennzeichens in Bayern bis vor einem Jahr nicht zulässig

Erst seit einem Jahr sei es rechtlich in Bayern gemäß Datenschutz überhaupt zulässig, die Kennzeichen mit einer Kamera zu erfassen. Voraussetzung für eine genaue Zählung ist laut Mortsiefer allerdings eine uneingeschränkte Sicht auf das Kennzeichen. Nebel oder Schnee zum Beispiel könnten Probleme beim korrekten Zählen bereiten. Vorteil mit der Kamera sei, dass die Fahrzeuge nachverfolgt werden können, die nicht bezahlt haben.

Nachbargemeinden könnten sich problemlos anschließen

Laut Motsiefer könne jede App-Plattform mit den digitalen Daten vom Chiemseepark Felden versorgt werden. Auch Nachbargemeinden könnten problemlos angebunden werden, was laut Wendler Sinn mache.

Bürgermeisterin Biebl-Daiber erklärte im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, dass im Hintergrund bereits entsprechende Gespräche laufen. Wie aber wirkt sich eine Zählung – gleich welcher Technik – für die anreisenden Autofahrer aus?

Parkplatzinformationen gleich nach der Autobahnausfahrt

Vorgesehen wäre laut Wendler, beim Kreisel direkt an der Autobahnabfahrt eine Anzeigentafel aufzustellen, auf der zu sehen ist, ob und wie viele Parkplätze noch frei sind. Eine Einfahrtsschranke direkt bei den Parkplätzen solle es nicht geben, sondern freie Einfahrt.

Auch das Kamerasystem muss betreut werden

Wilhelm Schellmoser (BL) nannte es kompliziert, dass beim Kamerasystem am Parkautomat das Kennzeichen bei der Bezahlung eingegeben werden muss. Auch gefiel ihm der Gedanke nicht, Leute behördlich zu verfolgen, die nicht bezahlt haben. Er wie auch Stefan Saur (WMG) wiesen darauf hin, dass auch das Kamerasystem von der Gemeinde betreut werden müsste.

Unkompliziert oder „altes Pferd“?

Peter Steindlmüller (CSU) sagte, ihm widerstrebe eine Kamera zur Überwachung, ihm sei ein unkompliziertes System lieber. Dem pflichtete Josef Wörndl (CSU) bei, der sich das System so bedienungsfreundlich und „praktikabel“ wie möglich wünschte. Am Ende entschied sich die Mehrheit des Gremiums für die Induktionsschleifen.

Dagegen sprachen sich Severin Ohlert (Grüne), Peter Pertl (CSU) und Helmut Wachter (WMG) aus. Sie hätten lieber die Kameratechnik gesehen. Wachter, Inhaber eines Elektrobetriebs sowie Radio- und Fernsehtechnik-Meister, begründete im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Gemeinde ist nicht gut beraten, technisch auf ein altes Pferd zu setzen.“

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