Neues Leben in scheinbar toten Bäumen: Stadt Traunstein lässt Biotopbäume stehen

Oberbürgermeister Christian Kegel legt selbst Hand an und schraubt das Schild an einen Baumtorso im Stadtpark.

Artenschutz ist ein Thema, das gerne in der Theorie diskutiert wird. Die Stadt Traunstein lässt Worten Taten folgen und trägt ihren Teil zum Artenschutz bei: Sie lässt sogenannte Biotopbäume stehen, damit sich viele verschiedene Tiere dort ein neues Zuhause einrichten können.

Traunstein – Biotop- oder auch Habitatbäume bieten besondere Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. In Wäldern oder in der freien Landschaft dürfen diese toten oder absterbenden Bäume manchmal stehen bleiben.

Stadtgärtnerei schafft spezielle Plätze

Die Stadtgärtnerei Traunstein schafft es, dass solche Bäume auch im Stadtgebiet neuen Lebensraum bieten können. Die Mitarbeiter wählen sorgfältig aus, welche Bäume noch standsicher sind und somit keine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Baumpflegerisch behandelt, müssen diese Bäume nicht gefällt werden und werden – soweit wie möglich – sich selbst überlassen.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Der stark eingekürzte Torso bietet dann Raum für Spechthöhlen, Brutvögel, Insekten und Pilze. In Traunstein finden sich diese Bäume bisher im Stadtpark, Am Rechen, am Schwimmbadsteg, am Viadukt und am Guntramshügel – und es werden immer mehr. So trägt die Stadt Traunstein zum Natur- und Artenschutz bei. Biotopbäume sind meist alte und dicke Bäume mit besonderem Wert für die Flora und Fauna. Sie bilden im Ökosystem Wald ein Mikrohabitat mit spezifischen Eigenschaften für unterschiedliche Arten und erhöhen so die Biodiversität im Wald. Konkret werden als Biotopbäume bezeichnet.

Lesen Sie auch: Achental: Blutbären-Raupe wird eingesetzt

Bäume mit Stammverletzungen werden nach Angaben derbayerischen Forstverwaltung von verschiedenen Pilzarten besiedelt. „Höhlenbäume“ bieten Spechten und Insekten Naturhöhlen. „Horstbäume“ sind meist alt, haben eine kräftige Krone und werden von verschiedenen Vogelarten über Jahre als Brutplatz genutzt. Bäume mit Kronentotholz (nur Teile der Krone sind abgestorben) werden gern von wärmeliebenden Insekten und Vogelarten besiedelt. Abgestorbene Bäume, sogenanntes „Totholz“, sind für auf die Zersetzung von auf Holz spezialisierte Pilz- und Insektenarten elementar. Zum Totholz gehören unter anderem: liegendes Totholz, stehendes Totholz, abgestorbene Stammteile und Wurzelstöcke.

Kommentare