Digitaler Service

Neues Leitbild für Grassaus Kultur entwickelt: „Besseres Angebot, bessere Vermarktung“

Kulturbeauftragter Dr. Hans Grabmüller (rechts) stellte in der Marktgemeinderatssitzung das Grassauer Kulturleitbild vor. Sehr interessiert zeigte sich Bürgermeister Stefan Kattari.
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Kulturbeauftragter Dr. Hans Grabmüller (rechts) stellte in der Marktgemeinderatssitzung das Grassauer Kulturleitbild vor. Sehr interessiert zeigte sich Bürgermeister Stefan Kattari.
  • vonTamara Eder
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Der Grassauer Kulturbeauftragte Dr. Hans Grabmüller hat ein Leitbild für das kulturelle Leben in der Marktgemeinde entwickelt. Gemeinderat und Bürgermeister begrüßen vor allem, dass Künstler und Veranstalter mehr von digitalen Services profitieren sollen.

Grassau – Als „Bindeglied zwischen Kulturschaffenden und Nutzern der Kultur“ sieht sich Grassaus Kulturbeauftragter Dr. Hans Grabmüller. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung stellte er das von ihm erarbeitete Kulturleitbild vor, das Grundlage seiner Arbeit sein wird. Grabmüller plant zum Beispiel ein zentrales Kulturportal. In Zusammenarbeit mit Caroline Zeisberger, zuständig für das Kulturleben im Veranstaltungshaus Hefter, und der Tourist-Info-Leiterin Christiane Lindlacher seien bereits Programmänderungen in die Wege geleitet worden.

Wie die neue digitale Seite, die ein eigenes Logo erhielt, aussehen wird, zeigte Zeisberger.

Mehr Möglichkeiten für Vereine

Zusammengefasst werden darauf alle kulturellen im Hefter und im Mietenkamer Dorfsaal; auch Bücherei und Museum werden dort zu finden sein sowie ein Veranstaltungskalender. Hinterlegt ist zudem eine Veranstaltungsmeldung mit Formular.

Hier kann jeder Verein seine Veranstaltung beschreiben und ankündigen. Eine vorgefertigte Maske hilft den Vereinen bei der Beschreibung und Bewerbung. Ziel sei es, dass Veranstaltungen nur mehr über dieses Portal gemeldet werden. Veranstaltungsorte können künftig online gebucht werden. Ebenfalls beworben werden auf der Seite die Grassauer Märkte.

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Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) zeigte sich beeindruckt, „was in der kurzen Zeit entstanden ist“. Er hob die Serviceverbesserungen für die Vereine hervor, die nun ihre Veranstaltungen einfacher melden können.

„Grundlage für die Kulturpolitik einer Kommune sind Kulturleitbilder, die Leitlinien und angestrebte Ziele beschreiben“, erklärte Grabmüller weiter.

Austausch mit Nachbarkommunen

Zu den wichtigsten Leitlinien zählte Grabmüller die Förderung von Bildung und Kultur durch organisatorische und, oder finanzielle Unterstützung, das Recht aller Bürger zur Teilhabe an Kultur sowie die kulturelle Förderung von Minderheiten und benachteiligten Gruppen. Als Ziele nannte er „Ausweitung und Verbesserung des kulturellen Angebots, die verbesserte Bindung der Bürger an den Ort, die effiziente Vermarktung der Veranstaltungsorte wie die Pflege des Kulturaustausches mit Nachbarkommunen und -regionen sowie den Partnergemeinden.“

Der Rathauschef ergänzte, dass in dem Kulturleitbild nun schriftlich fixiert werde, was der Markt Grassau seit vielen Jahrzehnten pflege. Das Leitbild sei bewusst allgemein gehalten, lasse Freiräume und sei damit auch in zehn Jahren noch gültig. Einstimmig nahm das Gremium das Kulturleitbild an.

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Ebenfalls beraten wurde über die Fortführung des Chronikprojektes. Laut Kattari sei der mittlerweile letzte Band der Chronikgeschichte „Die historische Entwicklung, Teil III“ fertiggestellt. Eine Vorstellung musste wegen der Pandemie abgesagt werden, soll aber noch vor Weihnachten erfolgen. Mit Band zwölf ist die Chronikreihe nun an ihrem Ende angelangt. „Es gibt aber weitere Themen, die noch nicht oder ausführlich genug behandelt wurden, und vor allem auch Autoren, die weiterarbeiten wollen“, so Kattari.

Weitere Themen für Chronik stehen fest

Dr. Hans Grabmüller, führte als Leiter des Chronikprojekts aus, dass die Chronikreihe in kleineren Broschüren fortgeführt werden könnte. Gleich die erste Broschüre, nach einem Manuskript von Geograf Dr. Robert Darga, könnte sich mit der Geologie des Grassauer Raums befassen. Weitere biete sich die Aufarbeitung der Geschichte der wichtigsten Ortsteile an, wobei das Häuserbuch fortgeführt und die Ortsentwicklung in den Mittelpunkt gestellt werde. Zudem sei ein Sammelband mit Zeitungsbeiträgen, vor allem mit Arbeiten von Uta Grabmüller, Olaf Gruß und Claus-Dieter Hotz geplant.

Grabmüller konnte die Marktgemeinderäte überzeugen und so entschied sich der Rat einhellig, dass die Chronikarbeit weitergeführt wird.

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